Beim Workshop im Rathaus loteten die Teilnehmer unterschiedliche Standortoptionen eines Dorfcafés aus. Foto: Felix Biermayer

Am Wochenende fand der zweite Workshop zum Projekt statt. Es wurde die Standortfrage diskutiert, welche Angebote es geben soll – und wie es möglichst schnell losgehen kann.

Das Interesse an einem Dorfcafé im Ort ist groß. Im November fand ein erster Workshop dazu statt. Damals kamen viele Ostelsheimer in die Halle, um ihre Ideen und Wünsche für das Projekt einzubringen. Der ganze Entwicklungsprozess wird professionell begleitet. Fördermittel des Landes machen das möglich. Lena Abdi kümmert sich auf der Verwaltungsseite darum, Alexander Hölsch ist als externer Berater mit an Bord.

 

Am Freitag und Samstag stand nun die zweite Runde des Workshops an. Wieder kamen rund 40 Menschen – diesmal ins Rathaus. „Ich bin ein bisschen überwältigt“, sagte Bürgermeister Ryyan Alshebl angesichts der vielen Teilnehmer. Das Dorfcafé solle ein „Ort des Miteinanders“ werden, wünschte er sich, der hoffentlich „sehr bald“ realisiert werde. Die Gemeinde stehe hinter dem Projekt.

Rückblick

Rückblick Projektmanagerin Lena Abdi fasste noch einmal die Ergebnisse aus dem November zusammen. Demnach wünschen sich die Ostelsheimer vor allem ein Dorfcafé mit Außenbereich. „Die Leute wollen draußen sein“, sagte sie. Auch ein Internetzugang sei erstaunlich oft genannt worden. Als Ideen für das Programm seien Spieleabende, Sprachkurse oder eine Biertheke genannt worden. Es zeige sich, dass für das Vorhaben flexible Räume notwendig seien, die kleine und große Gruppen nutzen könnten.

Die Standortfrage

Die Standortfrage Bleibt die Frage, wo diese Räume sein könnten. Alshebl stellte vier Optionen vor. Zum einen wolle die Kommune den Parkplatz beim Rössle und das dahinterliegende Grundstück bebauen. Hier soll Betreutes Wohnen unterkommen. Da konnte sich Alshebl vorstellen, ein Dorfcafé im Gebäude unterzubringen. Allerdings sei das Projekt noch in der frühen Planungsphase und nichts beschlossen. Eine Realisierung sei, wenn überhaupt, erst mittelfristig möglich.

Weiter habe die Gemeinde ein altes Haus in der Kirchgasse, welches saniert werden könnte. Hier stünden vermutlich Landesmittel zur Verfügung.

Die dritte Option sei ein Neubau auf der Wiese zwischen der Bushaltestelle und der Festhalle. Der Bauplatz gehöre der Kommune. Und das katholische Gemeindehaus in der Bergstraße stehe wohl zum Verkauf. Das sei die Option, in der ein Dorfcafé wohl am schnellsten realisiert werden könnte.

In der Gruppe wurden diese Vorschläge diskutiert. Auf die Umsetzung des Seniorenzentrums wollte man nicht warten. Das Haus in der Kirchgasse habe keinen Außenbereich und keine Parkplätze, meinte Abdi. Man wolle zudem nicht noch mehr Verkehr in die Ortsmitte bringen. Außerdem stehe das Gebäude unter Denkmalschutz.

Ein Neubau an der Calwer Straße habe den Vorteil der zentralen Lage, dass man nach eigenen Bedürfnissen bauen könne sowie ausreichend Parkplätze an der Festhalle und auch ein Außenbereich zur Verfügung stünden, so Abdi. Allerdings würde eine weitere Fläche versiegelt. Zudem sei ein Neubau teuer und das Gebäude müsse später unterhalten werden. Das katholische Gemeindehaus sei bezugsfertig, habe „attraktive Räume“, Parkplätze, eine Terrasse und sei teilweise barrierefrei. Allerdings liege es nicht so zentral.

Es hat sich nun eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Standortfrage abschließend klären möchte. Es brauche eine Kalkulation für den Neubau und eine Kostenschätzung für das katholische Gemeindehaus, so Abdi. Die Zeit dränge. Denn es würden Leader-Gelder benötigt. Der Förderantrag müsse bis 22. März gestellt werden. Alles sei sehr kurzfristig. Und auch der Gemeinderat müsse noch überzeugt werden.

Erste Angebote

Erste Angebote Auch ohne festen Sitz könne das Dorfcafé starten, so Abdi. Das sei das Ergebnis einer weiteren Arbeitsgruppe gewesen. Es würden freie Räume in der Gemeinde gesucht, in welchen jetzt schon Angebote unter dem Dorfcafé-Banner gemacht werden können. „Wir wollen die Leute nicht warten lassen“, sagte Abdi. Es gebe den Bedarf und die Menschen seien motiviert. Die konkrete Umsetzung hänge von den Räumen ab, die man kurzfristig bekomme. Ideen seien ein Literatur-Treff, ein Repair-Café, Yoga-Kurse, Angebote für freies Tanzen, Spieleabende oder Kinder- und Seniorennachmittage.

So geht es weiter

So geht’s weiter Die Arbeitsgruppen beschäftigen sich jetzt mir ihren Themen. Am 26. Februar sollen beim nächsten Workshop ab 19 Uhr im Rathaus die Ergebnisse vorgestellt werden. Auch muss noch geklärt werden, unter welcher Trägerschaft das Dorfcafé laufen soll. Diese Frage habe man aber erst einmal zurückgestellt, so Abdi. Die Standortfrage habe Priorität. Wer auf dem Laufenden bleiben wolle, könne sich in die Email-Liste aufnehmen lassen. Dafür reiche eine Email an abdi@ostelsheim.de. Auch Ideen könne man an diese Adresse senden. Abdi freute sich über das Engagement der Ostelsheimer. „Ich bin begeistert, mit wie viel Feuer die Leute dabei sind“, sagte sie.