Wenn in Rohrdorf die „Heale“ auf der Bühne sind und ein hawaiianisches Duo das Mikrofon ergreift, dann ist Fleggafasnet der Rohrdorfer Vereine.
Das vielseitige Programm hätten sich ruhiger noch mehr Gäste anschauen dürfen, waren sich auch die Ansager „Manne vom Grund“ und „Manu der Hawaiianische Bayer in Badeschlappen“ einig. Doch die beiden Stimmungskanonen hatten viel im Ärmel, und so heizten sie mit ihren La-Ola-Wellen und ihren „Stimmungskanonen“ dem Publikum ein.
Für die Tanz- und Schunkelrunden sorgte die Band Gäu Express mit Alexander Klaus aus Rohrdorf und seinem Kollegen Uwe Weiss. „Rohrdorf ist sportlastig, und daher ein Zicke zacke, zicke zacke, hoi hoi hoi“, rief Ansager Manne ins Publikum und machte die Bühne frei. Denn die jüngsten Tänzerinnen und Tänzer der „Tanzhühner und -küken“ luden ein zur Hitparade. Die Kinder ab vier Jahren waren von Chiara Eitelbuß und Chiara Christal sowie Jenny Hermann und Laura Christal trainiert worden. Ihre Hühnerzeitung durfte ebenso wenig fehlen, wie die Pyramiden und Tanzeinlagen zu bekannten Liedern.
Das Publikum machte bei Liedern wie „Dorfkind“ oder „Abenteuerland“ kräftig mit. Immerhin haben die Tanzhühner und -küken einen eigenen Fan-Club: Die Tanzpapas. In ihrem pinken Shirt bereiteten sich die Männer auf das Jubiläum im kommenden Jahr vor, denn da wird zehn Jahre Tanzpapas gefeiert. Daher machten sie mit den Nachwuchstänzerinnen eine Polonaise durch die Halle.
Verenas Rückblick
Konzentration hieß es beim Auftritt von „Verena, der luschdigen Nicht-Schwäbin“ mit ihrem Jahresrückblick: In Rohrdorf gehe es gesittet zu, denn da sei selbst das Rathaus wegen der Sparmaßnahmen der Gemeinde geschlossen. Wer nun einen Stempel brauche, könne nach Eutingen gehen. Nachhaltig lebe auch der Done, denn dessen Weihnachtsstern blühe das ganze Jahr – immerhin sei er aus Plastik. Ohne die Vereine sei Rohrdorf nicht der Flecka im Gäu, und daher nannte Verena das 50-jährige Bestehen der Narrenzunft Rohrdorf und das Jubiläum der Sportfreunde Rohrdorf.
Der Förderverein habe beim zweiten Versuch den größten Wichtel gebunden – der sei so groß gewesen, dass man ihn selbst in Eutingen gesehen habe. „Dein Schwäbisch war so wunderbar, das hat sich richtig badisch angehört“, scherzte Ansager Manuel.
Liebeslied an Rohrdorf
Auch Ortsvorsteher Johannes Metzner hatte als Reing’schmeckter von seiner Frau die Anweisung bekommen, nicht auf Schwäbisch zu dichten. Daran hielt er sich bei seinem Ständle und berichtete von einer gefüllten Sankt-Georgs-Kirche, von 50 Jahre Narrenzunft Rohrdorf und schloss seine Worte mit einem selbst komponierten Liebeslied an Rohrdorf ab: „Schau mal vorbei, wir sind ne Perle.“ Schmunzeln mussten die Zuhörer beim Satz: „Wenn de im Städtle auf Beton glotzscht, dazu sagen mir: es ist ein langer Weg nach Rohrdorf. Wir bleiben hier.“ Seine Rohrdorfer lobte er als Schaffer, Macher, Denker und Gestalter und wusste: „Ich bin froh, ein Teil davon zu sein.“
Eier verteilt
Gerührt zeigte sich Ansager Manuel und meinte, dass der OV nicht nur politisch aktiv sei, sondern auch Kunst könne. Künstlerisch hatte sich der Ausschuss der Narrenzunft Rohrdorf beim Häs anmalen gezeigt, denn die Bibbele hatten ein selbst gemachtes, aufgemaltes Federkleid an. Vorsitzender Alex Michel war der Hahn in der Mitte und feierte seine Rolle. Zum Klostertaler-Klassiker „her mit meine Hennen“ rockten die Ausschuss-Mitglieder die Bühne und legten sogar Eier. Diese verteilten Lisa Arndt und die Hermann-Sisters im Publikum – natürlich hartgekocht.
Elf Tänzerinnen machten mit ihrem Piraten-Mix den Tanzabschluss. Die Tanzgarde der Narrenzunft mit den Trainerinnen Jenny und Cindy Hermann hatten sich Lieder wie „Pirate“, Wellermen oder „Alles nur geklaut“ herausgesucht. Zu diesen bauten sie Pyramiden oder schleuderten ihre Jenny über die Bühne. Manuel und Manne waren mit der Vielfalt des Programms mehr als zufrieden und fügten an: „Wem es zu kurz war, der hat die Chance, nächstes Jahr hier aufzutreten.“