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Dornhan Mit dem Tieflader geht es auf Reisen

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Der Kran setzt das Tiny-Haus auf den Tieflader zum Abtransport.Foto: Kretschmann Foto: Schwarzwälder Bote

Der Produktionsstandort liegt zwar etwas versteckt hinter dem Sägewerk, ist für Torsten Weidenbach jedoch ideal. Er hat dort seine Holzbaufirma angesiedelt. Per Tieflader ging in der vergangenen Woche das erste hier produzierte Tiny-House auf Reisen.

Dornhan. Seit April ist Weidenbach in Dornhan, Anfang Mai startete er mit der Produktion des ersten Moduls. Nach sechswöchiger Bauzeit hat er die bezugsfertige Mobilie für eine Kundin in Westerheim auf der Schwäbischen Alb ausgeliefert. Das Tiny-House aus Dornhan steht jetzt auf einem Campingplatz. "Die Frau war überglücklich", erzählt Weidenbach. Ihr Mini-Haus ist neun Meter lang, drei Meter breit und 3,5 Meter hoch.

Auf kleinstem Raum zu wohnen, war zuerst in den USA nach der Finanzkrise 2008 aufgekommen. Das findet jetzt aber auch in Deutschland zunehmend Akzeptanz. "Die Nachfrage ist extrem steigend", stellt Weidenbach fest.

Der Geschäftsführer der Holzbaufirma ist gelernter Schreiner und Zimmerer. Torsten Weidenbach stammt aus der Goethe-Stadt Ilmenau in Thüringen. Nach der Wende kam er nach Baden-Württemberg und absolvierte an der Steinbeisschule Stuttgart die Meisterprüfung als Zimmerer. 1995 gründete er in der Nähe von Ilmenau seine eigene Firma.

Was zunächst eine Modeerscheinung war, entwickelte sich für ihn zu einer Geschäftsidee. Er entschied sich für eine Modulbauweise. Das hat den Vorteil, dass sein Tiny-Haus modular vergrößert und wieder verkleinert werden kann – je nach Bedarf. Als Baumaterial verwendet er Holz, das chemisch nicht bearbeitet wird. Alles öko: Darauf legt Weidenbach großen Wert.

Baugrundstücke sind in den Städten knapp geworden. Solche Module, wie sie Weidenbach herstellt, passen in kleine Baulücken oder auf ein Parkdeck und können, falls die Fläche anderweitig benötigt wird, schnell wieder abgebaut werden. Auch erfordert es heute oftmals der Job, den Wohnort zu wechseln. Dann wird das Häuschen einfach mitgenommen.

Weidenbach hat momentan fünf Mitarbeiter, davon zwei Zimmerer. Die Tiny-Häuser werden schlüsselfertig auf dem Firmengrundstück entsprechend den Bauvorschriften produziert. Bei Elektro- und Flaschnerarbeiten kooperiert Weidenbach mit Partnerfirmen. "Das sind richtige Häuser, nur eben klein", betont er. Die Baukörper sind so konzipiert, dass sie mit einem Lastwagen transportiert werden können.

In diesem Jahr, schätzt der Geschäftsführer, werden es sechs Module sein. Die Produktion würde er gern ausweiten. Platz hat er auf dem angemieteten Sägewerksgelände genug, um zu expandieren. Es sei aber schwierig, weitere Mitarbeiter zu finden.

Möglicherweise profitiert er von der Corona-Pandemie. In der Industrie, würden jetzt wohl mehr Handwerker freigestellt, glaubt er. Die Krise könnte andererseits zu einem Umdenken führen, dass nicht mehr das größte Auto oder Einfamilienhaus erstrebenswert ist. Weidenbach: "Es kann sein, dass wir das richtige Produkt zur richtigen Zeit anbieten."

Der Thüringer ist nach Dornhan gekommen, um kleine Häuser zu bauen. Dann sah er aber, dass es die schon gab. Und war begeistert: Gegenüber dem Sägewerk stehen zwei schmucke Tiny-Häuser. Der Vater von Kurt Rath habe sie Anfang der 1950er-Jahre im Schwarzwald-Stil erbaut. In einem davon wohnt er zur Zeit.

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