Erfolg auch auf Netflix: Milan Peschel in einer Paraderolle – als Andi Knuppe in der ZDFneo- Serie „Doppelhaushälfte“ Foto:  

Schauspielstar Milan Peschel („Doppelhaushälfte“) liebt verschroben-eigenwillige Typen – auf der Leinwand wie auf der Bühne. Nun kommt er am 8. Mai nach Stuttgart. Was lockt ihn?

Ob als Ex-Polizist Andi Knuppe in der nun auf Netflix erfolgreichen ZDFneo-Serie „Doppelhaushälfte“ oder als Ermittler Adam Danowski – der wesentlich durch die Jahre mit Frank Castorf an der Berliner Volksbühne geprägte Schauspieler, Autor und Regisseur Milan Peschel liebt es, verschroben-eigenwillige Typen zu verkörpern.

 

„Das Klassische“, sagt Peschel, „ist bekannt, also relativ langweilig. Wohingegen das Ungewöhnliche nicht nur gesehen, sondern auch erkannt wird“. Seit etwa fünf Jahren macht Peschel, 2012 für seine Rolle als krebskranker Vater in Andreas Dresens „Halt auf freier Strecke“ mit dem Deutschen Filmpreis geehrt, das Ungewöhnliche buchstäblich auch zum Bild. Zunächst mit dem Pinsel, nun auch verstärkt mit digitalem Strich entstehen Porträts – vorzugsweise von Freunden und Bekannten.

Milan Peschel mit seinem René Pollesch-Porträt „Sunny“ Foto: Andreas Klaer

Und auch hier rückt Peschel das aus seiner Sicht jeweils Besondere in den Blick – etwa in seinem Porträt des 2024 gestorbenen Theatermachers René Pollesch. „Sunny“ heißt das Bild, eher grobe rote Striche summieren sich zu einem von großer Achtung kündenden Porträt, das bereits den enormen Kraftverlust Polleschs zeigt, zugleich aber auch den Willen des damaligen Intendanten der Berliner Volksbühne, weiter Kunst zu machen. Die blaue Mütze darf man als Verweis nehmen – Milan Peschel, selbst gelernter Theatertischler, fühlt sich nicht in seinen Rollen bei den „kleinen Leuten“ und bei jenen, „die wirklich anpacken“, zu Hause.

Von 8. Mai an in Marko Schachers „Raum für Kunst“ in Stuttgart zu sehen: Werke von Jim Avignon (links) und Milan Peschel Foto: Jim Avignon/Milan Peschel

„Was ich beim Malen mag, ist die Stille“, sagt Milan Peschel – und scheint sich selbst zu widersprechen, wenn er in enormer Geschwindigkeit Blatt um Blatt malt, Ausstellungen gerne als Spontanpräsentation des viel zu Vielen erscheinen lässt. Und doch ist da eine eigene Intensität, die Peschel noch steigert, wenn er die Ausdrucke seiner jüngeren i-pad-Bilder noch einmal übermalt.

Zwischen auch aktuell „viel zu vielen Terminen“ kommt Milan Peschel an diesem Freitag, 8. Mai, nach Stuttgart. Nicht ins Schauspiel Stuttgart aber, und auch nicht vor eine Kamera. Der befreundete Street Art-Künstler Jim Avignon hat sich Milan Peschel und seine Bilder als Gäste in seiner Ausstellung in Marko Schachers Raum für Kunst in der Blumenstraße 15 gewünscht.

Milan Peschel ist am 8. Mai in der Galerie Schacher zu Gast

Eine Auswahl seiner Porträts hat Milan Peschel bereits nach Stuttgart geschickt – und er selbst will am Freitagnachmittag vor Ort sein. Für die Eröffnung am Abend um 19 Uhr – kaum ohne hiesige Theater- und Filmprominenz – verspricht Marko Schacher denn auch „grandiose Begegnungen“. Jim Avignon habe „für jeden Galerie-Raum und auch für das Schaufenster ein eigenes Raumkonzept entwickelt“ und werde zudem „zwischen 21 und 23 Uhr als DJ auftreten“. Und Schacher glaubt: „Der Abend könnte legendär werden“. Der Untertitel der Schau heißt denn auch „Wer zuletzt lacht, lebt am längsten“.

Milan Peschel brilliert in „Danowski – Neunauge“

Ob Milan Peschel am Freitag auch Fragen zu Adam Danowski beantwortet? Am Montag, 11. Mai (und bereits jetzt in der ZDF-Mediathek) zeigt das ZDF (20.15 Uhr) nach sechs Jahren „Danowski“-Pause den neuen Fall des eigenwilligen Ermittlers. Der schrille Ausgangspunkt von „Danowski – Neunauge“: Mumifizierte Leichen in Hamburger Schulkellern.