Die ehemalige Volksbank in der Ortsmitte. Foto: Thomas Kost

Es war von Anfang an klar, dass die Umwandlung des früheren Volksbankgebäudes in der Owinger Ortsmitte in ein Dorfgemeinschaftshaus kein leichtes Unterfangen werden wird. Im neuen Jahr will es der Bürgerverein jetzt in die Tat umsetzen.

Seit Juni 2022 ist der Bürgerverein Owingen offizieller Eigentümer des Filialgebäudes, das die Volksbank Hohenzollern-Balingen bereits im März 2020 aufgegeben hatte. Der Traum des Vereins ist es seither, aus dem leerstehenden Haus einen Treffpunkt für alle Generation zu machen und im rückwärtigen Teil des Gebäudes einen neuen Jugendtreff zu etablieren – denn seit dem Brand des alten Owinger Pfarrhauses im Januar 2018 und dessen Abriss im Mai 2020 ist die Dorfjugend heimatlos.

 

Einige Hürden zu überwinden

Wie es um das Projekt steht, darüber gab der Vereinsvorstand bei der Jahreshauptversammlung vor wenigen Tagen Auskunft. Dabei wurde deutlich, wie viele Hürden in den letzten beiden Jahren zu überwinden waren. Die von Bauingenieur Frank Henne konzipierten Pläne zum Umbau des Gebäudes waren zwar noch rasch zu Papier gebracht, aber dann begann ein relativ zähes Ringen um die Genehmigung der Nutzungsänderung. Zudem hatte der Bürgerverein mit Nachbarschaftseinsprüchen gegen das Projekt zu kämpfen.

Die frisch gewählte Vorstandschaft des Bürgervereins. Von links: Mathias Schütz und Simon Teller(beide Beisitzer und Vertreter des Jugendvereins), Karl-Heinz Binder (stellvertretender Vorsitzender), Hans Volm (Vorsitzender), Wolfgang Schmoll (Beisitzer), Rolf Volm (Kassierer) und Robert Volm (neuer Schriftführer). Foto: Kost

Aber nun scheint alles so weit in trockenen Tüchern zu sein und Vereinschef Hans Henne rechnete bei der Versammlung damit, dass die Nutzungsänderung in den nächsten Tagen vorliegen wird. Dann soll es gleich Anfang Januar mit Planer Frank Henne ein Gespräch geben, wie es weitergeht, damit man rasch Angebote für die erforderlichen Bauarbeiten einholen und mit den Umbaumaßnahmen beginnen kann. Fest steht für Hans Volm, dass man mit den Bauarbeiten außen beginnt und deshalb der ehemalige Schalterraum der Bank noch eine Zeit lang für eine Nutzung zur Verfügung steht – dort will zum Beispiel der Jugendverein seine Jahreshauptversammlung abhalten.

Zuschüsse nicht ewig abrufbar

Aber die Zeit brennt dem Bürgerverein schon etwas unter den Nägeln; und das liegt laut Hans Volm in erster Linie daran, dass die zugesagten Zuschüsse an ein Endfälligkeitsdatum gebunden sind – dieses liegt im September des neuen Jahres, bis dahin müssen die Gelder ausgegeben sein.

Mit der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist man laut dem Bürgervereinsvorsitzenden über einer ausreichenden Verlängerung der gewährten Zuschüsse bereits einig. Damit jedoch die 2023 gewährten Gelder in Höhe von 238 000 Euro aus dem ELR-Sanierungsprogramm des Landes nicht verfallen – was ein absoluter Alptraum wäre – müssen das Landratsamt des Zollernalbkreises mit dem Regierungspräsidium Tübingen miteinander sprechen.

So oder so gilt: Bei der Umgestaltung der Bank in ein Dorfgemeinschaftshaus muss vermutlich an der einen oder anderen Stelle „ein bisschen abgespeckt werden“, weil nach Corona auf dem Bausektor Teuerungsraten eingesetzt hätten, so Hans Volm, „mit denen wir nicht rechnen konnten“.

Das Umbauprojekt ist derzeit etwas unterfinanziert

Trotz Zuschüssen und einem Beitrag der Stadt Haigerloch in Höhe von 150 000 Euro für den Jugendraum, trotz 13 000 Euro aus einer Crowdfunding-Aktion des Bürgervereins zusammen mit der Volksbank, trotz eines fünfstelligen Betrages aus dem Dorffest im Sommer, ist das mit einer Gesamtsumme von knapp einer Million Euro (darin ist der Gebäudekauf enthalten) kalkulierte Projekt laut Hans Volm derzeit um etwa 60 000 bis 70 000 Euro unterfinanziert.

Der Verein ist also darauf angewiesen, dass die Spendenbereitschaft für das Projekt weiter anhält und dass die Mitgliederzahl – derzeit 95 – sich weiter erhöht. Vor allem für Letzteres warb der aus der Vorstandschaft ausgeschiedene Walter Bleibel: „Die Chance auf ein Dorfgemeinschaftshaus hat nicht jeder Stadtteil.“