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Donaueschingen Windkraft entzweit die Bevölkerung

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Die Initiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes hat vom Überlinger Landschaftsarchitekten Ulrich Bielefeld eine angeblich maßstabsgerechte Visualisierung mit den geplanten Windrädern auf Länge und Ettenberg anfertigen lassen. Sie versucht mit diesem Blick aus Richtung Behla (im Vordergrund) Windkraftgegner zu mobilisieren. Foto: Fotomontage: Solarcomplex

Donaueschingen - Kontroverse Diskussionen werden um die geplanten Windkraftanlagen in der Region geführt.

Pro: Wie wird das Energieproblem gelöst? Jeder genießt den Luxus, den eine reibungslose Energieversorgung gewährt. Woher diese kommt, ist vielen egal. Nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie müssen aber alternative Konzepte her. Die Windkraft zählt dazu. Für die Offshore-Windparks in der windreichen Nordsee müssen große Transitleitungen gebaut werden, über deren Verlauf in der Politik viel gestritten wird. Das Land Baden-Württemberg will die Windkraft im eigenen Land zudem ausbauen. Ein entsprechender Standortatlas wurde angelegt. Die Kommunen Donaueschingen, Hüfingen und Blumberg haben hierfür Länge und Ettenberg auf deren Windbeständigkeit und -stärke (Windhöffigkeit) prüfen lassen und die entsprechenden Gebiete, die auch Flächen des Hauses Fürstenberg umfassen, ausgewiesen. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten mit einem abgesprungenen Investor wurden Green City Energy, München, (Bereich Riedöschingen) und Solarcomplex, Singen, als Investoren gewonnen, die im kommenden Jahr 13 Windkraftanlagen errichten wollen. Solarcomplex reagiert auf den aufkommenden Gegenwind durch Windkraftgegner recht gelassen. Geschäftsführer Bene Müller meinte jüngst in einer Infoveranstaltung der Umweltgruppe Südbaar, dass man auf jeden Fall an den Plänen für das 42 Millionen-Projekt festhalten werde – auch bei einer geringeren Vergütung, die bei einer Baufreigabe nach dem 1. Januar der Fall sein wird. Man wolle einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung nach der Energiewende beitragen. "Die Erkenntnisse aus Windmessung und allen beigezogenen Messdaten zeigen, dass mit dem zu erwartenden Stromertrag der private Strombedarf von gut 75 000 Menschen gedeckt werden kann", hieß es jüngst zudem in einer Mitteilung von Solarcomplex.

Contra: Noch liegen die Genehmigungen für den Bau der 13 Anlagen nicht vor. Die Anträge werden vom Landratsamt noch geprüft. Dies nehmen die Windkraftgegner mit Einwänden beim Landratsamt zum Anlass, um Zeit zu gewinnen. Denn sie gehen davon aus, dass diese Windräder nach der Kürzung der Einspeisevergütung zum 1. Januar 2017 unwirtschaftlich und daher nicht gebaut werden.

Die Gegner sind zwei Bürgerinitiativen, die in Stühlingen und St. Märgen beheimatet sind, aber auch auf der Baar Mitglieder haben, unter anderem Alfred Rothmund aus Fürstenberg, der in den vergangenen Tagen fleißig Flugblätter verteilt hat. Dort wird auf die Infoveranstaltung der Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds, St. Märgen, am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, im Kranz in Fürstenberg hingewiesen. Vortragsthemen sind die Bedeutung von Windkraftanlagen für den Klimawandel, optischer Wandel der Region und Auswirkungen für den Tourismus, Infraschall der Anlagen und dessen Auswirkung auf die Gesundheit sowie alternative Konzepte zur C0 2-Reduzierung.

In einer Mitteilung der Bürgerinitiative Stühlingen an Blumbergs Bürgermeister Keller und Riedöschingens Ortsvorsteher Schey hat deren Vorsitzender Ueli Joss am Mittwoch im Vorfeld des Infoabends von Green City Energy gestern Abend in Riedöschingen darauf hingewiesen, dass die derzeit 26 000 Windräder in Deutschland Windkraft "null und nichts zur Energiewende" beitrage. Das liege daran, dass Windräder nur bei Wind Strom produzierten und bei deutschlandweiten Windflauten die Produktion regelmäßig unter ein Prozent der installierten Leistung zusammenfalle. Bei Windstille müssten Ersatzanlagen (Wasser, Biogas, Öl oder Kohlestrom) Energie bereitstellen; von einer sicheren Versorgung von Tausenden Menschen könne keine Rede sein. Bei gutem Wind werde zu viel Strom produziert und Anlagen, auch Wasserkraftanlagen, würden abgeregelt. 2014 seien 1,221 Millionen Kilowattstunden Strom abgeregelt worden. Die Produktion der Anlagen in Baden-Württemberg habe 2014 bei gut der Hälfte (664 Millionen Kilowattstunden) gelegen.

 

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