Beim Abwasserverband Unteres Glatttal stehen in den kommenden Jahren hohe Investitionen an. Die Kläranlage muss erweitert werden. Zuvor wird das Regenüberlaufbecken in Betra ertüchtigt.
Die Verbandsmitglieder aus Dornhan, Sulz, Horb und Loßburg beschlossen im Bürgersaal in Dornhan den Hauhaltsplan 2026.
Für Betra und Neckarhausen ist eine Neukonzeption der Abwasserentsorgung geplant. Das 40 Jahre alte Betriebsgebäude gleicht eher einem Gartenhäuschen, die Technik ist veraltet und störanfällig. Auch sind Ersatzteile kaum mehr verfügbar. Auf dem bestehenden Schacht solle ein neuer gebaut werden, erklärte Martin Schaible vom Ingenieurbüro Dreher und Stetter.
Das ist geplant Gebaut wird außerdem ein Nachschacht, von dem das Abwasser in den Kanal Richtung Neckar fließt. Einschließlich der neuen Prozess- und Elektrotechnik kommt das Bauvorhaben auf knapp 563 000 Euro. Der Abwasserzweckverband kann dabei mit einem Zuschuss rechnen. Baubeginn werde im Frühjahr 2026 sein, so Schaible.
In einem zweiten Schritt muss das Pumpwerk in Neckarhausen erneuert werden. Von dort wird das Abwasser unter dem Neckar hindurch zur Kläranlage in Glatt geleitet. Ob es für dieses Projekt mit Kosten von mehr als 300 000 Euro ebenfalls einen Zuschuss gibt, ist fraglich.
Ein Förderantrag soll daher nur bei Aussicht auf Erfolg gestellt werden, sagte der Verbandsvorsitzende, Bürgermeister Markus Huber. Das Gremium beschloss einstimmig, die Arbeiten für das Regenüberlaufbecken auszuschreiben, und ermächtigte die Verbandsverwaltung, diese dann auch zu vergeben.
Zwei-Millionen-Auftrag Die Planungsleistungen für die Sanierung und Erweiterung der Verbandskläranlage Glatt wurden europaweit ausgeschrieben. Den Auftrag in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro erhielt das Büro Klinger und Partner aus Stuttgart. Aufgeteilt werden diese Kosten wie folgt: Auf Dornhan entfallen 907 000 Euro, auf Sulz 391 000 Euro, auf Horb 332 000 Euro und auf Loßburg 457 000 Euro.
Mit ein Grund für die Erweiterung ist, dass die Kläranlage Wälde angeschlossen wird. Damit erhöhen sich die Kapazitäten der Kläranlage Glatt von 11 500 auf 17 500 Einwohnergleichwerte (ein Referenzwert). Außerdem muss die Elektrotechnik des Klärwerks ausgetauscht werden. Für die Gesamtmaßnahme stehen Kosten von rund 18,5 Millionen Euro im Raum.
Der Zeitplan Ziel sei, bis Anfang Oktober 2026 einen Förderantrag für das Großprojekt zu stellen. Bereits im kommenden Frühjahr soll schon der Entwurf zum Wasserschutzantrag im Landratsamt vorliegen.
Huber geht davon aus, dass frühestens 2027 mit den Arbeiten an der Kläranlage begonnen werden kann. Ende der Baumaßnahme wäre 2031/32.
Im vergangenen Jahr arbeitete die Kläranlage in Glatt weitgehend störungsfrei, das galt auch für die Klärschlammentsorgung, berichtete Betriebsleiter Matthias Sattelberger. Alle Grenzwerte seien eingehalten worden, so dass es keine Beanstandungen gegeben habe. Durch das Blockheizkraftwerk konnten Heizöl und Strom gespart werden.
Der Haushaltsplan Den Haushaltsplan 2026 hat die Versammlung einstimmig verabschiedet. Im Ergebnishaushalt sind Einnahmen und Ausgaben von jeweils 500 000 Euro geplant. Für Investitionen (Regenüberlaufbecken in Betra und erste Planungsleistungen für die Erweiterung der Kläranlage) ist ein Betrag von einer Million Euro vorgesehen. Die Verpflichtungsermächtigungen wurden mit 860 000 Euro festgesetzt.
Um bei dem Großvorhaben flexibler zu sein, wurde ein Verwaltungsrat gewählt. Mitglieder sind der Verbandsvorsitzende Markus Huber, sein Stellvertreter Jens Keucher aus Sulz, aus Dornhan Christian Rebholz (Stellvertreter Michael Legler), aus Sulz Daniel Bonanno (Stellvertreter Thomas Mutschler), aus Horb Bürgermeister Ralph Zimmermann (Stellvertreter Robert Hellstern) und aus Loßburg Bürgermeister Christoph Enderle (Stellvertreter Kämmerer Alexander Hoffarth).