Viele Anregungen und Ideen kamen beim Projekt „Wir lassen die Zukunft im Dorf“ in Gütenbach zusammen. Eine positive Bilanz zog die Moderatorin Ute Noack. Erste Planungen zur Umsetzung laufen.
Erfolgreich und mit guter Resonanz gab es seit März in Gütenbach eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Wir lassen die Zukunft im Dorf“. Im Gemeinderat wurde nun der Abschlussbericht der Moderatorin dieses Projekts, Ute Noack, aus Offenburg vorgestellt. Diese Gemeinderatssitzung wurde vom ersten Bürgermeisterstellvertreter Jörg Markon geleitet, da sich Bürgermeisterin Lisa Hengstler im Mutterschutz befindet.
Ute Noack analysierte die verschiedenen Aspekte des Projekts ausführlich und machte auch deutlich, an welchen Stellen offensichtlich weiteres Handeln nötig und sinnvoll wäre, um Gütenbach für die Zukunft fit zu machen. Unter anderem geht es darum, auch jüngeren Bürgern im Ort eine Perspektive bieten zu können.
Die Angebote seien auch auf erfreulich großes Interesse gestoßen: 1024 Teilnehmer verzeichnete die Gemeinde bei den verschiedenen Veranstaltungen, an der Befragung nahmen 144 Personen teil. Es sei deutlich geworden, so Noack, dass in Gütenbach schon vieles läuft. Aber es stelle sich auch die Frage, ob man bei neuen Aktivitäten auch genügend engagierte Mitbürger findet. Ein wichtiges Ergebnis dieser Analyse ist die Tatsache, dass die verschiedenen Angebote noch besser vernetzt werden müssen. Vor allem auch die Möglichkeit zu Treffpunkten in bestimmten Bereichen oder auch für alle Generationen ist offensichtlich wichtig.
Koordinator fürs Ehrenamt
Ein wichtiges Ergebnis sei die Tatsache, dass man in Gütenbach einen Koordinator für das Ehrenamt finden muss. Dieser könne die bestehenden Strukturen ebenso miteinander verknüpfen wie auch neue, möglicherweise geplante Angebote initiieren und begleiten. Dabei könne man sich an der vorgestellten Generationenbrücke in Mönchweiler orientieren.
Mietkosten für Räume der Festhalle zu hoch für kleine Gruppen
Ganz wesentlich für neue Angebote sind auch entsprechende Räume. Räume seien in Gütenbach zwar vorhanden, aber die Angebote müssten auch da koordiniert werden.
Ebenso gelte es, die Konditionen zu prüfen. Beispielsweise seien die Kosten für die Räume der Festhalle zu hoch, als dass sich kleinere Gruppen beispielsweise für Yoga zusammenfinden könnten. Da sei der Gemeinderat gefragt. Denkbar seien Sonderkonditionen bei Aktionen „Bürger für Bürger“.
Konkret laufen im Bereich Treffpunkt schon erste Planungen wie ein Basteltreff oder die Kooperation mit der Sozialstation oberes Bregtal für einen gemeinsamen Mittagstisch für Senioren, eventuell ein Mal im Monat ab dem Frühjahr. Ebenso sollen in der Ortsmitte Treffpunkte geschaffen oder vorhandene Punkte optimiert werden. Das bisherige Rathaus kann nach dem Umzug auch neue Möglichkeiten bieten.
Gütenbach-App zur Vernetzung
Ein weiteres Ergebnis ist der Wunsch nach einer besseren Vernetzung zur gegenseitigen Information. Favorisiert wird eine Gütenbach-App, in der Angebote veröffentlicht werden können, ebenso Veranstaltungen oder Suche nach Unterstützung auch für Senioren wie Gartenarbeit oder Mitfahrgelegenheit. Dabei habe sich gezeigt, dass auch die Senioren in der Gemeinde schon gut mit den digitalen Medien umgehen können. Jugendliche haben sich außerdem bereit erklärt, ihr Know-how weiterzugeben.
Bereitschaft zur Mitarbeit
Ein weiteres, zentrales Thema war die Versorgung mit Lebensmitteln nach Schließung des Dorfladens. Neue Möglichkeiten eines Ladens wie Automaten oder mit Scheckkarte scheinen nicht realisierbar, es fehle die regelmäßige Nachfrage. Denkbar wäre eine Art Wochenmarkt, anfangs vielleicht quartalsweise mit steigender Frequenz. Bei vielen der genannten Themen zeigte sich eine große Bereitschaft von Bürgern mitzuarbeiten. Nun gelte es, diese Potenziale zu nutzen und neue Möglichkeiten der Begegnung und des Austauschs zu schaffen.