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Dornhan Aus dem Leben geplaudert

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Michael Stahl hat einiges aus seinem Leben als Bodyguard zu berichten. Foto: Stöhr Foto: Schwarzwälder Bote

Dornhan. Die Überschrift zu diesem Vortragsabend war passend gewählt: "Kein Herz aus Stahl" passte sowohl zum Namen des Referenten als auch zu der erzählten Geschichte. Pfarrer Hansjörg Landenberger freute sich, dass Michael Stahl der Einladung gefolgt und in die voll besetzte Dornhaner Stadtkirche gekommen war.

Dabei wäre es beinahe ganz anders gekommen, wie kurz darauf zu erfahren war. Nach zwei gemeinsamen Liedern mit der Band wurde das Wort an den Referenten übergeben. "Ich werde jetzt aus meinem Herzen auspacken. Heute vor vier Wochen hatte ich einen Herzinfarkt", begann Michael Stahl. Während seines Vortrags bei einem Frühstückstreffen für Frauen in Tübingen sei es plötzlich passiert. Mitten in seinem Vortrag "haut’s mich weg", schilderte er das Ereignis.

Er habe noch mitbekommen, dass eine der älteren Zuhörerinnen gefragt habe, ob das auch zum Vortrag dazu gehöre, erzählte er mit einem Schmunzeln. Sein Glück sei gewesen, dass die Uniklinik nur wenige Kilometer entfernt war. Dort musste er den Ärzten – im wörtlichen Sinne – ganz unfreiwillig Einblick in sein Herz gewähren.

Dabei habe er noch kurze Zeit zuvor gebetet, Gott solle sein Herz in Ordnung bringen. Denn dies sei auch das Problem unserer Zeit. Vor allem Männer hätten Probleme damit, Gefühle und Liebe zu zeigen. Auf die Frage "Wie geht’s?", bekomme er häufig" die Antwort "Passt scho!", was für ihn ein Zeichen sei, dass das Gegenüber keinen Einblick in sein Herz genehmigen will.

Er sei oft in Gefängnissen unterwegs. Fast alle weinten, wenn er dort seine Geschichte erzähle, sagte Stahl. Wir könnten über alles Mögliche reden, aber nicht über die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Sein Appell ging deswegen besonders an die Erwachsenen und (Groß-)Eltern, Offenheit gegenüber den Kindern und Enkeln zu zeigen und auch über die eigenen Schwächen und Niederlagen zu reden. Denn "eure Niederlagen sind kostbarer als eure Siege", so Stahls Überzeugung. Er selber habe in seinem Leben sehr viel Ablehnung erfahren – vom eigenen Vater, der Trinker war, aber auch von an anderen Mitmenschen. Nach außen hin habe er sich eine starke Fassade bewahrt. Als Personenschützer sei er für die Sicherheit bekannter Persönlichkeiten und großer Menschenmassen verantwortlich gewesen.

Seit 25 Jahren sei er Trainer für Selbstverteidigung. Aber im eigenen, persönlichen Umfeld habe er diese Fassade nicht bewahren können. "Ich war dumm, bockig und verletzt", brachte Stahl seine frühere Haltung schonungslos ehrlich zum Ausdruck und schaffte es immer wieder, wie selbstverständlich von ernsten zu humorvollen Themen zu wechseln und die Stimmung wieder aufzulockern. Letztlich könne nur Vergebung unser Herz verändern, sagte Stahl am Ende. Nur so habe er es geschafft, sich mit seinem Vater zu versöhnen. Mit einem selbst formulierten Segen beendete Stahl seinen Vortrag und bekam am Ende ein Geschenk überreicht.

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Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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