Staunen und Schrecken (hier eine Szene aus „Gilgi - eine von uns“ in der tri-bühne) liegen in der Kultur aktuell nah beieinander Foto: tri-bühne

Die Einschnitte in die Kulturförderung in Stuttgart lassen sich nicht wegzaubern. Ohne schnellen Programm-Schulterschluss der Betroffenen wird es nicht gehen, kommentiert unser Autor.

Zehn Jahre ging es aufwärts in der Kulturförderung in Stuttgart. Auch noch, als Finanzbürgermeister Fuhrmann 2024 – lange vor den jüngsten Haushalts-Hiobsbotschaften – Einschnitte bei den Ausgaben der Stadt forderte, auch bei der Kultur. Umso härter muss sich nun für viele die Realität anfühlen. Auch und gerade, weil der Bühnenglanz oft genug mit prekären Arbeitsverhältnissen erkauft ist. Da gibt es nirgends „Luft“, die man in Stammtischmanier gerne mal bei der Kulturförderung „heraus lässt“.

 

Schmerzhaft bestätigt das Finanzdesaster Stuttgarts wie anderer Kommunen Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Seit 2022 mahnt sie Kooperationen in der Kultur an – organisatorisch und künstlerisch. Und immer wieder stößt Olschowski auf Kritik. Für Stuttgart aber ist klar: Will man die national bestaunte Vielfalt des Kulturlebens retten, braucht es genau dies – einen schnellen und entschiedenen Schulterschluss aller Einrichtungen. Auch, um sich im Ringen um die Sicherung einer pluralistischen Stadtgesellschaft handlungsfähig zu zeigen.

Kooperation ist kein politisches Modeort mehr

Das Loch im Stuttgarter Haushalt ist riesig, die Einschnitte auch in die Kulturförderung lassen sich nicht wegzaubern. Da ist Kooperation kein politisches Modewort mehr, sondern der einzige Ausweg.