Die Premiere der Ritterspiele zu Donaueschingen lockt Tausende Besucher an. Die Szenefans sind begeistert. Gibt es eine Fortsetzung 2027?
Mittelalterliches Leben mitten in Donaueschingen haben am Wochenende Fabula Corvinus alias Anja und Markus Katz verbreitet. Mit unzähligen Gauklern, Handwerkern, Marktbeschickern, Stämmen und Familien sowie friedlichen und kriegerischen Rittersleuten der damaligen Zeit drehten sie den Alltag während drei Tagen um ein paar hundert Jahre zurück.
Die ersten Ritterspiele zu Donaueschingen waren von Beginn an heiß begehrt und der Drang, zu erfahren, wie sich das Leben rund um Burgen, Schlösser bei Klerus, Adel und Bürgertum abgespielt haben könnte, riesengroß. Von Beginn an strömte das Publikum auf die Veranstaltungsfläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum Reitstadion.
Die Faszination begann mit dem Eintritt in ein Leben vor unserer Zeit und fesselte von Beginn an aufgrund seiner Natürlichkeit, mit welcher die Protagonisten das Mittelalter ganz nahebrachten. Der gewählte Schauplatz des Spektakels erinnerte beim Blick auf das Reitstadion viele der Besucher an die ausgefallenen Reitturniere und die in diesem Bereich veranstalteten Windhundtage der vergangenen Jahre.
Tor zum Mittelalter
Doch rasch kristallisierte sich heraus, dass die Ritterspiele – inklusive mittelalterlichem Markt – eine eigenständige Attraktion sind. Das eigentliche Spektakel war in drei Teile gegliedert. Unmittelbar nach dem Zutritt durch das Tor zum Mittelalter breiteten sich die Marktbeschicker aus. Dort erfuhren die Gäste eine Menge über das Handwerk, die Verwendung von Kräutern, die Wahrsagerei und vieles mehr, was das Leben der damaligen Zeit prägte. Wie sich etwa ein Kuhhorn zu einem Instrument mit Signalwirkung umgestalten lässt, welches robuste Geschirr und Besteck sich aus jahrhundertealtem Olivenholz schnitzen lässt oder welche Wirkung von Medaillons ausgeht.
Große Fanszene
Unter den Gästen auf der Marktfläche tummelten sich derweil allerlei mittelalterliche Gestalten, die sich eigens für derartige Events in selbstgenähte und gestaltete Outfits als Spielleute, Gaukler, Ritter oder Magier warfen. Sie waren nur ein kleiner Beleg für die Fanszene, die es für das einstige Leben vergangener Zeiten gibt.
Sero und Abra kamen als Magier und Hexe ganz in Schwarz gekleidet. Als eigener Stamm waren Johann und Lilia Wehle aus Waldshut zu Gast. Ein weiteres Highlight war die Veranstaltungsfläche inmitten des Lagers. Dort konnten sich die Gäste ein Bild davon machen, dass das Leben damals nicht immer ein Zuckerschlecken war.
Zuvorderst stand das Ritterturnier, bei welchem die Ritter hoch zu Ross mit harten Bandagen gegeneinander antraten. Spektakulär gliederte sich am Abend auch die Feuershow ein, bei der Ross und Reiter aufzeigten, welche Anstrengungen es benötigte, um durch eine Feuersbrunst zu reiten.
Wer wissen wollte, wie das Volk die Pferde zur damaligen Zeit dressierte und auf ihre jeweiligen Einsätze vorbereitete, bekam ausführliche Informationen während der dritten Vorführung des Tages.
Das Alltagsleben zwischen Feuermachen, Katapult und Schwertkampf gab es im Lager zu bestaunen. Dort hatte sich unter anderem der Stamm mit dem Namen Leitwölfe eingefunden, in dem mehrere Generationen an vielen Tagen im Jahr die Einfachheit des Lebens zur damaligen Zeit erfahren.
Keine einmalige Sache
Ausblick
2500 Gäste bekundeten am ersten Tag der Zeitreise ihr Interesse für das Hochmittelalter, das seine Blütezeit zwischen ungefähr 1100 und 1300 nach Christus erlebte. Auch in den Folgetagen riss das Interesse nicht ab, was die Lagerchefs von Fabula Corvinus dazu bewegt, im kommenden Jahr erneut die Donaustadt in der Zeit um den Maifeiertag als ein Ziel ihres mittelalterlichen Spektakels zu wählen.