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Donaueschingen Wie geht es mit dem Freibad weiter?

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Idyllisch liegt das Parkschwimmbad im Schlosspark. Doch der Zahn der Zeit nagt daran. Foto: Müller

Donaueschingen - Seit Jahren wird über die Sanierung des Parkschwimmbades diskutiert. Erste Planungen wurden bereits 2012 und dann überarbeitet noch einmal 2015 vorgestellt. Damals war das Ziel, mit der Sanierung zu Beginn der Sommerferien 2018 fertig zu sein. Es ist anders gekommen.

Dass Handlungsbedarf besteht, war und ist unumstritten. Es geht um das Wann und Wie. Schließlich werden die Sanierungskosten mittlerweile mit rund 5,5 Millionen Euro beziffert. Eine Summe, die die Stadt neben dem Realschulneubau nur schwer stemmen kann. Da wäre doch eine Förderung hilfreich. Diese gab es bislang nicht, und so steht das Parkschwimmbad für die Jahre 2021 und 2022 zwar mit insgesamt fünf Millionen Euro im Haushalt, allerdings mit dem Sperrvermerk, dass nur saniert werden soll, wenn es eine Förderung gibt. Nächstes Jahr sollen für 500.000 Euro erst einmal die Planungen konkretisiert werden.

Derweil werden einige Fraktionen selbst kreativ. Während die FDP/FW-Fraktion in der Vergangenheit auf der Suche nach Fördertöpfen war, betätigen sich die Grünen und die CDU in der planerischen Ideenfindung. Die Grünen sind mit einer konzeptionellen Idee in die Haushaltsberatungen eingestiegen: "Wir registrieren durchaus den zunehmenden Druck in Bezug auf eine baldige Sanierung des Parkschwimmbads", sagte Fraktionssprecher Michael Blaurock.

Die Grünen würden aber dennoch zunächst die Prüfung von Alternativen und dabei insbesondere den Umbau zu einem Naturschwimmbad favorisieren. Damit könnten die verbundenen Bau- und Betriebskosten sowie deren bauartbedingte Vor- und Nachteile besser eingeschätzt werden. "Die Öffentlichkeit sollte wegen der veränderten Nutzbarkeit eines Naturbads ebenfalls in den Prozess eingebunden werden", forderte Blaurock.

Die CDU hingegen bringt im technischen Bereich eine Folienlösung ins Spiel: "Wir sollten nach Möglichkeit die Investitionssumme optimieren und reduzieren", sagt CDU-Chef Martin Lienhard. Da trifft es sich gut, dass man mit Ramona Vogelbacher nun eine "ausgewiesene Schwimmbadexpertin", die in der Region jedes Bad kenne, in den eigenen Reihen habe.

Denn Vogelbacher ist nicht nur die Chefin der Wolterdinger Schwimmbadfreunde, sondern pflegt auch den regen Austausch mit anderen Schwimmbadfördervereinen. "Man lernt immer etwas voneinander", weiß Vogelbacher. Und im Bregtalbad, das in Furtwangen ebenfalls von einem Förderverein betrieben wird, wurde bei der Sanierung eben auf eine Folie gesetzt, anstatt auf ein gekacheltes Becken oder auf eine teure Edelstahllösung.

Optisch würde ein Folienbecken dem Besucher nicht auffallen, denn die Folien gebe es in Wasserblau, und auch die Ränder könnten entsprechend anders gestaltet werden. Man müsse schon genau hinschauen, um die Kosten zu erkennen. Im Gegensatz dazu sei ein Edelstahlbecken grau, und das werde ästhetisch unbewusst eher negativ wahrgenommen.

Ausschlaggebend für die CDU-Fraktion mit diesem Vorschlag aufzuwarten, sind allerdings die Kosten: Doch selbst, wenn die Anschaffung günstiger ist, macht die kürzere Lebensdauer im Vergleich zum Edelstahlbecken nicht wieder alles zunichte? "Wenn ein Edelstahlbecken 50 Jahre hält und die Folienlösung 40 Jahre, aber nur die Hälfte kostet, dann ist schon viel gewonnen", sagt CDU-Chef Lienhard. Auch ein Edelstahlbecken sei nicht unverwüstbar. Kleine "Verletzungen" durch verlorene Haarspangen oder Schmuck würden zu "unschöner Korrosion" führen.

Und wie passt das zum Vorschlag der Grünen? "Die beiden Anträge stehen nicht in einem Widerspruch zueinander", erklärt der Fraktionsvorsitzende Marcus Greiner. Das eine sei ein Vorschlag im technischen Bereich, das andere betreffe die Konzeption des Schwimmbades. Auch bei einem Naturbad brauche man ein Becken und dieses könne auch mit einer Folie, anstatt mit Edelstahl realisiert werden. Allerdings sieht die CDU-Fraktion den Grünen-Vorschlag mit etwas Skepsis. Der Flächenbedarf für die Regenerationszone, ein Becken mit Pflanzen, sei erheblich. Man rechne hier, dass man die 1,5-fache Fläche des Schwimmbeckens benötige. "Und das geht dann von der Liegefläche ab, die ja an Hochsommertagen voll genutzt wird", so Greiner.

Für das kommende Jahr wird also noch während der Planung genügend Diskussionsbedarf vorhanden sein. Denn auf der Verwaltungsbank hält sich die Begeisterung in Grenzen: "Das ist ein komplexes Thema. Wir können keine zwei Planungen nebeneinander her machen", sagt Stadtbaumeister Christian Unkel im Bezug auf die Grünen-Idee. OB Erik Pauly ist derweil der Meinung, dass die "Kosten nicht immens runtergehen" werden, wenn man das Edelstahlbecken durch eine Folie ersetzt.

Aber: Was tun, wenn es doch keinen Zuschuss gibt? Hinter den Kulissen wird schon von einem dringenden Handlungsbedarf gesprochen und kostengünstiger wird die Sanierung sicher nicht.

Ihre Redaktion vor Ort Donaueschingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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