Jugend- und Stadtkapelle gestalteten am Samstagabend in der Stadthalle jeweils eine Konzerthälfte. Für die Besucher warteten die Aktiven mit so manch Unerwartetem auf.
„Heute steht die Jugendkapelle im Mittelpunkt“, begrüßte Horst Polus die zahlreichen Besucher des Doppelkonzerts am Samstag in der Festhalle. Den ersten Teil gestaltete die Jugendkapelle Wolfach, den zweiten die Stadtkapelle – beide unter der Leitung von Thomas Rauber.
33 Jungmusiker im Durchschnittsalter von 14 Jahren zogen mit Rauber auf die Bühne. Moderiert wurde von Sami Nübel und Leo Haas. Gleich zu Beginn sorgte der „Olympic Tune“ von Thomas Berghoff für olympischen Schwung – ein Stück, das speziell für Jugendkapellen geschrieben wurde und mitreißend wirkte. Schon dann überzeugte das Ensemble mit einem ausgewogenen Klangbild.
„Soul Bossa Nova“ war die Zugabe der Jugendkapelle
Mit Otto M. Schwarz’ „Nostradamus“ wurde es dramatisch: Nach einem lyrischen Flötenintro folgten musikalisch inszenierte Brüche, martialische Akzente und ein militärischer Gleichschritt, bevor das Stück hoffnungsvoll ausklang. „Jetzt wird’s abenteuerlich“, kündigte Leo Haas den nächsten Programmpunkt an: „How to train your Dragon“ von John Powell entführte das Publikum in eine Welt voller Mut und Fantasie. Die rhythmisch prägnante Komposition und die eingängige Melodie verliehen dem Stück filmische Spannung.
Mit „Harry has to hurry“ von Thiemo Kraas präsentierte die Jugendkapelle frische Klänge und temporeiche Rhythmen. Dissonanzen kündigten ein Missgeschick an, doch am Ende blieb Raum zum Durchatmen. Als letzten regulären Beitrag spielte die Kapelle „Billie Jean“ von Michael Jackson – eine musikalische Verfolgungsjagd, die das Publikum begeisterte. Als Zugabe folgte „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones, bekannt als Titelmelodie der „Mitternachtsspitzen“.
Fabian Schmider moderierte das Konzert
Die Stadtkapelle mit mehr als 70 Aktiven übernahm die Bühne. Moderiert wurde von Fabian Schmider. Mit „The Power of Music“ von Christoph Walter begann der zweite Konzertteil kraftvoll und dynamisch. Eine rasante Klangreise folgte. Mit „Soundtrack Highlights“ aus John Williams’ „Jurassic Park“ wagte sich das Orchester an ein komplexes Werk, das in all seinen Facetten überzeugte: kraftvolle Passagen, besinnliche Zwischenspiele und spannende Dissonanzen ließen die musikalische Welt der Dinosaurier lebendig werden.
Der Jazz-Klassiker „Land of make believe“ von Chuck Mangione brachte einen stilistischen Wechsel. Besonders beeindruckte Bernd Kasper mit einem gefühlvollen Solo auf dem Sopran-Saxofon.
„Purple Pig“ von James L. Hosay bot musikalischen Übermut pur – musikalische Einlagen sorgten für Lacher. Bei „Sax, Wind & Funk“ von Stefan Schwalgin spielten die Saxophonisten im Stehen.
97 Aktive als Zugabe
Als sich die Saxophone plötzlich verselbstständigten und „Oh du lieber Augustin“ intonierten, reagierte Dirigent Rauber mit gespielter Verzweiflung. Der Donnerschlag am Ende löste stürmischen Beifall und Zugabe-Rufe aus. Die gewährte Zugabe, „Troll Dance“ von Thomas Doss, war ein ausgelassener musikalischer Unfug mit Überraschungen. Zum Finale wurde es eng auf der Bühne: 97 Musiker der Jugend- und Stadtkapelle spielten gemeinsam den Bozener Bergsteiger-Marsch – schwungvoll und zackig.