Förster Maximilian Rieger berichtet über Waldzukäufe, Wegerschließung, Ökokonto-Maßnahmen, Hangrutschgefahr und Verkehrssicherung im Dornhaner Forst.
Die Waldbegehung des Gemeinderats am vergangenen Freitag führte ins Zitzmannsbrunnenbachtal und nach Bettenhausen. Über Stock und Stein ging es hinab. Gut, dass die meisten Waldbegangsteilnehmer festes Schuhwerk an hatten. Nach dem Regen war es auch glitschig und entsprechend rutschig. Ein richtiger Weg oder Pfad war kaum zu erkennen. Das war auch ein Thema an der ersten Station, wo der Waldweg, etwas oberhalb des Zitzmannsbrunnenbachtals, Richtung Ziegelhütte weiterführt.
Wie soll der Wald hier erschlossen werden? Nach Auskunft von Revierförster Maximilian Rieger bräuchte man zur Bewirtschaftung einen viereinhalb Meter breiten Weg. Der Wegebau ist nur ein Punkt, die regelmäßige Unterhaltung kommt dazu. Die Instandhaltung gebe aber, so Bürgermeister Markus Huber, nur dann Sinn, wenn die Waldwege der Kommune gehörten. Das sei auch das Ziel. Im Offenland seien die landwirtschaftlichen Wege bereits kommunales Eigentum.
Zwischenlösung
Auf einem holprigen Privatweg ging es weiter bergab. Unterwegs war an einem Holzstapel ein zweiter Stopp. In diesem Bereich wird gerade eingeschlagen. Es fragte sich, was mit den abgeholzten Flächen gemacht wird. Standortgerechte Wiederaufforstung vor allem mit Laubbäumen kostet viel Geld. Die Idee ist: „Wir pflanzen die Zwischenflächen mit Fichten an“, erklärte Rieger. Er verspricht sich davon eine deutliche Kostenreduzierung.
Ob das auch im Hinblick auf den Klimawandel funktioniert, wird zuerst auf kleineren Flächen ausprobiert. Die Fichten könnten bereits nach 30 Jahren genutzt werden, etwa als Brennholz. Bei steigenden Ölpreisen sieht der Förster hier zunehmenden Bedarf. Bei diesem Mischverfahren könnten allerdings keine Öko-Punkte erwirtschaftet werden.
Idyllische Stellen
Diskutiert wurde über andere klimaresistentere Baumarten. Die Weißtanne, die im Stadtwald immerhin noch einen Anteil von 30 Prozent ausmacht, zählt für Rieger nicht dazu. Sie sei auf dem „absteigenden Ast“. Die Tanne habe unter anderem den Nachteil, dass sie stark verbissgefährdet sei und hohen Pflegeaufwand erfordere. Solange sie aussame, werde die Weißtanne aber weiter im Wald vertreten sein.
Die Fahrt führte bis zur Gemeindeverbindungsstraße in Bettenhausen aufs Brachfeld. An der Grillhütte bog der Förster mit seinem Auto links ab in die Glatthaldestraße, auf der man bis nach Hopfau gelangt. Doch so weit ging es nicht. Der Förster hielt an einer für Wanderer sehr idyllischen Stelle an. Von oben plätscherte ein Bach herunter.
Was für den Spaziergänger ein genussvoller Anblick ist, stellt für den Stadtwald ein größeres Problem dar. Im Winter führten die Quellen viel Wasser. Das könne den Boden aufweichen und Hangrutsche verursachen. So ist auch auf den Radweg von Bettenhausen nach Hopfau bereits eine Steinmure abgegangen. Eine Sperrung war zur Sicherung des Radverkehrs erforderlich. Bürgermeister Huber stellte in Aussicht, den Radweg im Sommer wieder zu öffnen. Zuvor soll aber noch ein Geologe die Situation beurteilen.
Wald wird weichen
Der Aufwand für die Verkehrssicherung wird jedenfalls größer. Huber sprach von einem „Damoklesschwert“. 30 Meter-Schneisen an den Straßen wolle man nicht, doch wenn etwas passiere, heiße es gleich, „Förster, warum hast du nicht danach geschaut“. Tendenziell werde es so sein, dass an den Straßen mehr Wald wegkomme.
Für Huber ist die Verkehrssicherung ein „Balancespiel“. Mit Blick auf die Haftung sieht er die Stadt und den Förster einem „enormen Druck“ ausgesetzt. Eine größere forstliche Maßnahme ist im kommenden Jahr auf der Braunhalde zwischen Dornhan und Bettenhausen geplant. In den Osterferien werde eine Vollsperrung der Straße notwendig sein, kündigte Rieger an.
In diesem Jahr sind bereits 4400 Festmeter Holz im Stadtwald eingeschlagen worden. Das entspricht nach Auskunft von Rieger 65 Prozent des jährlichen Hiebsatzes. Brennholz kann die Stadt ebenfalls anbieten. Rieger appellierte, von diesem „Rohstoff aus Dornhan“ Gebrauch zu machen.
Erfreulich sei der Einsatz von ehrenamtlichen Waldhelfern. Die ausgeschriebene Stelle eines Waldarbeiters konnte allerdings nicht besetzt werden. „Dieses Problem haben wir in einigen Revieren. Junge Leute sind schwer zu bekommen“, berichtete der stellvertretende Forstamtsleiter Joachim Bea. In Dornhan wurde dies durch eine Firma kompensiert. Eine solche Kooperation könne Zukunft haben, meinte Bea.
Der Waldbegang endete an der Grillhütte in Bettenhausen. Der gemütliche Teil war aber wegen des heranziehenden Gewitters und des Regens nur von kurzer Dauer.