Nathalie Kirschmann kümmert sich um das Kalb. Als Haushalts- und Betriebshelferin gehört das zu ihren Aufgaben. Foto: Steinmetz

Maschinenring unterstützt mit der Haushalts- und Betriebshilfe Familien und landwirtschaftliche Betriebe.

Sulz/Dornstetten - Morgens um sieben ist Arbeitsbeginn im Stall: Nathalie Kirschmann melkt die Kühe und füttert die Kälber. Um 10 Uhr gibt es Frühstück, dann kommt der Haushalt an die Reihe – kochen, aufräumen, waschen. "Langweilig wird es nie", sagt die 25-jährige Dornstetterin. Eine Bäuerin hat keinen Mutterschutz. Stattdessen gibt es den Familienservice des Maschinenrings Rottweil-Freudenstadt. Michaela Plocher, deren jüngstes Kind knapp vier Wochen alt ist, kann diese Hilfe gut gebrauchen. Normalerweise arbeitet sie aktiv im Betrieb mit. Das geht mit dem Baby derzeit nicht.

Der Arbeitsplatz wechselt ständig

Nathalie Kirschmann kümmert sich auf dem Sulzer Bühlhof um einen Sechs-Personenhaushalt und hilft in der Landwirtschaft mit. Sie ist als ländliche Hauswirtschafterin eine erprobte Kraft und braucht nicht lange, um sich einzuarbeiten. Dabei hat sie von Haus aus mit Landwirtschaft eigentlich nichts zu tun. Lediglich ihre Sommerurlaube verbrachte sie auf der Alm. Da fand sie Gefallen an der Arbeit auf einem Hof.

Selber Bäuerin werden, möchte sie nicht, Helferin in einem Betrieb ist für sie aber eine Alternative. Da hat sie auch ihren geregelten Urlaub und "totale Abwechslung". Nathalie Kirschmann ist beim Maschinenring, der seinen Sitz im Sulzer Industriegebiet Kastell hat, angestellt. Sie ist dort eine von drei Frauen, die nicht nur im Haushalt, sondern auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden können. Neun weitere Frauen sind ausschließlich in privaten Haushalten tätig. Wenn Mütter beispielsweise im Krankenhaus oder in der Kur sind, betreuen die Helferinnen des Maschinenrings die Kinder und führen den Haushalt.

"Die Frauen sind alle gelernte Hauswirtschafterinnen oder Familienpflegerinnen", sagt Gabriele Goetze, die zusammen mit Claudia Eber­hardt beim Maschinenring für die Betriebs- und Haushaltshilfe zuständig ist. Wenn eine Familie bei Krankheit oder Schwangerschaft Hilfe benötigt, kann ein Arzt eine entsprechende Bescheinigung ausstellen. Die Kosten rechnet der Maschinenring mit den Krankenkassen oder Rentenversicherungsträgern ab. Der Bedarf für die Familienhilfe ist groß: "Im Moment sind unsere Frauen fast überlastet", erklärt Gabriele Goetze.

Der Einsatz dauert meistens ein bis zwei Wochen. Die Helferinnen müssen flexibel sein, zumal ihr Arbeitsplatz ständig wechselt. Nathalie Kirschmann macht das nichts aus. Im Gegenteil: "Ich könnte mir nicht vorstellen, immer im gleichen Betrieb zu sein."

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