So sehen Sieger aus: Ob Lego Mindstorms, Bierschaum, Schwärme oder Dampfmaschienen – so indivduell wie die Nachwuchsforscher des Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasiums sind, so einzigartig waren ihre Projekte beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht in Freiburg. Zum Glück hatte Marcel Kaimer eine Kamera dabei und fotografierte die strahlenden Donaueschinger. Foto: Marcel Kaimer Foto: Schwarzwälder-Bote

Alle Forschungsprojekte beim Regionalwettbewerb Jugend forscht erfolgreich / Drei dürfen beim Landesfinale ran

Von Alexandra Alt Donaueschingen. Das ist ja der Hammer: Zehn Teams hat das Fürstenberg-Gymnasium zum Regionalwettbewerb Jugend forscht nach Freiburg entsendet – acht landeten auf dem Treppchen und die Schule selbst erhielt einen Sonderpreis. "Wir packen unsere Sachen zusammen, fahren nach Hause und dann wird erst einmal gefeiert." Mario Mosbacher, Lehrer am FG und Betreuer der jungen Forscher ist ganz aus dem Häuschen als er wenige Minuten, nachdem die Preisverleihung in Freiburg zu Ende gegangen ist, atemlos verkündet: "Wir sind mit zehn Teams hierher gefahren und alle zehn haben einen Sonderpreis bekommen." Besonders erfreulich ist, dass acht von ihnen auf dem Treppchen gelandet sind – gar fünf haben die Konkurrenz komplett hinter sich gelassen. Dabei war diese mit 159 Teilnehmern und 85 Projekten, die in der Freiburger Rothaus Arena von der Jury unter die Lupe genommen wurden, recht groß.

Weil das Fürstenberg-Gymnasium gleich mit zehn Projektteams im Regionalwettbewerb gestartet war, gab’s einen von der Unternehmerfamilie Sick gestifteten Sonderpreis – 2000 Euro – oben drauf. Und weil der Erfolg seiner Schützlinge auch ein bisschen sein Erfolg ist, erhielt Mario Mosbacher den mit 250 Euro dotierten Betreuerpreis. "Das geht natürlich alles in die Jugend forscht-Kasse", sagt Mosbacher.

Ohne Fleiß kein Preis

Mit den Vorbereitungen auf den Wettbewerb ist nicht nur ein gewisser Zeitaufwand, sondern sind auch jede Menge Kosten verbunden. Wie sonst lassen sich folgende preisgekrönten Projekte ermöglichen, die gestern bei Jugend forscht die Jury überzeugt haben:

u  Im Bereich Biologie war Ayla Schröder (18) mit einer Fallstudie zur Bachrenaturierung angetreten. Die Jury zeichnete ihr Projekt mit einem dritten Preis aus.

u  Marc Wenziger (17) und Teampartner Andreas Kupferschmid (18) hatten mit der Optimierung der Herstellung von Biogas die Jury im Fach Chemie überzeugt. Sie attestierten dem Duo gar eine sehr gute Beobachtungsgabe. Der Lohn: Platz 1 und eine Teilnahme beim Landeswettbewerb in Stuttgart. Christoph Lienhard (19) und seine Entwicklung eines Flüssigtreibstofftriebwerks landete auf einem dritten Platz.

u  Bei den Geo- und Raumwissenschaften waren Anita Siebler (18) und Sabine Höfler (18) mit ihrer Untersuchung der Flora und Fauna einer künstlich beleuchteten Höhle unter Berücksichtigung der geologischen Gegebenheiten unschlagbar.

u  In der Kategorie Mathe und Informatik sahnten Jan Schulze (17), Thomas Irion (19) und David Schulz (18) ab, die mit ihrer Studie über Schwarmverhalten wenn auch in anderer Team-Konstellation bereits 2010 den Bundessieg nach Hause trugen. Sie werden beim Landeswettbewerb ihre neu gewonnen Daten präsentieren.

u Das Physik-Trio Esther Bronner (17), Oliver Gerold (17) und Johannes Müller (17) hatten untersucht, warum Bier schäumt – oder wissenschaftlich ausgedrückt: schallinduziertes Ausgasen in kohlenstoffübersättigten Flüssigkeiten. Die Jury belohnte das Projekt mit dem dritten Preis.

u Im Bereich Technik machten David Strom (17) und Dominik Rudolf (17) die Industrielle Revolution zum Thema. Die Dampfmaschine als eine Erfindung der Antike? – das überzeugte auch die Jury.

u In der Rubrik Schüler Experimentieren trumpften Marco Durlesser (14) und Marcel Kaimer (14) mit "Lego Mindstorms – Auto, das mit Anhänger rückwärts fährt" auf: Platz 1. Die beiden dürfen ihr Forschungsprojekt ebenfalls beim Landeswettbewerb präsentieren – allerdings in Balingen (7. und 8. April).

Bloß keinen Druck

"Wir machen uns keinen Druck", sagt Mosbacher im Hinblick auf das Landesfinale vom 29. bis 31. März im Haus der Wirtschaft in Stuttgart. Partnerunternehmen wird die Robert Bosch GmbH sein. Heute, einen Tag nach dem großen Siegeszug beim Regionalwettbewerb, dürfen die jungen Forscher erst einmal die Seele baumeln lassen. Es ist ja ohnehin Wochenende. Dann aber steht schon das erste Treffen der drei Erstplatzierten an. "Wir besprechen dann wie es weitergeht", sagt Mosbacher. Immerhin steht in knapp sechs Wochen der Landeswettbewerb vor der Tür. Doch warum heute schon an morgen denken – vor allem, wenn der Siegeszug des Fürstenberg Gymnasiums erst einmal gefeiert werden muss.