Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Dornhan Flut kam wie ein Tsunami daher

Von
Mit einer Jahrhundertflut haben die Menschen in Niger zu kämpfen.Fotos: © HIS Niger Foto: Schwarzwälder Bote

Dornhan. Niger in Westafrika, eines der ärmsten Länder der Erde, ist zu allem Elend hin nun durch anhaltenden Starkregen von einem Jahrhunderthochwasser betroffen. Die traurige Bilanz: 60 Tote bisher, die Dunkelziffer ist hoch. Ganze Dörfer gibt es nicht mehr, über 350 000 Menschen sind auf der Flucht und müssen umgesiedelt werden. Die Hungersnot ist groß, medizinische Hilfe dringend erforderlich.

Entlang des Flusses Niger und der Nebenflüsse wurden Siedlungen mit Hütten und Felder überflutet. Dort hatten sich Viehzüchter und Landwirte niedergelassen. In Massen wurden Rinder und Ziegen von den Fluten mitgerissen. Die Existenzgrundlagen der verzweifelten Menschen und die komplette Infrastruktur sind vernichtet. Renate und Yacouba Seydou von der Hilfsorganisation HIS Niger sind erschüttert. Ihre Hilfe setzte umgehend ein, doch "wir wissen nicht, in welche Richtung wir zuerst schauen sollen", sagt Renate Seydou.

Immer wieder erreichen Christa Heinzelmann, die Projektleiterin des Dornhaner Hilfswerks Helfende Hände, Anrufe ihrer Schwester mit neuen Schreckensnachrichten. Selbst in Wüstenbereichen läuft das Wasser nicht ab. Straßen sind blockiert und unpassierbar. Dadurch ist Hilfeleistung erschwert. Es ist zwar Regenzeit, doch so heftig und wochenlang regnete es nie. Ob der Klimawandel einen Einfluss hat?

Die Flut kam überraschend. Wie ein Tsunami wälzten sich die Wassermassen durch die Flussgebiete. Dämme, die in den vergangenen Jahren mit Millionen von Zuschussgeldern errichtet wurden, brachen, der Niger ist auf eine Höhe von sieben Metern angestiegen. Besonders im Norden des Landes ist die Situation unübersichtlich. Ein Horrorszenario, unbeachtet von der internationalen Presse, das sich durch die Malariasaison noch ausweiten wird.

Die sanitären Zustände sind katastrophal. In den Gewässern treiben Unrat und Kadaver. Seuchen wie Cholera sind die nächste Gefahr. Hilfe von Internationalen Organisationen ist bisher an einer Hand abzuzählen. Es wird versucht, Lebensmittel und medizinische Hilfe in die betroffenen Regionen zu bringen. Ein Tropfen auf einen heißen Stein.

Einrichtungen von HIS Niger sind ebenso betroffen. Zwar blieben Teile der Hauptstadt Niamey und der Sitz von HIS Niger verschont. Doch im nahen Kollo, wo sich die HIS-Klinik befindet, sind deren Felder überschwemmt. Die Natur wirft alle Bemühungen der letzten Jahre gnadenlos zurück.

Das von Helfende Hände unterstützte Musterdorf Sarando, in dem die Einheimischen im Ackerbau unterrichtet werden, wurde vollständig überschwemmt. Ebenso betroffen ist ein Wüstenstamm der Woodabe, denen HIS Niger Hilfestellung zur Selbsthilfe gibt. Zudem entstand am LKW von HIS Niger in den Fluten einen Motorschaden. Für diese Reparatur kann Helfende Hände aufkommen.

"Doch die Überschwemmungskatastrophe in Niger benötigt dringend internationale Hilfe – unsere Hilfe, sowohl für die Menschen als auch für die Flutschäden", äußert die Hilfsorganisation.

Für Renate und Yacouba ist die Versorgung ihrer Region mit Nahrung, Medizin und Mosquitonetzen der erste Schritt. Christa Heinzelmann sieht daher nur in Geldspenden eine Chance, die größte Not der Menschen zu lindern. "Die Spenden werden von uns in voller Höhe an HIS überwiesen", betont sie.

Weitere Informationen: Telefon 07455/18 37, abends info@helfende-haende-ev. org Spendendaten: www.helfende-haende-ev.org

Fotostrecke
Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.