Von links: Eugen Nikol, Herbert Woppert (Schwiegersohn des verstorbenen Bernhard Bronner, Feuerwehrkommandant a.D.), Dieter Bronner, Schreinermeister Erwin Haibt sowie Historiker Fritz Peter im Jahr 2019.Foto: Gukelberger Foto: Schwarzwälder Bote

Historie: Denkmal zum kriegerischen Geschehen in den "Kreuzwiesen" 1298 befindet sich in Leinstetten

Historiker und Forscher der Leinstetter Geschichte, Fritz Peter, sprach zum Gedenktag der Schlacht auf den Kreuzwiesen von 1298 am 17. April im kleinsten Rahmen. Die damalige "Creutzen" liegt zwischen Bettenhausen und Leinstetten.

Dornhan-Leinstetten/Bettenhausen. Zwischen Bettenhausen und Leinstetten liegt im Wald oben am Berg die Ruine "Lichtenfels". Gegenüber der Ruine im Tal führt eine Fußgängerbrücke über die Glatt. Dort ist das Denkmal in den "Kreuzwiesen" in wenigen Minuten in der Nähe des Sportplatzes zu erreichen.

Jedes Jahr wird am 17. April an diesen wichtigen Tag in der Geschichte von Leinstetten erinnert. Leider wurde auch in diesem Jahr nur im kleinsten Rahmen die Fahne am Denkmal gehisst, und der Historiker und Forscher der Leinstetter Geschichte, Fritz Peter, sprach ein paar Worte zu diesem Gedenktag, der an die Schlacht auf den Kreuzwiesen im Jahre 1298 erinnert.

Graf Albert II. von Hohenberg fand mit seinen Getreuen bei dieser Schlacht den Tod. Er setzte sich für das Haus Habsburg ein und versuchte, seinen Neffen Albrecht von Habsburg als Nachfolger für seinen Schwager, den verstorbenen König Rudolf von Habsburg, vorzuschlagen. Zunächst wählten jedoch die sieben Kurfürsten Adolf von Nassau zum Deutschen König. Kurze Zeit später kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Adolf und seinen Verbündeten und den Österreichern. Dies war der Auftakt zu der blutrünstigen Schlacht in den Kreuzwiesen.

Neffe wird Nachfolger

Ebenso fand am 2. Juli 1298 die Schlacht bei Göllheim in der Nähe von Worms statt, wo König Adolf ebenfalls zu Tode kam. Darauf wurde der Neffe Alberts, Herzog Albrecht I. von Habsburg, zum Deutschen König gewählt, ganz so, wie es sich Graf Albrecht der II gewünscht hatte. Graf Albrecht der II wurde neben seinem Vater und seiner zweiten Ehefrau Margaretha von Fürstenberg, die 1296 verstarb, in der Klosterkirche Kirchberg bei Renfrizhausen begraben. Der Epitaph für Beide ist noch in der Klosterkirche zu sehen.

Anlässlich der 900-Jahr-Feier von Leinstetten, im Jahr 1985, stießen deren Organisatoren auf die historische Niederschrift "der Schlacht zu Leinstetten", die im "Codex Manesse" als großes Bild in der großen Heidelberger Handschrift veröffentlicht und dokumentiert ist.

"Creutzen" wird erwähnt

Außerdem ist diese Schlacht in mehreren Chroniken des 14. Jahrhunderts und auch in der im 16. Jahrhundert von Graf Froben Christoph von Zimmern hinterlassenen "Zimmerschen Chronik" zu finden. Bereits 1399 verkauft Volmar von Lichtenfels eine Wiese bei den "Creutzen" nahe Lichtenfels. Graf Albert II. von Hohenberg wird in der Geschichte und Literatur auch als Graf Albert von Haigerloch bezeichnet. Von ihm sind auch zwei Minnelieder in der berühmten Heidelberger Liederhandschrift "Codex Manesse" veröffentlicht, und so findet man auch in Haigerloch an der Eyach-Brücke einen Hinweis auf die Schlacht in Leinstetten.

Nach der 900-Jahr-Feier bildeten Lehrer Hans Saile, Feuerwehrkommandant a. D. Bernhard Bronner und Schreinermeister Erwin Haibt eine Bürgerinitiative, um für die Nachfahren das Andenken an diese Schlacht zu erhalten. Verschiedene Veranstaltungen dienten dem Zweck, ein ehrenvolles Denkmal in den Kreuzwiesen zu errichten.

Am 1. Juli 1989 war es soweit, ein Denkmal, bestehend aus einem Findling und drei Steinkreuzen, war errichtet und konnte eingeweiht werden. Ein Bronzeguss des Reiterwappens und eine Erinnerungstafel zeugen bis heute von diesem eindrucksvollen und wichtigen geschichtlichen Ereignis in Leinstetten. Das Land Baden-Württemberg hatte damals die Bürgerinitiative ausgezeichnet.

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