Die Eltern der „Wirbelwind“-Kinder werden im neuen Jahr stärker zur Kasse gebeten. Foto: Schweizer

Kindergartengebühren steigen um 8,3 Prozent – und damit mehr als in den Vorjahren.

Die Zahlen sprechen sich für sich: Dormettingen gibt für den Kindergarten „Wirbelwind“ rund eine halbe Millionen Euro im Jahr aus, die Einnahmen belaufen sich dagegen gerade mal auf knapp 69 000 Euro. Trotzdem liegen die Elternbeiträge schon seit vielen Jahren immer deutlich unter den Empfehlungen – und daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern.

 

Bürgermeister Horst Lehmann erinnerte am Donnerstag im Gemeinderat an einen im Jahr 2010 entsprechend gefassten Beschluss. Man wolle Familien gezielt entlasten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken. Den Erzieherinnen attestierte er eine „hervorragende pädagogische Arbeit“, das Team setze sich mit viel Herzblut für die Kinder ein.

Allerdings, und da bildet die Gemeinde im weiten Umkreis keine Ausnahme, zeigt der Blick auf den Kostendeckungsgrad Handlungsbedarf. Der lag 2022 bei 16,77 Prozent, 2024 bei noch 13,76 Prozent. Die Kirchen und der Städte- und Gemeindetag in Baden-Württemberg möchten eigentlich, dass die Eltern für 20 Prozent aller Kosten für die Kinderbetreuung aufkommen. Würde Dormettingen diesen Prozentsatz anwenden, müsste für einen Krippenplatz 471 Euro bezahlt werden – bislang sind es 206 Euro.

Ein Prozent mehr

Damit sich der Abstand zwischen den Empfehlungen und den aktuellen Beiträgen nicht weiter vergrößert, war auch dieses Jahr eine Erhöhung um 7,3 Prozent vorgesehen. Beschlossen wurde aber, und das ohne Diskussion, von den Eltern einen Prozentpunkt mehr, also 8,3 Prozent, zu verlangen. Die Schere dürfe nicht weiter auseinandergehen, betonte Bürgermeister Horst Lehmann.

Und deshalb kündigte er an, dass sich der Gemeinderat in nicht allzu ferner Zeit wieder mit dem Thema befassen müsse. Denn neu ist, dass künftig die Beiträge nicht mehr nach dem Kalenderjahr, sondern nach dem Kindergartenjahr – also von September bis August – abgerechnet werden. Dieses Verfahren wird ab Herbst 2026 angewendet, die neuen Beträge gelten also nur mal von Januar bis Ende August.

Regelgruppe

Im Vorfeld hatte sich Lehmann auch die Meinung des Elternbeirats eingeholt. „Das Gremium sieht die Erhöhung als in Ordnung an“, informierte er.

Die monatlichen Elternbeiträge für die Regelgruppe – Betreuung von 7.30 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr, außer dienstags- und freitagnachmittags – steigen ab Januar 2026 für Kinder aus Familien mit einem Kind von 115 Euro auf 125 Euro, für Kinder aus Familien mit zwei Kindern von 90 Euro auf 98 Euro, für Kinder aus Familien mit drei Kindern von 60 Euro auf 65 Euro und für Kinder aus Familien mit vier Kindern von 18 Euro auf 20 Euro.

U3-Kinder

Die Beiträge für U3-Kinder in der Regelgruppe erhöhen sich wie folgt: für Kinder aus Familien mit einem Kind von 193 Euro auf 210 Euro, für Kinder aus Familien mit zwei Kindern von 145 Euro auf 158 Euro, für Kinder aus Familien mit drei Kindern von 97 Euro auf 106 Euro und für Familien mit vier Kindern von 35 Euro auf 38 Euro. In der Zeit von 7.15 Uhr bis 13 Uhr ist eine zusätzliche einheitliche VÖ-Gebühr (verlängerte Öffnungszeiten) zu zahlen. Diese steigt minimal von 13 Euro auf 14 Euro.

Krippengruppe

In der Krippengruppe – hier werden Kinder von einem Jahr bis zu drei Jahren von 7 bis 13 Uhr betreut – sieht die neue Staffelung wie folgt aus: für Familien mit einem Kind: 224 Euro (bisher 206 Euro), für Familien mit zwei Kindern: 164 Euro (151 Euro), für Familien mit drei Kindern: 111 Euro (102 Euro), für Familien mit vier Kindern: 46 Euro (42 Euro).