Die Genossenschaft „Dorfmitte Holzen“ und die Kanderner Verwaltung haben eine Lösung gefunden, wie sich die Stadt einbringen kann. Und es gibt weitere Neuigkeiten.
„Das ist eine für beide Seiten gute Lösung“, sagte Thomas Kammerer, der Ideengeber des Projekts „Dorfmitte“ und Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, als er die versammelten Genossenschaftsmitglieder über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit der Stadt informierte.
Und mit einer weiteren erfreulichen Nachricht konnte er zudem aufwarten: Für den Gastronomietrakt in der Dorfmitte ist ein Pächterpaar gefunden, das ab April das ehemalige Akademiecafé zunächst als Pop-up-Restaurant für zwei Monate führen wird. Der Vorsitzende ist jedoch zuversichtlich, dass es über diesen Zeitraum hinaus, der als Probelauf dient, ein längerfristiges Engagement wird.
Inzwischen hat sich das Holzener Dorfleben in das neue Ortszentrum verlagert. „Der größte Teil der Veranstaltungen findet in der Dorfmitte statt“, stellte Kammerer erfreut fest, denn dieser neue Ortsmittelpunkt bereichert das Gemeinschaftsleben und strahlt mit seinen facettenreichen Kulturveranstaltungen weit über das Storchendorf hinaus. Auch der Gesangverein „Liederkranz“ hat sich mit einem eigenen Proberaum hier etabliert.
Die multifunktionale Dorfmitte, die in Eigenleistung zahlreicher engagierter Bürger entstanden ist, beherbergt neben dem Veranstaltungssaal und dem Vereinsdomizil für den Gesangverein drei Bereiche. Dazu zählen drei vermietete Wohnungen, die Gastronomie und die künftigen Räume für die Ortsverwaltung.
Denn das bisherige Rathaus soll bekanntlich verkauft und die Ortsverwaltung in die Dorfmitte integriert werden, wobei sich die Stadt mit dem Verkaufserlös in das Projekt „Dorfmitte“ einbringt. Dazu gab es zwei Varianten: Die Stadt kauft sich in die Genossenschaft ein, das heißt, sie erwirbt mit dem entsprechenden Betrag Genossenschaftsanteile. Diese Lösung haben, wie Thomas Kammerer betont, sowohl die Genossenschaft als auch die Stadt favorisiert. Doch die Kommunalaufsicht legte ihr Veto mit dem Argument ein, dass letztlich die Genossenschaft auch wirtschaftliche Interessen verfolge.
Kaufpreis: 430 000 Euro
Deshalb haben sich Stadtverwaltung und Genossenschaft Dorfmitte darauf verständigt, dass die Stadt zum Kaufpreis von 430 000 Euro folgende Flächen im neuen Ortszentrum erwirbt: im Erdgeschoss einen Büroraum für den Ortsvorsteher, im Zwischengeschoss eine Toilettenanlage sowie im Obergeschoss gegenüber dem Veranstaltungssaal den Bibliotheks- und Veranstaltungsraum mit Empore. Hinzu kommen noch ein Kellerraum für das Archiv sowie im Außenbereich drei Autoabstellplätze und die kleine Parkanlage als Verbindung zwischen Spiel- und Sportplatz.
„Wenn der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. Januar zustimmt, kann noch im Februar der Notartermin stattfinden“, sagte Kammerer. Aus dem Kreis der rund 35 anwesenden Genossenschaftsmitglieder gab es gegen diese angestrebte Lösung keine Bedenken. Im Gegenteil, sie stieß auf allgemeine Zustimmung, dies zumal, da die Genossenschaft mit dem erzielten Verkaufserlös von 430 000 Euro einen Kredit ablösen kann, so dass das ambitionierte Projekt „Dorfmitte“ planmäßig voranschreitet. Die Unterhaltskosten der Räume werden sich Genossenschaft und Stadt anteilsmäßig entsprechend der Flächengrößen aufteilen.
Junges Gastronomenpaar
Positiv für die Genossenschaft gestaltet sich auch die Suche nach einem Gastronomen für das frühere Akademiecafé, das zwischenzeitlich mit einer neuen Küche und einer neuen Theke ausgestattet ist. Vorstandsvorsitzender Kammerer berichtete jedenfalls, dass ein Ehepaar, das aus der Gastronomie kommt, ab April einsteigen will.
Zunächst soll es einen zweimonatigen Probelauf geben, das heißt, die Gaststätte in der Dorfmitte wird zunächst an zwei Tagen, nämlich Freitag und Samstag, geöffnet haben. Den Namen des künftigen Pächterpaars verriet Thomas Kammerer noch nicht, nur so viel sagte er: „Die können das.“ Der Mann sei ein an einer ausgezeichneten Gastroadresse ausgebildeter Koch, und seine Frau werde den Service übernehmen.
Bisher hat die Genossenschaft die fehlenden Einnahmen aus der Gastronomie durch die vom Frühjahr bis Spätherbst alle zwei Wochen stattfindenden Freitagstreffs kompensiert, bei denen Genossenschaftsmitglieder und Bürger Teams gebildet und ehrenamtlich für ein Essensangebot gesorgt haben. Wenn nun die Gastronomie längerfristig über den zweimonatigen Probelauf hinaus verpachtet werden kann, wovon Kammerer nach den erfolgversprechenden Gesprächen ausgeht, dann fallen die bisherigen Freitagstreffen weg.