Punkt-um: Der Binsdorfer Dorfladen ist zu. Foto: Reich

Schluss, aus, vorbei! Am Mittwoch hat das Binsdorfer "S’ Dorflädele" endgültig zugemacht. Überrascht waren die Binsdorfer, die nun keine Möglichkeit mehr haben, sich im Dorf für den täglichen Bedarf einzudecken. Der Betreiber sagt: Im Internet wurde negative Stimmung gemacht.

Geislingen-Binsdorf - Die Nachricht, dass der Laden zumacht, erreichte die Bevölkerung erst durch einen Zettel, der am Dienstag kurzfristig an die Eingangstür geklebt wurde: "Liebe Kunden, liebe Binsdorfer, trotz aller Bemühungen müssen wir das S’ Dorflädele schließen. (Mittwoch)", heißt es in dem Aushang. Und weiter: "Wir bedanken und bei all unseren lieben und treuen Kunden, die uns immer wieder freundlich unterstützt haben. Wir wünschen Ihnen allen das Beste für die Zukunft! Das Team vom S’ Dorflädele".

s’Dorflädle in Binsdorf: Schlechte Stimmung im Internet

Es sei nicht immer der freundlichste Wind gewesen, der ihnen entgegengeweht habe, sagt Nicole Fischer, die zusammen mit ihrem Mann Martin seit Dezember "S’Lädele" geführt hat, im Gespräch mit unserer Redaktion. Früh sei in sozialen Netzwerken schlechte Stimmung gegen das von ihnen geleitete Geschäft gemacht worden. So seien beispielsweise die Öffnungszeiten und das Sortiment kritisiert worden.

"Vielleicht kann es jemand besser mit den Binsdorfern"

Wirtschaftlich habe sich der Laden nicht getragen. "Er wurde zu wenig genutzt", sagt Nicole Fischer. "Wir mussten einen Schlussstrich ziehen." Mit ihrem Mann betreibt sie in Schramberg und Mariazell ein Café und einen Laden, die um Gegensatz zu Binsdorf prima laufen würden. "Es tut mir leid für die Leute, die den Laden in Binsdorf bisher genutzt haben", sagt Fischer. Doch sie hätten keine wirtschaftliche Zukunft für das Geschäft gesehen. "Vielleicht kann es jemand besser mit den Binsdorfern", sagt sie.

Ein Nachfolger soll begeistert werden

"Ich habe keine Ahnung, wie das nun weitergeht", gesteht Binsdorfs Ortsvorsteher Hans-Jürgen Weger auf Anfrage. Er zeigt sich verwundert, dass der Betreiber nicht auf die Gemeinde zugegangen sei, wenn es Schwierigkeiten gegeben habe.

Natürlich seien sowohl Orts- als auch Stadtverwaltung dringend daran interessiert, dass sich ein Nachfolger findet. "Man muss jetzt dringend jemanden begeistern, das zu tun", sagt Weger. "Das ist jetzt blöd, aber wir müssen die Ärmel hochkrempeln", erklärt der Ortsvorsteher. "Es hat sich abgezeichnet, dass das sich so entwickelt", sagt Hans-Jürgen Weger im Hinblick auf die Schließung am Mittwoch.