Erstmalig wurde der Dornhaner Osterweg von verschiedenen Kirchen ins Leben gerufen. Pfarrer Hansjörg Landenberger erkundet vorab die einzelnen Stationen. Foto: Stöhr Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: 14 detailreiche Stationen in vier Wochen geplant und aufgebaut / Besucher können selbst aktiv werden

Dornhan (js). Der Dornhaner Osterweg ist eine ökumenische Aktion mehrerer Kirchen. Auf insgesamt viereinhalb Kilometern kann die Passions- und Ostergeschichte an 14 detailreichen Stationen erkundet werden. Start- und Endpunkt des Rundwegs ist vor beziehungsweise hinter der evangelischen Kirche in Dornhan. Von dort ist der Weg ausgeschildert und kann auch mit einem "Laufzettel" nachverfolgt werden.

Dornhans evangelischer Pfarrer Hansjörg Landenberger hat sich am Tag des Aufbaus Zeit genommen, die komplette Strecke zusammen mit uns zu begehen. Dabei wird deutlich, wie viel Arbeit in den Osterweg gesteckt wurde. Zudem sei das Projekt relativ kurzfristig entstanden. Gerade mal vier Wochen Zeit hätten die Beteiligten gehabt, um die insgesamt vierzehn Stationen zu planen und aufzubauen, staunt Landenberger über den großen Einsatz der freiwilligen Helfer. Einer von ihnen, Daniel Dölker, pflichtet Landenberger bei: "Da steckt viel Liebe und Mühe drin."

Wer sich auf den Osterweg begibt, kann eintauchen in die Geschichte der Evangelien. Chronologisch aufgebaut und mit den entsprechenden Bibelstellen versehen, behandeln die Stationen die Fußwaschung Jesu, den Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl, den Verrat durch Judas und die Gefangennahme Jesu bis hin zu seiner Kreuzigung und Auferstehung.

An manchem Stationen dürfen die Besucher selbst aktiv werden. Etwa wenn es um die Frage geht "Was wählst du?" Ist es Reichtum und Macht oder eher zwischenmenschliche Werte und das Sorgen um die Schöpfung? Auch ein Lösungswort gilt es zu finden, für das man die Puzzleteile in Form von Buchstaben auf den Tafeln finden muss, erklärt Landenberger bei der Begehung.

Manche Stationen fordern den Betrachter heraus, sich selbst zu hinterfragen. "Was nimmt dich gefangen?", steht auf einer Holzplatte auf dem Boden, die von Stelen umgeben ist. Auf diesen stehen Worte wie Streit, Erwartungen, Corona oder Erfolg. Die weise Säule in der Mitte symbolisiert Jesus, sagt Landenberger.

An einer weiteren Station finden sich zwei massive Holzkreuze, ein größeres und ein kleineres. Der Pfarrer nimmt das schwere Holzkreuz auf seine Schulter und kann sich in dem Moment vorstellen, welche Last Jesus damals tragen musste. Die auch landschaftlich reizvolle Strecke führt über die Bühlerhöhe auf einen Feldweg am Waldrand entlang, kreuzt die Straße Richtung Betzweiler, wo man von weitem schon drei große Kreuze erkennen kann. Danach geht es wieder in Richtung Innenstadt, vorbei an der katholischen Kirche, die eine weitere Station beherbergt.

Ein Highlight findet sich dann im Alten Friedhof neben dem Mehrgenerationenplatz. Dort ist die Auferstehungsszene und das leere Grab zu sehen. Am Ostermontag findet hier ab 9.30 Uhr ein Gottesdienst statt.

Dann geht es wieder zurück zur Stadtkirche, wo ein mit Blumen geschmücktes Kreuz wartet. Im Hintergrund sind große Schmetterlinge zu sehen. Beides, die Blumen und die einstigen Raupen, seien Symbole für das Leben und die Auferstehung, erklärt Landenberger. Er hofft, dass der Osterweg gut angenommen wird. Mitgetragen wird das Projekt von zahlreichen Sachspendern und finanziellen Unterstützern.

Wichtig ist dem Pfarrer auch, dass das Angebot coronakonform ist und von Jung und Alt wahrgenommen werden kann. Der ökumenische Osterweg ist barrierefrei zugänglich und kann bis zum 11. April begangen werden.

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