Auch das SchieferErlebnis ist mit Leader-Mitteln gefördert worden.Foto: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Über den Beschluss Schömbergs "irritiert"

Dormettingen. Die Gemeinde Dormettingen wird sich einer Bewerbung der Leader-Region Oberer Neckar anschließen und die erforderlichen Mittel in Höhe des auf die Kommune entfallenden Anteils von voraussichtlich 4000 Euro bereitstellen. Dies hat der Gemeinderat am Donnerstag beschlossen.

"Irritiert" zeigt sich Bürgermeister Anton Müller über das Votum der Stadt Schömberg, die sich am Leader-Programm nicht beteiligen wird. Müller: "Es wäre schön gewesen, wenn es im Verwaltungsverband Oberes Schlichemtal ein einheitliches Vorgehen gegeben hätte." Die Stadt Schömberg habe sich vor dem Votum nicht mit den anderen Verbandsgemeinden abgestimmt. Müller: "Das ist schade". Neben Dormettingen haben sich unter anderem auch Dautmergen und Zimmern unter der Burg sowie die Stadt Rosenfeld der Leader-Region angeschlossen.

Seit 1991 unterstützt die Europäische Union mit Leader modellhafte Projekte im ländlichen Raum. Ziel ist, die vorwiegend ländlich geprägten Regionen sozial, kulturell und wirtschaftlich zu stärken. In der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 gibt es in Baden-Württemberg 18 Leader-Regionen, die sich in einem landesweiten Wettbewerb mit den ausgearbeiteten regionalen Entwicklungskonzepten durchgesetzt haben. Die Leader-Region Oberer Neckar, mit vier Kommunen aus dem Landkreis Freudenstadt und elf Kommunen aus dem Landkreis Rottweil, wurde am 7. Januar 2015 zum ersten Mal als Aktionsgebiet ausgewählt. Bis dato wurden in dieser Region 3,2 Millionen Euro an EU-Mitteln sowie zusätzliche Landesmittel in Höhe von rund einer Million Euro gebunden. Seit 2020 kann die LAG (Leader-Aktionsgemeinschaft) zudem auf jährlich bis zu 200 000 Euro an Bundes- und Landesmitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz (GAK) zugreifen. Die bislang zur Förderung ausgewählten Projekte lösen ein Investitionsvolumen von rund 13 Millionen Euro aus. Damit wurden 51 Förderprojekte mit EU-Mitteln sowie weitere 30 Projekte mit GAK-Mitteln beschlossen.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat für Leader 2021-2027 bekannt gegeben, dass mit den Beteiligungsprozessen zur REK-Erstellung (Regionales Entwicklungskonzept) begonnen werden kann. Die Ausschreibung folgt um den Jahreswechsel für eine Dauer von rund sechs Monaten. Bis Ende 2022 soll die Auswahl der neuen Leader-Regionen getroffen sein. Die Region Oberer Neckar strebt die Bewerbung für eine weitere Förderperiode an.

Die Anwendung des Regionalbudgets für Kleinprojekte ist auf Grundlage eines regionalen Entwicklungskonzepts auch in abgegrenzten Gebieten möglich, die nicht als Leader-Kulisse ausgewählt werden. Beim Kostenverteilschlüssel, sowohl für die Erstellung des REK als auch für die jährlichen Kosten für die Mitfinanzierung der Leader-Geschäftsstelle, wird der gleiche Ansatz wie in der jetzigen Förderperiode vorgeschlagen. Ausgehend von den aktuell gültigen Konditionen läge der finanzielle Anteil von Dormettingen bei 486,64 Euro pro Jahr, somit für die Jahre 2023-2029 bei insgesamt 3400 Euro. Weiter muss mit anteiligen Bewerbungskosten in Höhe von 667 Euro gerechnet werden.

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