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Donaueschingen Zahl der Falschalarme nimmt zu

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Abschluss einer Feuerwehrübung, die im Mai im Hotel Öschberghof stattfand. Helmut Binkert schließt den Schlüsselkasten, der den Zugang zum Feuerwehrinformationszentrum gewährt. Die Brandmeldeanlage ist wieder scharf gestellt. Im Ernstfall sind Feuerwehreinsätze, die durch Brandmeldeanlagen verursacht werden kostenpflichtig, wenn die Alarmierung nicht durch ein Schadenfeuer begründet wird. Foto: Wursthorn

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen - Die einen nennen es Fehlalarm, die anderen technischer Alarm, korrekt heißt es eigentlich Falschalarm, doch der Ablauf ist stets derselbe: Ein Feuerwehr-Löschzug fährt bei einer Firma an, um nach einigen Minuten der Geschäftigkeit wieder abzurücken. Später bekommt die Firma eine Rechnung.

Wie genau die Besitzer der Immobilien belangt werden, wird in den Kommunen unterschiedlich gehandhabt. Der letzte Falschalarm im Städtedreieck liegt erst ein paar Tage zurück. Bei einer Feier in der Stadthalle Bräunlingen wurden auf dem Vorplatz bengalische Feuer gezündet. Die Lüftung zog Rauch an, die Anlage wurde ausgelöst und damit ein Einsatz. Der Feuerwehr Bräunlingen rückte mit drei Fahrzeugen und 25 Mann an, die ebenfalls aus Donaueschingen anrückende Drehleiter drehte um, als sich die Alarmierung als Fehlalarm entpuppte.

50 Fehlalarme in diesem Jahr

"Die Zahl der Falschalarme hat zugenommen", sagt der Donaueschinger Gesamtkommandant Edgar Schiesel. Bisher etwa 50 Fehlalarme in diesem Jahr bilden zirka ein Drittel der Feuerwehreinsätze ab. Vier Fünftel traten in gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden auf, ein Fünftel wurde von privaten Rauchmeldern ausgelöst. Schiesel verweist hier ausdrücklich auf Unterschiede beim Kostenersatz: Kostenpflichtig wird ein Feuerwehreinsatz, wenn es nicht gebrannt hat. Es fehlt nämlich das im Landesfeuerwehrgesetz aufgeführte Schadensfeuer. Dieser Passus sollte, so Schiesel, überarbeitet werden. In Rheinland-Pfalz etwa entlasse schon eine Rauchentwicklung, wenn etwa eine Maschine heiß läuft, aus der Kostenpflicht.

Nicht betroffen von spitzfindigen Zuordnungen sind Alarmierungen im privaten Bereich: "Wir wollen ja nicht, dass sich ein Nachbar nicht traut, bei uns anzurufen, weil er sich nicht hundertprozentig sicher ist". Nur bei einem allzu nachlässigen Umgang – wenn ein zumutbares, näheres Nachschauen unterlassen wurde – könnte ein Falschalarm für den Alarmgeber Folgen haben, ergänzte der Hüfinger Hauptamtsleiter Horst Vetter.

Donaueschingen und Hüfingen verfolgen bei der Kostenerstattung die gleiche Linie. 13,93 Euro je Mann und Stunde fallen bei Einsätzen an. Zehn Euro bleiben in Hüfingen, egal ob er tags, nachts oder am Wochenende gerufen wird, beim Feuerwehrmann, 3,93 Euro kassiert die Stadt zur Abdeckung übergeordneter Kosten, zu der etwa auch Ausbildungen gehören. Ein Verdienstausfall wird nicht bezahlt. Immerhin beruhe der Feuerwehrdienst auf Freiwilligkeit, betont Vetter. Laut Stadtkommandant Jan-Philipp Bäurer habe man 2018 und 2019 relativ Ruhe bei Brandmeldeanlagen. Bei insgesamt 65 bilanzierten Einsätzen lösten gerade mal 13 der automatischen Anlangen aus.

Einsatz kostet zwischen 500 und 800 Euro

Landeseinheitlich gleich sind die Sätze, die für die Fahrzeuge in Rechnung gestellt werden. In Hüfingen reichen sie vom mittleren Löschfahrzeug (83 Euro) bis zum Rüstwagen (187 Euro). Je nach Aufgebot kostet ein Einsatz in Donaueschingen zwischen 500 und 800 Euro, schlüsselt Schiesel auf. Bei sensiblen Objekten wie Krankenhaus, Altenheimen oder Schulen rückt die Drehleiter automatisch mit aus. Die Mannstunde wird hier mit 15 Euro veranschlagt, ab der zweiten Stunde sind es zehn Euro: rund um die Uhr und ohne Verdienstausfall. Abrechnungstechnisch sei das System einfacher, heißt es aus beiden Städten.

"Keine Ursache" könne man auch dem Falschalarm nicht zuschreiben, betont der Bräunlinger Gesamtkommandant Martin Frey. Ein Sensor reagiere nun mal. In Bräunlingen stellt die Stadt eine Rechnung über sieben Euro je Mannstunde plus einen Verdienstausfall aus. Einsätze wegen Brandmeldeanlagen gebe es immer mal wieder. Sie seien aber kein echtes Ärgernis, weil sich die Firmen von sich aus bemühten, das Problem schnellstmöglich zu lösen.

In der Brandmeldezentrale laufen alle Meldungen der installierten Senoren zusammen. Sie ist erster Anlaufpunkt der Wehr. Hinterlegt sind Infos zur Melderlinie, einer Karte, auf der eine grüne Linie zum Auslöser führt. Die Wehr prüft dort die Umgebung. Gibt es keine Anhaltspunkte für einen Schaden, stellen Feuerwehr und Haustechniker die Brandmeldeanlage wieder scharf.

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