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Dornhan Stadt will bei Online-Marktplatz einsteigen

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Lokale Anbieter sollen bequem an einem digitalen Ort zu finden sein. Foto: © Mymemo – stock.adobe.com

Dornhan - Ein starker Stamm – um lokale Händler im Konkurrenzkampf mit großen Onlinewarenhäusern zu stärken, soll ein sogenannter Lokaler Online-Marktplatz entstehen. Auch die Stadt Dornhan soll einsteigen.

"So ganz vorstellen kann ich mir das noch nicht", gibt so mancher Stadtrat am Montag in der Gemeinderatssitzung zu. Dabei ist der Zweck des Online-Marktplatzes zunächst simpel: Lokale Anbieter sollen im Internet sichtbar gemacht werden und nicht in der Flut von Angeboten verschwinden. Bei der Frage des Wie wird es komplizierter.

"Die Suche im Internet muss man sich wie einen Baum vorstellen. Wenn der Einzelhändler sein Angebot online stellt, dann ist das wie ein dünner Ast", erklärt Hans- Jörg Rapp, der sich als "creative technologist" bezeichnet, dem Gemeinderat. Er ist Geschäftsführer der Werbeagentur "4R form & funktion" und hat im Auftrag der Stadt Oberndorf die Bewerbungsunterlagen für den Ideenwettbewerb "Lokaler Online-Marktplatz" ausgearbeitet.

"Warenkorb" erweitern

Der Handels- und Gewerbeverein und die Stadt wurden mit sechs anderen Kommunen zum Gewinner und damit zur Modellgemeinde gekürt. Daher erhalten sie vom Ministerium für Ländlichen Raum 200 000 Euro Förderung zur Umsetzung ihrer Idee.

Und diese soll eben, um zum Baummotiv zurückzukommen, aus vielen Ästen einen starken Stamm, den digitalen Marktplatz, machen, der bei der Google-Suche, die sich unter anderem an den Standortdaten des Nutzers orientiert, oben gelistet wird.

Ausgangspunkt der Überlegung ist das Phänomen, dass der Onlinehandel dem lokalen Einzelhändler zunehmend das Wasser abgräbt. Der Breitbandausbau sorge dafür, dass Online-Bestellungen für den Kunden immer einfacher werden und weniger Zeit beanspruchen. Doch die Händler vor Ort hätten immer noch einen Vorteil, so Rapp: "Nur wir wissen, wer hier wirklich einkauft. Wir können Kundenwünsche besser abbilden, egal, wieviele Daten die Onlinehändler abrufen".

Auf dem geplanten Online-Marktplatz sollen um die 60 Onlineshops lokaler Anbieter, darunter Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister, aber auch Restaurants und Arztpraxen mit Online-Reservierung beziehungsweise -Terminvereinbarung Platz finden –­ jedoch nicht in angestaubter Branchenbuch-Manier. Aktionen, Produkte, Informationen und Events sollen maximal automatisiert und sichtbar gemacht werden. "Aktuell sind 99 Prozent der lokal gehandelten Produkte, Dienstleistungen und Services in unserer Raumschaft nicht oder nicht korrekt abgebildet und somit auch nicht auffindbar", weiß Rapp.

Um den "Warenkorb" zu erweitern und die Zahl der potenziellen Kunden zu vergrößern, will Oberndorf weitere Akteure ins Boot holen. "Wir haben eine feste Zusage von Fluorn-Winzeln. Epfendorf ist zu 50 Prozent dabei, Vöhringen hat eine Absichtserklärung abgegeben, und mit Sulz sind wir in Gesprächen", gibt Rapp einen Überblick. "Wir wollen eine Art digitale Hanse gründen."

Bürgermeister-Stellvertreter Alois Schanz will eine Variante durchspielen. Rapp tut ihm den Gefallen. Bei einem Schuhkauf habe der Kunde die Option, den Schuh zu bestellen und im Laden abholen oder ihn durch eine Kooperation mit selbstständigen Kurierfahrern sogar am selben Tag geliefert zu bekommen.

Aber wie stellt der Händler seine lokalen Produkte online, will Ralf Pfeifle wissen. Eines sei klar: Die Verfügbarkeit der Waren müsse in Echtzeit abgebildet werden, erklärt Rapp. Der Online-Marktplatz könne die Warenwirtschaft des Händlers anzapfen. Durch automatische Synchronisation wisse der Kunde jederzeit, was verfügbar sei. Ohne eine monatliche Gebühr für den Händler beim digitalen Marktplatz komme man dabei natürlich nicht aus, meint Rapp.

Entwicklung nutzen

Dass es eine große Umstellung wird, bestreitet er ebenfalls nicht. "Eines Tages wird es sowieso nicht mehr anders gehen", spricht sich Volker Miller für das Projekt aus. Bürgermeister Markus Huber schlägt in dieselbe Kerbe: "Gegen den Mainstream kann man nichts machen. Wir sollten die Entwicklung lieber nutzen". Der Eigenanteil der Stadt Oberndorf am Projekt, das bis 2020 laufen soll, beträgt rund 50 000 Euro (3,54 Euro pro Einwohner). Dieser Schlüssel wird auch auf die anderen Akteure angewandt. Somit würden die Kosten für Dornhan rund 21 400 Euro betragen. Auch wenn das Thema noch etwas abstrakt ist, gibt es ein klares Votum der Dornhaner: Ein Einstieg kann nur von Vorteil sein. Sofern die Dornhaner IHG mit einem Anteil von 25 Prozent der Kosten (etwa 5300 Euro) mit im Boot ist, soll die Stadt mit einsteigen, meinen die Räte.

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