Der ADAC rechnet mit Schäden in Milliardenhöhe. In Donaueschingen trifft‘s ältere Straßen. So können Bürger die Schadstellen melden.
Eigentlich war der Winter doch schon überstanden. Offizieller Frühlingsbeginn, Sonne, zweistellige Temperaturen. Doch dann kommt es, wie so oft im späten März und April: Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee und Graupel geben auch in Donaueschingen und dem ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis ein kurzes Comeback.
Für die nach dem Winter ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Straßen ist das noch mal ein Stresstest, wird doch im Frühling erst das Ausmaß der Winter-Schäden am Asphalt so richtig deutlich.
Nach Schätzungen des ADAC hat der abgelaufene Winter bundesweit mehr Schlaglöcher und Risse auf den Straßen hinterlassen als die frostigen Monate der Vorjahre. Die Schadenssumme könnte in Milliardenhöhe gehen.
Problematisch sind dabei aber nicht konstant frostige Phasen, wie im Januar 2026, als die Temperaturen auf der Baar an mehreren Tagen gar in den zweistelligen Minusbereich gefallen waren. Problematisch ist dagegen eher, dass die Temperaturen oft zwischen Minus- und Plusbereich gewechselt haben, sagt der Automobilclub.
Älterer Asphalt ist anfällig
Auch in Donaueschingen muss die Stadt in den kommenden Wochen und Monaten einige Schlaglöcher ausbessern, sagt Pressesprecherin Beatrix Grüninger. „Das Schadensniveau bewegt sich allerdings auf einem vergleichbaren Stand wie in den vergangenen Jahren. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es keine Ausreißer.“
Besonders anfällig zeigen sich laut Grüninger ältere Straßen sowie die Hauptverkehrsadern. Älterer Asphalt, in dem sich etwa bereits vor dem Winter Risse gebildet hatten, seien eher Angriffspunkte für Frost und Feuchtigkeit. Wechseln diese sich häufig ab, werden aus Rissen in der Oberfläche schnell größere Löcher.
Dass es Ende März nochmal Frost gibt, sollte Ausbesserungen handelsüblicher Schlaglöcher nicht behindern, so Grüninger. „Kleinere Reparaturen mit Kaltasphalt können meist ständig, also auch über die Wintermonate ausgeführt werden.“ Wo sich im Asphalt der Stadt die kleinen Krater gebildet haben, das dokumentieren die Technischen Dienste und das Tiefbauamt in einer Datenbank. Aus den Ortsteilen melden die Ortsvorsteher Straßenschäden, so die Stadtsprecherin.
Bürgerinnen und Bürger können Schlaglöcher und sonstige Straßenschäden allerdings auch melden. „Unterstützend wirkt natürlich auch der Online-Schadensmelder der Stadt. Hinweise aus der Bürgerschaft helfen dabei, Schäden schnell aufzunehmen und zeitnah zu prüfen.“
Welche Schäden das Rathaus priorisiert, das geht laut Grüninger zunächst über die Auswirkungen eines Schlaglochs auf die Verkehrssicherheit. Dann stehen die Bedeutung einer Straße für den Verkehrsfluss und die Auslastung einer Straße im Fokus.
Nun müssen viele Gemeinden, so auch Donaueschingen, sparen, wo es möglich ist. Der ADAC schätzt die Kosten für die Reparatur von kleineren Schlaglöchern mit Kaltasphalt auf je bis zu 200 Euro. Beatrix Grüninger verspricht, dass zumindest dort, wo es für die Verkehrssicherheit nötig ist, dieses Geld in Donaueschingen auch unabhängig von der angespannten Haushaltslage verfügbar sein soll, damit zumindest die größeren Andenken an den Winter verschwinden.
So entstehen Schlaglöcher
Eis schafft Hohlräume
Wenn das Tauwetter beginnt, zeigen sich meist erst so richtig die Schäden, die der Winter auf den Straßen angerichtet hat. Besonders ältere Straßen sind betroffen, da hier Feuchtigkeit bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt durch Risse in den Asphalt eindringen kann. Bei Frost dehnt sich das Eis dann aus. Wird es wieder wärmer, schmilzt das Eis und hinterlässt Hohlräume im Fahrbahnbelag, die durch das Gewicht der Autos eingedrückt werden. Wenn im Frühling der letzte Frost unter dem Asphalt wegschmilzt, zeigt sich dann das gesamte Bild der Straßenschäden.