An den Thementischen gibt es regen Austausch, hier mit Bürgermeister Felix Hezel. Foto: Weisser

Die gut besuchte Informationsveranstaltung des Vereins „Dorfgemeinschaft Irslingen – Heimat für Jung und Alt“ in der Waidbachhalle hat deutlich gezeigt: Im Dietinger Teilort besteht großes Interesse an einer organisierten Nachbarschaftshilfe.

Beim Meinungsaustausch an den Thementischen gab es dazu reichlich positive Rückmeldungen. An Ideen und Vorschlägen mangelt es indessen nicht. Zur stattlichen Liste mit bereits erarbeiteten Vorschlägen kamen an diesem Abend weitere interessante Anregungen hinzu. Jetzt muss nur noch die Helferschar rekrutiert werden.

 

Dynamisch und kreativ

Dynamisch, stets kreativ und immer auf der Suche nach neuen Ideen zur Stärkung des örtlichen Zusammenhalts – das zeichnet den noch jungen Irslinger Verein aus. Seit längerer Zeit bemüht sich eine Arbeitsgruppe darum, das Vereinsbetätigungsfeld auf eine organisierte Nachbarschaftshilfe für alle Generationen auszuweiten. Es soll ein auf Irslingen zugeschnittenes Konzept entwickelt werden. Man wolle die frühere Arbeit der kirchlichen Sozialstation, die 2021 aufgelöst wurde, aufgreifen, hieß es.

Unterstützung von Pflegeexpertin

Unterstützt und beraten wird der Verein seit mehr als vier Jahren von der Pflegeexpertin Beate Radzey. Diese stellte die verschiedenen Ebenen der Nachbarschaftshilfe, von gelegentlichen Unterstützungsleistungen angefangen bis hin zur professionellen Hilfe vor. Wichtig aus ihrer Sicht: Erfolgreiche Nachbarschaftshilfe zur Stärkung der Gemeinschaft im Ort müsse strukturiert, klar kommuniziert und verlässlich sein sowie eine Teamleitung haben. Für Unterstützungsleistungen würden – so Radzey – im Land zwischen 12 und 22 Euro pro Stunde bezahlt.

Hoffen auf Unterstützung

Die Vorsitzenden Regina Lino Roeßle und Martin Bantle hoffen nun auf eine rege Unterstützung aus allen Altersgruppen. Mit einem „Steckbrief“ konnte jeder Besucher auf seine Fähigkeiten und Qualitäten aufmerksam machen. Einzelne bekundeten beim Meinungsaustausch an den Thementischen spontan ihre Bereitschaft zur Mitarbeit.

Die Vorsitzende Regina Lino Roeßle freut sich über das große Interesse. Foto: Weisser

Nachbarschaftshilfe sei ein unschätzbarer Beitrag für die Dorfgemeinschaft und stärke maßgeblich den Zusammenhalt im Ort, betonte Bürgermeister Felix Hezel in seinem Grußwort. Der junge Schultes beteiligte sich später auch am Meinungsaustausch. Der demografische Wandel stelle auch Irslingen vor große Herausforderungen, warnte Ortsvorsteherin Daniela Benz. Nachbarschaftshilfe sei für sie aufgrund ihres Berufes – Benz ist Krankenschwester) – auch ein persönliches Anliegen. Dieses Gemeinschaftsprojekt gelinge nur über ein fürsorgliches Miteinander.

Auch für Familien attraktiver

Unterstützungsangebote für Jung und Alt – so Benz - machten den Ort auch für junge Familien attraktiver. Für den Co-Vorsitzenden Bantle („Wir haben als Verein schon viel erreicht“) ist die angestrebte Nachbarschaftshilfe für alle Generationen durch die Vereinssatzung abgedeckt. Diese Tätigkeit fördere die Gemeinschaft im Ort und genau dieser Zweck sei in den Vereinsstatuten verankert.

Bantle berichtete von der Arbeit aus dem Arbeitskreis. Etliche Ideen habe man schon entwickelt. „Manches gibt es bei uns auch jetzt schon“. Es komme nun darauf an, dass möglichst viele Bürger aus verschiedenen Altersgruppen bei diesem gemeinschaftlichen Projekt mitmachten. Vorrangig würden Personen für die Einsatzleitung wie auch Nachbarschaftshelfer gesucht. Schulungen sollen angeboten werden. Der Verein bemühe sich um die Anerkennung durch das Landratsamt und trete dem Netzwerk Nachbarschaftshilfe bei.

Die Jugend ist lautstark dabei

Die jüngere Generation war an diesem Abend durch den Jugendchor „Lautstark“ vertreten. Mit zum Thema passenden Liedern wie dem Beatles – Titel „Help“ begeisterten die sechs Sängerinnen und zwei Sänger unter Leitung von Alexandra Gass-Miksad nicht nur die Besucher. Die Jugendlichen brachten sich später auch in die Diskussion an den Thementischen ein.