Das Jugendorchester des Kreismusikblasverbands Rottweil-Tuttlingen sorgt in Italien für einen besonderen Moment. Beim Konzert in Winzeln wird dieser zu gefeierter Musik.
Die beiden hochklassigen Auswahlorchester sorgten für große Begeisterung in der voll besetzten Mehrzweckhalle in Winzeln – ein voller Erfolg auch für den Musikverein „Harmonie“ Winzeln, der Gastgeber für das Doppelkonzert war: „Symphonische Blasmusik auf höchstem Niveau“ kündigte Moderator Florian Jauch zu Beginn an und traf dabei ins Schwarze.
Schon als die jungen Musiker der Jungen Bläserphilharmonie Zollernalb durch das Publikum in Richtung Bühne schritten, brandete Beifall auf. Das Orchester unter der Leitung von Jürgen Schnitzler zeigte mit dem ersten Stück, „Shichi-Go-San“ des japanischen Komponisten Itaru Sakai, wie harmonisch sein Zusammenspiel funktioniert.
Zu dem folgenden „El Camino Real – A Latin Fantasy“ von Alfred Reed hat auch das KVJBO eine besondere Beziehung, wie dessen Dirigent Rudolf Barth später erzählte. Das dreiteilige Stück versprüht spanisches Flair und sorgte für Applaus und begeisterte Jubelrufe in Richtung des Orchesters und der Solisten aus dem Zollernalbkreis.
Ungewöhnliche Klänge und viel Bewegung, vor allem im Schlagwerk, gab es beim letzten Beitrag, „Vikings: The Legend“ von Lionel Beltrán-Cecilia, zu beobachten. Für einen kurzen Moment konnte man sogar einige Musiker mit Wikingerhelm spielen sehen. Als Dank für die begeisterten Reaktionen spielte das Orchester eine Zugabe.
Nach einer kleinen Umbaupause durfte das zweite Orchester, das KVJBO Rottweil-Tuttlingen, auf der hübsch dekorierten Bühne Platz nehmen. Orientalisch anmutende Flötentöne leiteten das Eingangsstück, „Arabesque (2006)“ von Samuel R. Hazo, ein. Auch die Rhythmusabteilung an den Schlagwerken leistete tolle Arbeit.
Eine ganz besondere Geschichte steckte hinter dem zweiten Stück, „Isekai Dream“ des italienischen Komponisten Luca Pettinato, wie Dirigent Rudolf Barth verriet. Der Komponist hatte das hiesige Orchester vor einem Jahr bei einem bekannten Blasmusikfestival im italienischen Riva del Garda gesehen und war als Jurymitglied nachhaltig beeindruckt.
Gespielt hatte das Orchester unter anderem das zuvor erwähnte „El Camino Real“. Pettinato schrieb dem Ensemble eine persönliche Nachricht und wollte wissen: „Darf ich euch mein nächstes Stück widmen?“ Das Publikum durfte anschließend die Zweitaufführung von „Isekai Dream“ (2025) erleben, nachdem es vor zwei Wochen in Anwesenheit des Komponisten in Trossingen uraufgeführt worden war.
Solisten sorgen für begeisterte Reaktionen
Der nächste Höhepunkt folgte sogleich mit dem „Concertino for Marimba and Winds“ (Alfred Reed). Hierfür war ein kleiner Umbau notwendig, denn die beiden Solisten Florian Hermerschmidt und Mika Rempp und ihre Marimbas standen hier im Mittelpunkt. Das Orchester spielte den dritten Satz „Toccata“ und rief damit wahre Begeisterungsstürme hervor. Das virtuose Können der beiden Solisten beeindruckte das Publikum, das stürmisch applaudierte und dafür eine Zugabe bekam.
Zum krönenden Abschluss widmete sich das KVJBO den – für Blasmusikorchester arrangierten – Werken des unvergessenen Udo Jürgens. „17 Jahr’, blondes Haar“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Mit 66 Jahren“ – für die bekannten Hits gab es immer wieder Zwischenapplaus, nicht zuletzt auch wegen den zahlreichen Solo-Einlagen an Horn, Oboe, Saxofon, Tenorhorn oder Trompete. Passenderweise spielte das Orchester als Zugabe den Titel „Vielen Dank für die Blumen“.