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Dornhan Fee Badenius: aufmüpfig und amüsant

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"Fee Badenius und Band" begeistern mit Musik, Poesie und aus dem Leben gegriffenen Geschichten.Foto: Vollmer Foto: Schwarzwälder Bote

KKF eröffnete den Dornhaner Kulturherbst mit "Fee Badenius und Band" in diesem Jahr nicht wie gewohnt im Farrenstall, sondern in der Mehrzweckhalle Weiden.

Dornhan. Den Vorstandsmitgliedern war es wichtig, ein klares Zeichen zu setzen, um Kulturschaffenden und -interessierten wieder eine Plattform bieten zu können. Für diesen Zweck sieht das ausgearbeitete Corona-Hygienekonzept größere Hallen als Rahmenbedingung vor.

Die locker bestuhlte Veranstaltung war eine völlig neue Erfahrung für die Besucher, weckte jedoch bei allen wieder herrliche Konzertgefühle. Dafür sorgte freilich die 34-jährige Fee Badenius aus dem Ruhrgebiet mit ihrem natürlichen Auftritt. Locker und entspannt kam die charmante Liedermacherin auf die Bühne und sang mit feiner Stimme "Für Dich würde ich fast alles machen". Lyrische Akkorde auf ihrer Gitarre unterstrichen diese Worte.

"Auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung. Wir haben ganz viel Kässpätzle gegessen", schwärmte sie anschließend. Die Location kommentierte sie wie folgt: "Ich wollte schon immer in großen Hallen auftreten, an eine Sporthalle habe ich dabei allerdings nicht gerade gedacht."

Dann kam die Band hinzu. Großartig und virtuos begleiteten Jochen Reichert, (Kontrabass), Stefan Ebert (E-Gitarre und Piano) sowie der Schlagzeuger und Percussionist Christoph Helm die junge Musikkabarettistin. Klänge von Pop und Jazz verstärkten sehr stimmig den textlichen Inhalt der Lieder.

Die Trägerin zahlreicher Kleinkunstpreise faszinierte das Publikum mit auffallend ehrlicher Präsenz. Bunt, aufmüpfig, amüsant sind ihre Erzählungen, die zum Nachdenken, zum Schmunzeln und gar zum Lachen auffordern. Ausgangspunkt und Inspirationsquelle für ihre Geschichten ist neben ihrer eigenen Befindlichkeit der einfache menschliche Alltag.

Fast analytisch und dennoch mit innigen Gefühlen erzählt sie von ihren Beobachtungen oder von sich selbst – und dies mit reichlich Selbstironie. Heiter und gelassen begegnet sie den menschlichen Schwächen, sieht im Vollkommenen das Unvollkommene, hinter dem Erhabenen das Unzulängliche. Zudem weiß sie von der Intensität und dem Glück des Augenblicks, von Liebe und Sehnsucht zu erzählen. Ihre Poesie erzeugt wohlige Gänsehaut, und so mancher Zuhörer erkennt sich in vielen Bildern der scherzhaften Anekdoten wieder.

Corona erwähnt Fee Badenius des Öfteren. Das Publikum sei noch sehr zurückhaltend und verunsichert. "Morgen hab’ ich Zeit" sang Stefan Ebert und brachte die Halle zum Rocken. In "Fleischeslust" beschrieb Fee den Drang nach einem saftigen Schnitzel, zumindest, wenn das Ferkel vorher eine schöne Kindheit gehabt hätte. Doch leider ginge diese Lust auf die Hüfte. Darauf folgte "Körperformen" über den makellosen Körper durch Work-outs und Proteinshakes. Ihr Fazit aus dem Schlankheitswahn: "Der perfekte geometrische Körper ist die Kugel."

Bravo-Rufe gab es für "Du bist mein Zuhause" und "Minimalismus". "Dinos schlagen alles", ein Lied, das sie auf Wunsch eines fünfjährigen Jungen schrieb, gefiel in Weiden auch den Erwachsenen. "Superheldenteam" markierte den Abschluss. Begeisterter Applaus und stehende Ovationen für einen Abend intensiver Momente. Eine Portion Applaus ging auch an die umsichtigen Veranstalter, die die Auflagen sehr gut umgesetzt haben.

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