Außergewöhnliche Programmpunkte bei Aacher Fasnet / Tropische Nächte als Motto
Von Sandra Zepf
Dornstetten-Aach. Zur 40. Aacher Fasnet begrüßte Conferencier Jürgen Mast an zwei Abenden eine große Schar Narren. Das Motto dieses Jahr lautete "Tropische Nächte".Auf dem Freitagsprogramm standen Showtänze der Blauen Garde Baiersbronn, der Freudenstädter "NGZ-No-Kids", der Tanzschule Hermann und der Tanzgarde Bad Rippoldsau. Für Musik sorgte die Gugga-Musik "Flegga Zoddler" aus Horb-Dettingen.
Höhepunkte an beiden Abenden waren die hauseigenen Bomberdancers der Sportfreunde Aach, verkleidet als Piraten. Aber auch Fredderik Monsch aus Hallwangen, der zum ersten mal auftrat, dürfte viele neue Fans gewonnen haben. Sein Beatboxing klang sehr professionell.
Die Bürgerfasnet am Samstag war geprägt vom "Fleggatratsch". Die "Lila Kuh", Christine Petermann, teilte in ihrer Bütt kräftig in Richtung Lokalpolitik aus. Angefangen bei Vereinsgröße und Fasnetsmacher Peter Pfeiffle mit seinem eisernen Sparwillen über Geschichten von Pferden, Handys und Navigationsgeräten landete sie bald bei Fasnetsopfer und –verweigerer sowie Stadtrepräsentant und Bürgermeister Dieter Flik, der allem Anschein nach "wohl Probleme mit Aach hat". Wenn er heuer, nun im verflixten siebten Jahr, kurz vor seiner Wiederwahl nicht komme, brauche er gar nicht mehr nach Aach zu kommen, schimpfte Petermann.
Auch die neuen Straßenlaternen seien zu klein, aber Flik ließe die Aacher ohnehin öfter im Dunkeln stehen – so auch mit dem Ausbau des Gaisbergs oder dem Rathaus in Aach. "Älles Flikschusterei wo dr gosch ond stosch." Mit dem neuen Dornstetter Rathaus protzen, das könne er gut, lästerte die "Lila Kuh" über den Bürgermeister. Besser sei da Ortsvorsteher Hermann Friedrich, der aus lauter Sparwillen dem Bürgermeister am Neujahrsempfang abgelaufenes Bier aufgetischt habe. Außerdem lobte Petermann die emsigen Sportfreunde, die so eine Fasnet erst möglich machten.
Erstaunliche Stille brachte Jürgen Mast in den Saal. Grund war die außergewöhnlichen Aufführung von "Dog-dancing" mit der zwölfjährigen Denise Tippmann und ihrer dreijährigen Labrador-Hündin Lucky. Danach standen "Flegga-Tratsch" auf hohem Niveau von "Emma und Berta" auf dem Programm.
Im weiteren Programm hatten hatten die Aacher Hausfrauen einen besonderen Nebenjob. In der Telefon-Hotline von Claudette (Sibylle Kroll) erschien der Bürgermeister in ganz neuem Licht. Auch ihre Kollegin Emma (Beate Schneider) veränderte sich, als sie in die Rolle der Olga schlüpfte und am Bügelbrett stehend mit den Ortsvorsteher telefonierte. "Kein Durchschnitt sondern absolute Spitze", kommentierte Moderator Jürgen Mast die Darbietung.
Zwischendurch zeigten die "Roten Funken" aus Waldachtal mit Trainerin Nathalie Neff ihr Können. Bereits zum 20. Mal waren sie bei der Aacher Fasnet dabei. Tänzerisch ging es weiter mit der Jazzdance-Gruppe aus Musbach mit Jessica Seng an der Spitze. Nach dem Brauchtumstanz der Stockerbach-Gerber, ebenfalls aus Musbach, beschlossen die Grenzweg-Sinfoniker vom Kniebis mit ihrem nach eigenen Worten "besten Fasnetsauftritt in Aach" das Programm. Nach dem offiziellen Teil sorgte die Gruppe "Enjoy" für Musik.