Die Feuerwehr gibt Tipps zur Vorweihnachtszeit. Vorsicht ist bei Kerzen und Lichterketten geboten.
Kerzenschein, duftende Tannenzweige, flackernde Lichterketten – in der Adventszeit wird es in vielen Wohnzimmern heimelig.
Doch mit der Besinnlichkeit steigt auch die Brandgefahr und immer wieder muss die Feuerwehr ausrücken.
Dabei spielt offenes Feuer immer weniger eine Rolle. „Vor 20 Jahren war das noch anders, da brannten in jedem Haushalt echte Kerzen. Heute sind es eher technische Ursachen wie überhitzte Steckerleisten oder defekte Lichterketten“, sagt Philippe de Surmont, Sprecher der Donaueschinger Feuerwehr.
„Der Klassiker ist hier der verlängerte Mehrfachstecker. In die Mehrfachsteckdose wird nochmals ein Mehrfachstecker eingesteckt und zu viele Geräte angehängt. Hier schlägt dann die Physik zurück“, erklärt De Surmont.
Gerade bei der Weihnachtsbeleuchtung rät die Feuerwehr zur Vorsicht. Lichterketten sollten immer ein CE-Kennzeichen tragen. Von Billigware aus Fernost ist abzuraten. Sie kann sich schnell überhitzen oder Funken schlagen.
Kürzel sind wichtig
Im Außenbereich sollte auf die passende IP-Schutzklasse geachtet werden, damit Feuchtigkeit keinen Kurzschluss verursacht.
„Entsprechender Weihnachtsschmuck ist mit den Kürzeln IP44, IP54 oder IP64 oder mit einem Symbol (Tropfen im Dreieck) gekennzeichnet“, heißt es dazu auf Verbraucherzentrale.de. Zur Wintervorbereitung zählt die Überprüfung von Wasseraußenleitungen. Wenn Wasser in Leitungen gefriert, platzen schnell die Rohre. Die Feuerwehr rät deshalb, Außenhähne rechtzeitig abzusperren und Leitungen vollständig zu entleeren, bevor der Frost kommt.
Besonders tückisch wird es im neuen Jahr, wenn Weihnachtsbäume und Kränze längst vertrocknet sind. „Viele behalten ihren Baum bis Maria Lichtmess. Da reicht ein Funke, und das Ganze steht in Flammen“, warnt De Surmont.
Kamine als Gefahrenquelle
Nicht zu unterschätzen sei die Gefahr durch Kamine. Diese sollten regelmäßig von Schornsteinfegern überprüft werden. Häufig entstehen Kaminbrände durch Glanzruß – Ablagerungen, die sich entzünden können. Auch unvollständige Verbrennungen bei zu weniger Belüftung sind problematisch: Sie können zu einer gefährlichen Kohlenmonoxidvergiftung führen. Generell gilt: Offenes Feuer nie unbeaufsichtigt brennen lassen, vor allem nicht in der Anwesenheit von Kindern, und Rauchmelder regelmäßig warten, denn die retten Leben. Außerdem gilt es, die Elektrik im Blick zu behalten.
„Innerhalb der nächsten Wochen werden wir unseren 200. Einsatz in diesem Jahr fahren“, sagt der Wehrsprecher. Eine auffällige Häufung zur Weihnachtszeit gebe es aber nicht. „Zum Glück. Wir arbeiten alle ehrenamtlich und freuen uns auch, wenn wir die gemütliche Zeit mit unseren Lieben verbringen können“, so De Surmont.
Brandrisiko Weihnachten
Millionenschäden
Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft werden den Versicherern in der Weihnachtszeit etwa 6000 zusätzliche Feuerschäden gemeldet. Zahlen des Verbandes zeigen, dass diese Brände im Jahr 2023 bundesweit etwa 27 Millionen Euro Schaden verursacht habe.
Aber ein Rückgang
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der zusätzlichen Brände zur Weihnachtszeit stetig gesunken. 2015 etwa lag sie noch bei 12 000.