Foto: NABU/dpa Foto: Schwarzwälder Bote

Umfangreiche Ausgleichsflächen müssen bereitgestellt werden

Zugunsten der Entwicklung weiterer Gewerbeflächen fasste der Gemeinderat zwölf Jahre nach der vierten Änderung und Erweiterung einstimmig den Abwägungs- und Sat-zungsbeschluss zum Bebauungsplan "Gewerbegebiet Süd, 5. Änderung, 5. Erweiterung" mit einer Fläche von 4,1 Hektar.

Dornhan. Zuvor unterzeichnete Bürgermeister Markus Huber den öffentlich-rechtlichen Vertrag in Sachen Ausgleichsmaßnahmen und Artenschutz. Die Bauarbeiten der Firma Kaufmann für das "Schwarzwälder Natursteinzentrum" südlich der Röntgenstraße unweit des Kreisverkehrs an der L 412 Richtung Marschalkenzimmern wurden bereits begonnen. Die zukunftsorientierte Umsiedlung ist noch für 2021 geplant und war einer der Gründe für die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen, die im Flächennutzungsplan dargestellt sind.

Zwar habe man den Bebauungsplan bereits 2019 auf den Weg gebracht, doch die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen hätten zuletzt noch für eine halbjährige Verzögerung gesorgt, erläuterte Bürgermeister Markus Huber. Im März 2020 hatte das Gremium die Stellungnahmen abgewogen und die Beteiligung der Öffentlichkeit herbeigeführt.

Seither fanden weitere Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde statt. Ohne Wortmeldungen stimmten die Stadträte den Verwaltungsvorschlägen zu den Stellungnahmen zu.

Zuvor hatte André Leopold vom Rottweiler Ingenieur- und Planungsbüro die umfangreichen Sitzungsunterlagen, wonach das planexterne Ausgleichsdefizit bei 310 000 Ökopunkten liegt, in Auszügen nochmals dargestellt.

Umfangreiche Ausgleichsflächen mussten bereitgestellt werden, die außer im Plange-biet auch extern festzulegen waren. Unter anderem habe man auf den Umbau von Strukturflächen in Waldgebieten zurückgegriffen, um die landwirtschaftlichen Flächen nicht zusätzlich zu belasten. Auch Pflanzfestsetzungen im Plangebiet seien im Bebauungsplan enthalten.

Je ein Brutpaar der geschützten Vogelarten Feldlerche und Neuntöter wurden im Plangebiet gefunden. Das potenziell mögliche Vorkommen der Zauneidechse und der Dicken Trespe, einem an Getreideäckern und Wiesen nur noch selten vorkommenden, schutzwürdigen Ackerwildkraut, bestätigte sich bei mehreren Begehungen nicht.

Etwa 200 Meter vom Plangebiet entfernt existiert eine Biogasanlage. Da bei Gewerbegebieten aber deutlich geringere Schutzinteressen gelten als bei Wohngebieten, sei nicht mit Konflikten aufgrund von Immissionen zu rechnen, so Huber und Leopold. Sollte die Biogasanlage jedoch erweitert werden, müsse das Thema in Verbindung mit dem dortigen Bebauungsplan neu geprüft werden.

Besondere Sensibilität erfordert das 430 Meter entfernt gelegene Wasserschutzgebiet "Kleiner Heuberg, Oberndorf, Epfendorf". Bei dieser Prüfung sehe man das Landratsamt in der Pflicht. Keine Bedenken äußerte die Forstbehörde in Bezug auf die Waldstrukturen im Westen. Eine Gehwegbreite von zwei Metern schloss die Verwaltung aus. Die vom Polizeipräsidium Tuttlingen genannte Mindestbreite von 1,50 Metern habe sich im bisherigen Gebiet bewährt. Da sich der aktuelle Bebauungsplan nicht von der letzten Offenlage unterscheidet, stand der formalen Zustimmung des Gemeinderates nichts mehr im Wege.

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