Die Gedenkfeier für Graf Albrecht II musste wegen der Corona-Krise ausfallen. Ihm ist in den Kreuzwiesen ein Denkmal errichtet worden. Die Feier musste diesmal ausfallen.Archiv-Foto: Gukelberger Foto: Schwarzwälder Bote

Heimatgeschichte: Der Minnesänger und Ritter fiel am 17. April 1298 bei der Schlacht in Leinstetten

Zum Gedenken an die Schlacht und den Tod des Minnesängers Graf Albrecht II. von Hohenberg – Haigerloch vor 822 Jahren haben in den vergangenen Jahren immer am 17. April Bernhard Bronner (gestorben im April 2018) und Erwin Haibt die Fahne am Denkmal in den Kreuzwiesen in Leinstetten gehisst.

Dornhan-Leinstetten. Nahe der Burgruine Lichtenfels hat die Leinstetter Bürgerinitiative am historischen Ort 1989 ein Denkmalensemble errichtet. Ein schöner Zugangsweg geht von der Landesstraße 409 über eine Brücke am Sportplatz vorbei zu diesem Platz.

Heute erinnern vor allem Haigerloch, das zu seiner Grafschaft gehörte und ein Sitz der Hohenberger war, sowie das Dominikanerinnenkloster auf dem Kirchberg an Graf Albrecht II, dessen Schlacht und Minnegesang in der Großen Heidelberger Liederhandschrift verewigt ist. Zusammen mit seinem Vater und seiner ersten Frau ist er im Kloster Kirchberg beerdigt, und die Stadt Rottenburg ist für das dortige ewige Licht zuständig.

Den Brauch, die Fahne zu hissen, führen Fritz Peter, der sich intensiv mit der Geschichte Leinstettens befasst, Gerlinde Haibt, Tochter von Erwin Haibt, und weitere Interessierten im Rahmen einer kleinen Feier weiter. Leider musste sie diesmal wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Fritz Peter hat mehrere Beiträgen über den Grafen Albrecht II von Hohenberg-Haigerloch geschrieben und veröffentlicht. Das Buch über die Kleindenkmale im Landkreis Rottweil enthält einen Bericht über das Minnesängerdenkmal in den Kreuzwiesen.

In der Leinstetter Chronik von 1864 schreibt Pfarrer Throm: "In den Chroniken des Martinus Minorita, des Ottocar, des Konrad von Ammenhausen (anno 1337) wird erzählt, dass in der Nähe von Leinstetten eine Schlacht zwischen Graf Albert II. von Hohenberg und Herzog Otto von Bayern stattgefunden habe. Als nämlich Albrecht von Österrreich gegen den abgesetzten deutschen König Adolf von Nassau zog, kam Otto von Bayern Lezterem zu Hilfe mit 300 Rittern. Albert von Hohenberg beschloss nun, dem Herzog Otto den Weg ins Kinzigthal zu Adolfs Heer abzuschneiden. Er machte in aller Eile seine Dienstleute beritten und bewaffnete auch Bauern aus seiner Grafschaft, sodass er Otto durch die Zahl, aber nicht durch die Tüchtigkeit der Mannschaft, überlegen war. Dies einsehend, wollte er die Bayern bei Nacht überfallen, allein sein Plan wurde verraten."

Albert war ein Ritter, wie man weder vor noch nachher kannte, meinte der Chronist Ottocar. Einen solchen Mann zu überwältigen, musste viel Blut kosten.

Viele Hohenberger Ritter flohen "wie Hunde, denen man Blasen mit Bohnen gefüllt an die Schwänze gebunden hat", nur die Bauern hielten stand und scharten sich um Albrecht. Als dieser endlich tödlich verwundet vom Schlachtross sank, suchten sie ihn zu retten und stachen viele bayerische Ritter nieder, mussten aber ihr Tun schwer büßen, denn die Bayern sammelten sich, drangen auf sie ein und machten mehr als 200 Mann nieder. Im Ganzen sollen gegen 500 Mann gefallen sein.

Die Schlacht fand am 17. April 1298 statt. Wo, ist nicht mit Gewissheit anzugeben. Der Chronist Martinus, ein Schwabe, der also wohl mit dieser Gegend vertraut war, berichtet kurz: "Comes Albertus de Hohenberg apuet Linstetin cum CC viris interiit" ein anderer Chronist: "fuit occifus juxta castrum Linstetten", das heißt in der Nähe von der Burg Leinstetten. Heute weiß man sicher, dass dies die Kreuzwiesen nahe der Burg waren, denn schon bei einem Kaufvertrag derer von Lichtenfels 100 Jahre später wurde ein Grundstück in den Kreuzwiesen erwähnt (Fritz Peter).

Am 1. Juli 1989 haben Mitglieder der Fördergemeinschaft eine Erinnerungstafel, einen Gedenkstein und drei Steinkreuze unter Leitung von Lehrer Hans Saile, Feuerwehrkommandant a.D. Bernhard Bronner und Schreinermeister Erwin Haibt errichtet und feierlich eingeweiht. Das Denkmal ist in der Nähe des Sportplatzes in Leinstetten zu finden.

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