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Dornhan Neuorientierung in der Corona-Zeit

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Rose Birk nutzt die Corona-Krise, um sich neu zu orientieren.Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Der zweite Lockdown hat Rose Birk nicht überrascht: "Es hat sich abgezeichnet", sagt sie. Die Inhaberin des Reisebüros "Rose’s Extratouren" in Leinstetten hat sich daher mit der Bewerbung ihrer Herbst- und Winterreisen zurückgehalten.

D ornhan-Leinstetten. Wie für  alle Reisebüros, ist es auch für die Leinstetter Unternehmerin ein Jahr, das an die Substanz geht. Von den Rücklagen sei fast nichts mehr da. Sie vergleicht die Situation mit einem schweren Unwetter: Sie hat  für die diesjährige Reisesaison, die im Frühjahr begann, Vorleistungen bringen müssen. Kataloge mussten herausgebracht, Werbung gemacht werden, und dann kam der Hagel, der alles zerschlug. Es war fast nichts mehr zu ernten. Im Gegenteil: Rose Birk ist auf hohen Kosten sitzen geblieben.

Die geplanten Reisen im Herbst hat sie gestrichen. Dabei gehört der Oktober eigentlich zu den umsatzstärksten Monaten. Einige Stammkunden konnten immerhin bewegt werden, aufs nächste Jahr umzubuchen. Jetzt droht auch Weihnachten und Silvester fürs Geschäft verloren zu gehen, befürchtet Rose Birk. Die Fahrten zu Weihnachtsmärkten hat sie schon gestrichen. Eine gewisse Hoffnung setzt sie noch auf Silvester. "Die Leute wollen feiern", weiß sie. Wenn 40 bis 50 Leute zusammenkommen, würde sie gerne fahren. Langfristig planen geht im Moment aber nicht: "Wir müssen von Monat zu Monat entscheiden", erklärt sie.

Normalerweise veranstaltet sie jährlich 40 bis 50 eigene Busreisen, arbeitet aber auch noch für ein anderes Reise- und Busunternehmen zu. In diesem Jahr sind  gerade mal drei Fahrten zustande gekommen. Noch halten sie andere Einnahmen finanziell über Wasser. Vom Geschäft, meint sie, könne sie momentan nicht leben.

Trübsal zu blasen, ist aber nicht ihre Art. Die Krise nutzt sie, um zu überlegen, wie es 2021 und danach weitergehen soll. Sie habe sich dazu entschlossen, den Standort in Leinstetten aufzugeben und nach Sulz zu verlagern, verrät sie. Sie hat vor, dort eine Immobilie zu erwerben und dann im Home-Office weiterarbeiten zu können. Ganz aufzugeben, kommt für sie nicht in Frage: "Ich habe so viele Stammkunden." Ein bisschen kleiner werde das Reisebüro aber werden.

Eigene Busse hat das Leinstetter Reiseunternehmen schon seit zwölf Jahren nicht mehr. Zum Glück, wie Rose Birk sagt. Die Busunternehmer habe die Corona-Krise ebenfalls schwer getroffen. Bei stehenden Fahrzeugen hätten sie einen hohen Wertverlust. Rose Birk befürchtet, dass das Reisegeschäft im kommenden Jahr vor Mai/Juni nicht wieder an Fahrt aufnimmt.

Ihren Plan, die ehemalige Bushalle in einen Bauernmarkt mit Tagesgastronomie und Bäckerei, Café und Bistro umzustrukturieren, hat sie zwar noch nicht ganz aufgegeben, aber zurückgestellt. Voraussetzung dafür wäre ohnehin, dass der in den 1960er- Jahren florierende Tourismus in Leinstetten wiederbelebt wird. Sie ist überzeugt: Damit wäre es möglich, an früher wirtschaftlich gute Jahre anzuknüpfen. Was Glatt für Sulz sei, könnte Leinstetten für Dornhan sein. "Landschaftlich schön gelegen mit zahlreichen Wasserläufen, Brunnen und Kulturdenkmälern hat der Ort ein riesiges Potenzial. Derzeit fehlt aber das Bewusstsein dafür und die Bereitschaft, hier zu investieren", bedauert sie. Bis Ende nächsten Jahres ist jedenfalls für das Reise-Unternehmen in Leinstetten Schluss. Danach will sie in Sulz voraussichtlich Anfang 2022 noch einmal durchstarten.

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