Bei einem eindrücklichen Doppelkonzert mit dem Musikverein Umkirch glänzte der Musikverein Schliengen im Bürger- und Gästehaus Schliengen.
Unterhaltungsmusik des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts bildete den Rahmen für ein außergewöhnliches Cello-Konzert von Friedrich Gulda, das durch Heiner Reich eindrucksvoll interpretiert wurde.
Das liebevoll vorbereitete Bürger- und Gästehaus mit stimmungsvoll ausgeleuchteter Bühne bot den passenden Rahmen für einen Konzertabend, der sich deutlich von den üblichen Formaten abhob, heißt es in einem Nachbericht.
Frieder Reich, musikalischer Leiter der Musikvereine Umkirch und Schliengen, hatte beide Orchester auf dieses Gemeinschaftskonzert vorbereitet – und konnte seinen Bruder, den renommierten Solocellisten Heiner Reich des Luzerner Sinfonieorchesters, für den Abend gewinnen.
Konzert für Cello und Blasmusik
Den Auftakt gestaltete der Musikverein Umkirch mit dem kraftvollen Festmarsch von Beethoven, mit deutlicher Spielfreude, auch wenn die Reihen leider nicht vollständig gefüllt waren.
Anschließend wurde die Bühne schon für den großen Höhepunkt des Abends vorbereitet: Eine Auswahl an Musikern aus Umkirch begleitete Heiner Reich bei der Aufführung des Konzerts für Cello und Blasmusik des exzentrischen Komponisten Friedrich Gulda – ein Werk, das von filigranen solistischen Passagen bis hin zu rockigen und marschartigen Elementen ein wahres musikalisches Feuerwerk abbrannte.
Reich meisterte die technisch enorm anspruchsvolle Komposition souverän, und als der letzte Ton des fast halbstündigen Werkes verklungen war, erhob sich das Publikum, ohne zu zögern, zu lang anhaltendem Applaus, der mit einer Zugabe belohnt wurde.
Ohrwürmer aus dem Klassik-Repertoire
Nach einer kurzen Pause übernahm der Musikverein Schliengen die Bühne und präsentierte die L’Arlésienne-Suite in vier Sätzen. Mit beeindruckenden, fein herausgearbeiteten Soli der verschiedenen Register wurde noch einmal besonders die Vielseitigkeit des Ensembles unterstrichen. Es folgten die temperamentvolle Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“, deren berühmter Can-Can ebenso energisch wie humorvoll gelang und anschließend der „Vergnügungszug“, eine schwungvolle Polka von Otto Wagner.
Gemeinsamer beschwingter Schluss
Für den gemeinsamen Abschluss vereinten sich beide Orchester auf der Bühne und präsentierten ein Medley aus den bekanntesten Melodien aus der gleichnamigen Operette „Im weißen Rössl”, welches vom Publikum beim namensgebenden Titel sogar gesanglich begleitet wurde, bevor die Tritsch-Tratsch-Polka sowie der Radetzky-Marsch den schwungvollen Schlusspunkt setzten.