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Dornhan Wachstum nicht um jeden Preis in Dornhan

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Rupert Bader kandidiert für das Bürgermeisteramt. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Alter hat Rupert Bader kein Problem. "Ich fühle mich nicht wie 64", sagt der Tierarzt, der sich für das Bürgermeisteramt in Dornhan bewirbt.

Dornhan. "Mir gefällt die Richtung nicht, in die sich die Stadt entwickelt", erklärt er. Er räumt zwar ein, dass es Sachzwänge gibt. Dennoch müsse nicht allles kritiklos übernommen werden, "was eine verfehlte Politik" vorgebe.

Wachstum um jeden Preis möchte er jedenfalls nicht. Zwar wehre er sich nicht gegen Baulanderweiterungen für Wohnen und Gewerbe, doch dürften solche Flächenausweisungen nicht isoliert betrachtet werden. Sonst könnte es sein, dass in der Innenstadt keine Kommunikation mehr stattfinde. Schon jetzt beobachte er, dass werktags in der Stadtmitte kaum noch jemand unterwegs sei. Wenn jeder auf die grüne Wiese zum Einkaufen gehe, leide der Einzelhandel. Dass am Stadtrand so viele Märkte angesiedelt wurden, hält er ohnehin für eine Fehlentwicklung. "Man hätte das behutsamer angehen sollen", meint Bader.

Den Abriss alter Bausubstanz sieht er ebenfalls kritisch. Wenn wieder gebaut werde, seien es "kubische Zweckbauten", die seiner Meinung nach den Charakter der Stadt nicht gerade zum Vorteil verändern.

Sollte er ins Bürgermeisteramt gewählt werden, würde er versuchen, den "Fremdenverkehr aus dem Dornröschenschlaf" zu wecken. Der Tourismus sei im Kommen: "Daher wäre es gut, diese Einkommensquelle wieder zu beleben." Von Nöten wäre dafür jedoch ein intaktes Stadtbild und eine intakte Landschaft.

Bader kam vor mehr als 30 Jahren nach Dornhan. Damals habe er noch Rebhühner und Kiebitze beobachten können. Sie seien heute verschwunden. Dafür macht er nicht zuletzt die Flurbereinigung verantwortlich, durch die die Landschaft "ausgeräumt" worden und dadurch die Heckenlandschaft mit ihrer Artenvielfalt verschwunden sei.

Die Landwirte seien die Opfer einer Politik von oben. Andererseits glaubt er, dass sich auch die Stadt vor den Karren spannen lässt. Er spielt damit auf die Biogasanlage an, mit der den Bürgern etwas vorgegaukelt werde. Futter und Nahrungsmittel würden zuerst umweltschädlich produziert, um die Produkte dann in Energie umzuwandeln. "Das wird dann als ökologisch sinnvoll verkauft", ärgert er sich. Monokulturen verschandelten zudem die Landschaft.

Auch in sozialer Hinsicht möchte Bader neue Akzente setzen. Die Politik wolle er familienfreundlicher machen und die Kindergartenbeiträge gegen Null reduzieren. Die Fahrten des Bürgerbusses würde er gern bis in die Abendstunden ausweiten, damit ältere Menschen dann noch Veranstaltungen besuchen könnten. Sie wären durchaus bereit, einen kleinen Obolus dafür zu bezahlen, ist er überzeugt.

Rupert Bader ist in Kempten im Allgäu geboren. Tiermedizin studierte er in München, in Wien promovierte er. Eine Ausbildung zum Fachtierarzt für Pferde folgte. 1984 kam er nach Dornhan. Nach einer Zwischenstation in Köln kehrte er nach Dornhan zurück, um hier 1993 in der Pfarrgasse eine Tierarztpraxis zu eröffnen. Bader ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

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