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Dornhan Lage am Wasser ist Fluch und Segen

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Der Ortschaftsrat packt mit an (von links): Patrick Bloch, Arnulf Bronner, Michael Legler, Peter Saile, Bildhauer Martin Weigand und Michael Günthner. Foto: Gukelberger Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben die Ortschaftsräte in Leinstetten eine Hochwasserstele aus Sandstein aufgestellt, die an vergangene Überflutungen wie das Jahrhunderthochwasser von 1990 erinnert.

Dornhan-Leinstetten. Da Leinstetten am Heimbach und an der Glatt liegt und der Heimbach dort in die Glatt mündet, gab es in der Vergangenheit mehrere Hochwasser, zuletzt 1990, die große Schäden angerichtet haben.

Um diese nicht zu vergessen und im Gedächtnis der Bevölkerung zu bewahren, hat der Ortschaftsrat vor einiger Zeit angedacht, einen Sandsteinstele zu errichten. Dank des Orts-Budgets konnte ein Buntsandsteinblock erworben werden, den Martin Weigand, Künstler und Bildhauer aus Fürnsal, bearbeitete und mit Ornamenten verschönerte.

Bei sengender Hitze setzten die Ortschaftsräte zusammen mit Ortsvorsteher Peter Saile und dem Bildhauer Weigand den Buntsandsteinblock neben die Flößertafel. Es war nicht einfach, diesen schweren Block gerade und fest verankert in das Erdreich zu bringen.

Bis der Untergrund sich verfestigt hat und das Umfeld gestaltet werden kann, dauert es noch eine Weile. An der Stele werden im Zuge der Restarbeiten noch Gussschilder mit Pegelständen der dokumentierten Hochwasser angebracht. Damit soll der Bevölkerung und den Passanten auf dem Wöhrd sichtbar gemacht werden, welches Ausmaß die Überflutungen im Ort hatten.

Schon in frühester Zeit spielte Wasser in Leinstetten eine große Rolle. Wasser war Dank vieler Brunnen schon immer genug vorhanden. Laut einer Beschreibung des Oberamts Sulz aus dem Jahr 1863 gab es damals zwölf Brunnen zur Versorgung der Bevölkerung und des Viehs im Ort.

Ende des 14. Jahrhunderts ist urkundlich belegt, dass die Flößerei auf der Glatt und dem Heimbach ein wichtiger Broterwerb für die Bevölkerung von Leinstetten war. Das Stammholz aus dem Gebiet der Glatt wurde über den Neckar sogar bis nach Mannheim transportiert. Schon 1527 hatten die Herren von Bubenhofen eine Floßordnung für die Glatt zur Regulierung der Flößerei mit einem Floßzoll geregelt.

Im Gebiet der Glatt, des Heimbachs sowie der Lauter wuchsen stattliche Wälder, die einst Klöstern gehörten und später Eigentum der Herzöge von Württemberg waren. Vereinzelt waren auch reiche Bauern im Besitz von Wäldern.

Über sogenannte Riesen, (das Gewann Riesen in Leinstetten erinnert daran), Hohlgassen und Rinnen wurde das Stammholz an zentrale Einbindestellen gebracht. Einbindeplätze waren vor Leinstetten an der Einmündung des Wühlbachs zum Heimbach und in Leinstetten auf dem Wöhrd.

Die Flöße aus der Glatt wurden in Neckarhausen zu größeren Flößen zusammen gebunden. Das Höchstmaß der meisten Flöße ab Neckarhausen waren 1200 Schuh, nach heutigem Maß wäre dies eine Länge von 323 bis 343 Metern. In der Regel war ein Floß mit sechs bis acht Mann besetzt. Verantwortlich für das Floß sowie das Steuern, die Abgaben und den Wegezoll war der Oberflößer. Er war ebenso für die gesamte Abrechnung verantwortlich. 92 Flößer auf der Glatt stammten aus Leinstetten. Eine Tafel auf dem Wöhrd erinnert an diese Zeit.

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