Eine umfangreiche Trachtenausstellung erwartet die Gäste des Donauschwabenfests im Museum der Ortsgruppe Albstadt. Foto: Schweizer

Die Albstädter Donauschwaben richten am Samstag, 16., und Sonntag, 17. Juli, auf Langenwand das Landesfest aller baden-württembergischen Donauschwaben aus. Sogar aus Übersee kommen Tanz- und Trachtengruppen nach Albstadt.

Albstadt-Tailfingen - Ursprünglich hatten sie nur ihr eigenes Donauschwabenfest feiern wollen, aber dann waren Albstadts Donauschwaben unversehens zu höheren Ehren gekommen: Der Landesverband hatte sich nach zweijähriger Zwangspause entschlossen, statt des gewohnten eintägigen Landestrachtenfestes alle Kulturgruppen der donauschwäbischen Verbände zu einem zweitägigen Donauschwabenfest einzuladen, und den Ortsverband Albstadt ersucht, Gastgeberrolle und Organisation zu übernehmen – fraglos ein großer Vertrauensbeweis, wie Ortsgruppenchef Matthias Schwarz feststellt, und zugleich eine Gelegenheit, nach zwei kräftezehrenden Jahren des Stillhaltens wieder in die Offensive zu gehen und nicht zuletzt die klammen Finanzen aufzubessern.

Tanzabend mit Silke Pur

Zahlreiche Ehrengäste haben ihr Kommen und die Mitwirkung an der Programmgestaltung zugesagt: die Tanz- und Trachtengruppe Heimatortsgemeinschaft Miletitsch/Schönaich, die Jugendtanzgruppe, der Tanzkreis und der Chor der Donauschwaben Mosbach, die Donauschwäbischen Tanz- und Folkloregruppen aus Reutlingen und aus Gomaringen, die Donauschwäbischen Jugendtanzgruppen aus Cincinnati und Detroit in den USA sowie die Tanzgruppe KV Singen/Konstanz der Banater Schwaben.

Schauplatz der Feierlichkeiten ist das Festzelt – noch größer als bisher und erstmals mit Tanzfläche! – neben dem Domizil von Albstadts Donauschwaben in der Vogelsangstraße 1 auf Langenwand; offizieller Festbeginn ist am Samstag, 16. Juli, um 17 Uhr. Um 18 Uhr beginnt ein Schwabenball und Tanzabend mit Sängerin Silke Pur; um 22.30 Uhr ziehen die Tänzer in den benachbarten Kultursaal um.

Paprikasch und Saitenwürste

Das Sonntagsprogramm beginnt anderntags um 10.45 Uhr mit einer Heiligen Messe in der katholischen Kirche St. Franziskus. Um 11.45 Uhr folgt der Umzug aller Trachtenträger – auch der amerikanischen – von der Kirche zum Festzelt. Um 12.30 Uhr beginnt der Reigen der Festansprachen und Grußworte; den Anfang macht Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, der Schirmherr. Nach 13 Uhr ist ein buntes Nachmittagsprogramm mit dem Original Banater Echo geboten; zum Mittagessen gibt es Paprikasch, Donauschwäbische Bratwurst, Saitenwürstle mit Kartoffelsalat und im Anschluss Kaffee und Kuchen; dazu werden die festüblichen Getränke kredenzt. Personelle Unterstützung bekommt die Ortsgruppe vom Pfadfinderstamm Cherusker, Mitglied im Landesverband Baden-Württemberg der Deutschen Jugend in Europa.

Trachten aus der alten Heimat

Die Donauschwaben in Albstadt gibt es seit 61 Jahren; die Ortsgruppe Ebingen wurde 1951 aus der Taufe gehoben. 19 Jahre lang war die "Zille" in Truchtelfingen ihr Domizil; danach fanden die Donauschwaben eine neue Heimat auf Langenwand, die auch für Besucher von Interesse ist. In zwei Heimatstuben Franzfeld und Weprowatz, die rund 150 Quadratmeter in Anspruch nehmen, sind an die 30 lebensgroße Schaufensterpuppen und über 40 kleinere Puppen ausgestellt, die Alltagstrachten sowie reich verzierte weibliche Festtagstrachten aus den Ortschaften der alten Heimat tragen. Ferner sind Alltagsgegenstände, Arbeitsgeräte sowie Exponate zur Heimatgeschichte ausgestellt. Hinzu kommt ein Kultursaal, der bis zu 100 Gästen Platz bietet. Eine größere Tanzfläche gibt es auch; auf ihr kann unter anderem die Jugendtanzgruppe üben, die derzeit aus sechs Paaren besteht.