Viele Ideen gibt es für das Dorfcafé in Ostelsheim. Foto: © Dragana Gordic - stock.adobe.com

Das Projekt Dorfcafé führt bereits zu ersten Erfolgen. Viele Ostelsheimer bringen sich und ihre Ideen ein. Nun wollen sie einen Verein gründen – und einen festen Standort finden.

Seit im November vergangenen Jahres die Ostelsheimer in der Festhalle zum ersten Mal Zettel an Wände pinnten, hat sich einiges getan. Aus den Ideen auf diesen Zetteln haben sich ganz konkrete Projekte entwickelt. Lena Abdi koordiniert im Rathaus alles rund ums Thema Dorfcafé. Auch organisiert sie die Projektreffen, zu denen etwa 70 Menschen regelmäßig kommen, wie Abdi jüngst im Gemeinderat berichtete. Dort informierte sie gemeinsam mit Jörg Hauser und Frank Pieger über den aktuellen Sachstand.

 

Angebote

Mittlerweile gibt es ein regelmäßiges Repair-Café. Dieses findet in den Räumen des Vereins Nautheim statt, ebenso der monatliche offene Spieletreff. Das Buchcafé trifft sich regelmäßig im evangelischen Gemeindehaus. Andere Angebote sind freies Tanzen oder ein Ausflug zum Imker. „Die Angebote sind durchweg gut besucht“, sagte Abdi. Und es kämen viele Leute mit guten Ideen. Das Projekt Dorfcafé entfalte eine Sogwirkung.

Möglicher Ort

Ein Problem sei es aber, passende Räume zu finden, so Abdi. Und zum Teil seien die Räume auch teuer. Insgesamt sei so wenig Spontaneität bei der Umsetzung von Ideen möglich. Und auch ein Kerngedanke des Projekts Dorfcafé leide unter der Dezentralität der Angebote. Denn, so Abdi, es gehe eigentlich darum, eine Begegnungsstätte für das Dorf zu sein. Und dafür brauche es einen zentralen Ort.

Finanzierung

Aber der kostet Geld. Das kommt am Ende von der Gemeinde. Und dafür muss wiederum der Gemeinderat zustimmen. Zeitweise war ein Neubau in der Ortsmitte im Gespräch. Diese Idee verwarfen die Projektbeteiligten aber wieder. Zu teuer, war das Fazit.

Gemeindehaus

Wie Abdi erklärte, habe man ein bestehendes Gebäude ins Auge gefasst: das katholische Gemeindehaus. Die Kirche will die Immobilie verkaufen. Gerne will sie diese an jemanden abgeben, der etwas Soziales damit machen möchte.

Das Gebäude liege im Sanierungsgebiet Ortsmitte, so Abdi. Dadurch gebe es viele Fördermöglichkeiten. Über einen Kauf müsste aber final der Gemeinderat entscheiden. Einen Zeitplan dafür, wann eine solche Entscheidung fällt, gibt es nicht.

Vorbild „Hartrium“

Ein Teil der Projektgruppe hat sich das „Hartrium“ angeschaut. Das befindet sich in Hartkirchen in Österreich. „Das hat uns beeindruckt“, sagte Hauser. Dort gibt es einen Raum, der flexibel kurzfristig an Nutzungsbedürfnisse angepasst werden kann. Es gebe dort viele Dinge wie Werkzeuge, die jeder nutzen dürfe, so Hauser. Dazu habe das Haus regelmäßige Öffnungszeiten.

So etwas wolle die Gruppe auch für Ostelsheim, meinte Frank Pieger: Einen Ort für alle, ein „Dorfwohnzimmer“ ohne Konsumzwang. Ideal sei ein Gebäude mit flexibel nutzbarem großem Raum, Küche, kleinen Büros, Sitzecke, Werkstattbereich, Lagerflächen und einem Garten. Habe man diesen Ort, könne die Gruppe ihre vielen Ideen umsetzen.

Organisation

Aktuell wird der Bürgerbeteiligungsprozess vom Land gefördert. Läuft die Förderung aus, soll das Projekt aber nicht enden. Deshalb will die Dorfcafé-Gruppe einen Verein gründen. Der soll, so Hauser, idealerweise so flexibel sein, dass sich alle Ideen für Angebote in ihm umsetzen lassen und sich in dessen Struktur wiederfinden. Der Gruppe schwebt vor, dass aus jedem Angebot eine Person im Vorstand sitzt. Dafür hätten sie ausreichend Leute, so Abdi. Der Verein solle im Herbst gegründet werden. Der Verein könne für alle Angebote den rechtlichen Rahmen bieten.