So feiern können nur die Donauschwaben: Der Fliegertanz trägt seinen Namen aus gutem Grund. Foto: Horst Schweizier

Ihre Kirchweih haben die Donauschwaben Albstadt diesmal in Margrethausen gefeiert. Sie ist das größte Fest der Donauschwaben – und war im Jubiläumsjahr besonders bunt.

Tolle Stimmung, bunte Trachten, eine stets gut frequentierte Tanzfläche und begeisternde Tänze waren Garanten für ein gelungenes Kirchweihfest der Ortsgruppe Albstadt der Donauschwaben.

 

Das fand am Samstag erstmals in der Festhalle Margrethausen statt. Die Gründe dafür, nannte Vorsitzender Matthias Schwarz: Zum einen begeht Margrethausen heuer sein 750-Jahr-Jubiläum, zum anderen stehe in der Festschrift, die zum 700-Jahr-Jubiläum vor einem halben Jahrhundert erschienen war, dass mehr als die Hälfte der Einwohner einen Vertriebenen-Hintergrund haben. Darunter seien viele Donauschwaben.

Schon beim Einzug war die Stimmung großartig. Foto: Horst Schweizier

Bevor die Veranstaltung überhaupt und mit halbstündiger Verspätung begann, war das Organisationsgeschick von Matthias Schwarz gefragt. Zu den angemeldeten Besuchern mit reservierten Plätzen gesellten sich weitere in großer Zahl. Tische mussten zusätzlich aufgestellt werden, die meisten haben dann ein Plätzchen gefunden.

Auf dem Weinfass wird der Strauß versteigert

Ein beeindruckendes Bild bot sich den begeistert klatschenden Besuchern beim Einmarsch der 20 Trachtenpaare – vorneweg das Kirchweihpaar mit dem Rosmarin- respektive Kirchweihstrauß, geschmückt mit bunten Bändeln. Die Tanz- und Trachtengruppen kamen aus Reutlingen, Gomaringen, Schönaich, Spaichingen und Singen.

Farbenfroh: Bändel und Gewänder der Donauschwaben. Foto: Horst Schweizier

Außerdem war eine Fahnenabordnung aus Moosburg an der Isar dabei. Mit „Buwe, was hamm’er heut?“ – „Kerwei!“ so die lautstarke Antwort aus dem Saal – hieß der Ortsverbandsvorsitzende Matthias Schwarz die Gäste in der proppenvollen Festhalle willkommen. Zu den Klängen des „Original Banater Echo“ folgte der Eröffnungswalzer, den diesmal nicht das Kirchweihpaar tanzte: Den 750 Margrethausener Jahren geschuldet, änderte sich der Brauch, und der Tanz war Matthias Schwarz mit Ines Szuck mit dem Kehrweihstrauß vorenthalten.

Voll besetzt war die Halle in Margrethausen bei der Kirchweih mit Gästen jedes Alters. Foto: Horst Schweizier

Der Vorsitzende ging auf die einstige Kirchweih ein, den Tag der Weihe des Gotteshauses. Ursprünglich sei dieser eine rein religiöse Angelegenheit gewesen, die sich im Lauf der Jahrhunderte in Europa zu einem großen Fest entwickelt habe. Die Ortsgruppe hielt an der Kirchweih als Tag Gottes fest und hielt im Vorfeld in der Kirche St. Margareta eine gut besuchte Kichweihmesse mit Pfarrer Uwe Stier ab.

Der Tanz ist das Wichtigste bei der Kirchweih. Foto: Horst Schweizier

Matthias Schwarz erinnerte daran, dass viele Vorfahren die einstigen heimischen Kirchweihbräuche in die heutige Heimat der Donauschwaben mitgenommen hätten. „Wir Kinder sind hier zuhause, hier ist unsere Heimat, dennoch vergessen wir die Kultur, Bräuche und Sitten der Donauschwaben nicht“, so der Vorsitzende weiter.

Die Tanzfläche: immer voll Foto: Horst Schweizier

Und bestens gelaunt fuhr er fort: „Heute ist das scheenschte Fescht im Jahr, wir tanzen, lachen, singen und genießen das Leben bis in die frühen Morgenstunden“. In der Festhalle herrschte ausgelassene Atmosphäre, denn die Besucher ließen sich – auch als Schwarz zum Kehrwei-Spruch auf das Weinfass stieg , um nach einem Schluck Wein den Kirchweihstrauß zur Versteigerung freizugeben – von der Fröhlichkeit regelrecht anstecken.

Beim Kirchweihball, dem Schlagertanzvergnügen pur, sorgten erstmals die „Schlagerbengel“ für Stimmung – und die war bestens.