Bei einer Dorfrallye zogen die „Kruttstumpe“ in kleinen Gruppen durch den Friesenheimer Ortsteil und bewerteten jene Häuser, die fasentlich geschmückt wurden. Die kreativsten Ideen werden am kommenden Samstag beim „Halli-Galli-Owe“ ausgezeichnet.
Wehende Girlanden, närrische Puppen und bunt geschmückte Haustüren: Auch in diesem Jahr waren Schutterer dazu eingeladen, sich an einem närrischen Dorfschmuck zu beteiligen. Mitglieder Narrenzunft Kruttstumpe zogen im Häs in unterschiedlichen Gruppen durch das Dorf und sorgten für närrisches Leben. Unterwegs begutachteten sie Häuser und Höfe, fotografierten und dokumentierten. Beim „Halli-Galli-Owe“ am Samstag sollen die schönsten närrischen Grundstücke prämiert werden.
Darunter zählt mit Sicherheit – das lässt sich gleich über den Gartenzaun erkennen – der Hof von Martina und Thomas Weygold. An der Hauswand auf der Ruhebank sitzen zwei närrisch gekleidete und ausgestopfte Puppen. Vor der Treppe zum Eingang hängt ein Clown lässig über dem Blumenkübel während oben an der Tür eine Puppe im Häs der Grafenhausener Narrenzunft wartet. Girlanden schmücken den gesamten Hof reihum. Selbst die Scheunentore sind mit Masken und bunten Fähnlein geschmückt.
Zunftmeisterin Lisa Kemming und Alessandro Haid waren begeistert. Bewundernd lobten sie das Engagement zur heimischen Fastnacht des Ehepaares. „Kommt am Halli-Galli-Owe vorbei“, betonte Kemming. Anschließend zogen die beiden weiter zu Astrid Gutekunst, die mit einer Helferschar für die Narren eine Anlaufstation bei der Dorfrallye gerichtet hatte. Bei dem närrischen Rundgang schien Schuttern ganz schön verschlafen. Wirklich unterwegs war so gut wie keine Menschenseele. Nur Martina und Thomas Weygold waren draußen anzutreffen. Wäre nicht das sanfte Glöckchengeräusch der Krutthexen und Schlüchhexen vereinzelt zu hören gewesen, wäre selbst die Straße mutterseelenallein geblieben. Um 13.30 Uhr war Treffpunkt am Vereinsheim in Schuttern, um gemeinsam zur Dorfrallye aufzubrechen.
Geboren wurde das Format in den Corona-Jahren
Dorfrallye hat nichts mit Geschwindigkeit, sondern vielmehr mit einer dicken Portion Gemütlichkeit zu tun. Unterschiedliche Familien aus der Zunft hatten sich zusammengeschlossen und gemeinsam ihre Mitglieder zu einem kleinen Umtrunk und jede Menge Spaß eingeladen. Nicht auf der Liste, die es anzusteuern galt, stand Ortsvorsteher Jürgen Silberer. Er war an diesem Tag wohl selbst auf der Fasent, aber eine kleine Station zur Stärkung und gegen den Durst hatte er der Narrenzunft dennoch bereitet. Bei ihm gab es für die Kinder etwas Süßes und für die Erwachsenen eine Erfrischung. Von der Einladung machten die Narren auf dem Weg zu Rüdiger Finner, Familie Heizmann, Familien Preiss und Eble, sowie Uhl Kemming und Himmelsbach oder Wölfle und Krug regen Gebrauch.
Geboren wurde die Dorfrallye und das Schmücken der Höfe im Jahr 2022 zu Corona-Zeiten, als nichts mehr ging und nur noch Stille während der Fasent eingezogen war. Dennoch hatten alle viel Freude bei dieser Form des Miteinanders, weshalb die Narrenzunft dieses Fest nun wieder aufgriff. „In diesem Jahr ist Fastnacht recht lange und die Gelegenheit ideal“, erklärte Kemming im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Vergnügen, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, auszuschwärmen und am Ende beim Abendessen im Narrenkeller am Vereinsheim zu treffen, lässt die Liebe zur Fasnacht im Dorf einmal mehr aufleben. Für die Mitglieder der Zunft ist es eine kostbare Zeit, mit den Familien in aller Gemütlichkeit unterwegs zu sein. Es ist die berühmte Ruhe vor dem Sturm – vor dem närrischen „Halli-Galli-Owe“ am kommenden Samstag und dem Großereignis Fackelumzug am Fastnachtsfreitag.
Info – Termine
Die Narrenzunft Kruttstumpe lädt auf Samstag, 22. Februar, 20.01 Uhr zum „Halli-Galli-Owe“ in die Offohalle ein. Am 25. Februar ist Kinderfasent im Rathauskeller, von 14.31 bis 17.31 Uhr, und am 28. Februar Fackelumzug um 19.11 Uhr.