Der TuS Schuttern hatte den richtigen Riecher und stellte die Offohalle fast komplett mit Stühlen voll. Foto: Bohnert-Seidel

Fast alle Plätze in der Offohalle waren belegt: Nach dem Gottesdienst und der Prozession haben die Schutterner mit vielen Gästen das weltliche Fest zu Mariä Himmelfahrt gefeiert.

Schuttern - Matthias Greiner, Vorsitzender des TuS Schuttern, hatte für das "Schutterner Fest" den richtigen Riecher: In elf Reihen wurden mehr als 500 Sitzplätze gerichtet, die gerade so ausreichten. Nach zwei Jahren Corona-Pause hatte kaum jemand mit so einem Ansturm gerechnet. Aber der TuS war vorbereitet.

Während in der Kirche Gottesdienst gefeiert wurde, waren um 10 Uhr die Theken bereits besetzt. An der Getränketheke zeigte sich das bewährte Team um Eddy Hangs, Klaus Geppert, Heinz Strauß, Burkhard Bender und Fred Kopf.

Nach einem kühlen Bier war auch den Musikern des Musikvereins. Mit einem fröhlichen Konzert zogen diese in die Offohalle. Im Schlepptau: die Gottesdienstbesucher, die sich nach dem Schlusssegen in der Kirche auf den Weg Richtung Halle gemacht hatten. Nebenbei füllte sich die große Kuchentheke, für die auch Frauen des Gesangvereins gebacken haben. Nach jahrzehntelanger Pause stand wieder ein kleines Karussell auf dem Vorplatz an der Offohalle. Auch die kleinsten Gäste sollten das Fest in bester Erinnerung behalten. Das Schutterner Fest sollte nach Aussagen des Vorsitzenden und dessen mehr als 60 Helfern wieder zu neuer Blüte finden.

Dass überhaupt so viele an einem herkömmlichen Wochentag nach Schuttern gekommen sind, dürfte für die Tradition des Festes sprechen. Aus den Schutterner Firmen sowie aus Firmen der Umgebung ließen es sich Chefs nicht nehmen und gingen mit den Mitarbeitern in die Offohalle. "Einmal Sauerbraten und breite Nudeln", lautete der meist genannte Satz. Den Sauerbraten hatte der TuS zwar nicht selbst zubereitet, sondern liefern lassen, doch geschmeckt hat er dennoch.

Unter den Festgästen war auch der gebürtige Schutterner Tobias Streit, Leiter der Seelsorgeeinheit Neckar-Elsenz in Rhein-Neckar. Gegenüber der LZ erklärte er: "Ich habe zwar 16 Kirchen in meiner Gemeinde, aber keine einzige Kirche ist Mariä Himmelfahrt gewidmet." Streit wirkt in zwölf Pfarreien mit 12 000 Gläubigen. Da tue die kurze Auszeit in Schuttern gut. Keine Mariä-Himmelfahrt-Kirche in der Gemeinde zu haben, bedeute, dass er weiterhin zum großen Festtag nach Schuttern kommen könne. Bis Streit allerdings seinen eigenen Teller mit Sauerbraten und Nudeln genießen durfte, vergingen viele Minuten, in denen Schutterner ihm weiterhin alles Gute wünschten.

Das Schutterner Fest hat seinen eigentlichen Ursprung in Schuttterns Familien. Zum Patrozinium wurden die Häuser auf Hochglanz geputzt und Tage vorher Nudeln für den Sauerbraten getrocknet. Im Jahr 1965 hat der Männergesangverein Liederkranz (MGV) erstmals die weltliche Feier und das Kochen für die Gottesdienstbesucher übernommen. Aus dem MGV wurde 1995 der Gesangverein. Erstmals hat jetzt der TuS Schuttern die Bewirtung des Festes ausgerichtet.