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Dornhan Zuschauern Spiegel vorgehalten

Von
Beim Plätzchenbacken mit Oma Fotos: Vögele Foto: Schwarzwälder Bote

Bewegte Zuschauer in mehrfacher Hinsicht setzten der Theateraufführung der John-Bühler-Realschule die Krone auf. Episches Theater im Bilderbogenstil vermittelte in 16 Bildern, was Weihnachten heute bedeutet.

Dornhan. Dabei wechselten die Schauplätze. Die Szenen fanden nicht nur im passenden Rahmen "vor Ort" statt, das eingebundene Publikum wurde Teil des Geschehens.

Die Handlung beginnt mit einem Gottesdienst. Der "Pfarrer" liest die Weihnachtsgeschichte. Mit seinen Fragen "Was ist der Zauber von Weihnachten? Wie feiern wir heute? Was ist uns wichtig an diesem Tag?" können einige nichts mehr anfangen. Deutlich wird das in einem Rückblick, in dem eine Mutter Geschenke kauft, während das verwöhnte Söhnchen die Spielecke des Kaufhauses für sich behauptet.

Draußen vor der Halle versucht eine immer schwächer werdende Stimme an einem einsamen Markstand Armbänder, Ketten und Ohrringe aus Leder zu verkaufen. Ohne Erfolg, denn ein Fast-Food-Restaurant ist für eine Jugendliche stärker als der Unterstützungsgedanke, und die Besucher werden zu vorbeieilenden Passanten.

Der Christbaumkauf im Hof, zwar schmunzelnd verfolgt, verdeutlicht das Anspruchsdenken und die Unzufriedenheit. "Siehst du sie?" Die Zuschauer mit ihren "Markenklamotten und dicken Geldbeuteln" werden direkt angesprochen. Die beiden mittellosen Frauen jedoch scheinen zufrieden "Wir haben ja uns".

In der Halle sorgt das Online-Einkaufen für einen Konsumrausch, dem "Siri" nicht mehr gewachsen ist. Heiter und dennoch nachdenklich stimmen die Weihnachtsbäckerei mit Oma oder auch das Christbaumschmücken. Handy, Zeitung und Essen waren wichtiger. Zum Zauber von Weihnachten gehört auch der Wunschzettel. Ein Wunschzettelbaum trug nach und nach die Wünsche aller Besucher. Kälte nagt bitter. Das richtige Gefühl und den Einblick in ein Leben in menschlicher Kälte vermittelten die "Obdachlosen", vor ihrem Wunschbaum auf dem Boden im Schlafsack liegend. Aussagen von Obdachlosen, als Plakate auf dem Boden, schwach erhellt von Lichtern, bewegten die Herzen, erst recht deren Wünsche wie "Gerechtigkeit, Familie, Liebe oder Geld" als Plastikkugeln am Baum.

Von Weihnachten aus anderer Sicht erzählt ein zwölfjähriger muslimischer Junge. Die Weihnachtsbescherung im warmen Raum, verbunden mit Erzählungen, wie es früher war, leitete in herzerfrischender Weise über zum Festmahl. Eine übersatte Familie hängt auf ihren Stühlen vor einem Tisch mit Speisen im Überfluss, gelangweilt, keiner redet mit dem andern – ein Szenario, wie es sich die Schauspieler niemals wünschen, gemessen an ihren Aussagen zur Leitfrage "Was schätzen wir an diesem Fest?"

In beeindruckender Weise hatte die Theater-AG unter der Leitung von Katharina Haberbeck mutig ein gesellschaftskritisches Bilderbuch erstellt. In beeindruckend ansprechender Weise hielten die Schüler den Zuschauern einen Spiegel vor, der wach rüttelte und betroffen machte. Der lange Applaus belohnte eine intensive und fundierte Arbeit von fast einem Jahr.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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