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Landtagswahl: im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen zur Verfügung

Bei der Landtagswahl am 14. März stehen den Wählern im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen 20 Wahlvorschläge zur Verfügung.

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen/Tuttlingen (jak). Wer wird den Wahlkreis 55 in den nächsten fünf Jahren in Stuttgart vertreten? Aktuell sind es noch Tourismus- und Justizminister Guido Wolf und die AfD-Abgeordnete Doris Senger. Doch am 14. März sind Landtagswahlen und den Wählern aus dem Kreis Tuttlingen und den Städten Donaueschingen, Hüfingen und Blumberg, die im Wahlkreis 55 zusammengefasst sind, stehen 20 Wahlvorschläge zur Verfügung.

Grüne: Mit 30 Jahren gehört Jens Metzger zu der jungen Generation, die in die Politik strebt. Bei der Nominierungsversammlung setzte er sich gegen zwei Politikroutiniers durch. Doch auch mit gerade einmal drei Jahrzehnten kann man schon einiges erlebt haben. Aktuell macht er eine Ausbildung zum Schreiner, zuvor studierte er European Studies und Economics for Transition. Eine eher ungewöhnliche Reihenfolge, die bei Metzger jedoch weder darauf beruht, dass er keinen Sinn mehr im Studium gesehen oder keinen Job gefunden habe. Es war eine Entscheidung, die durch seine Lebenseinstellung entstanden ist – ein Minimum an Konsum und Technologien und das Leben der Nachhaltigkeit. Bewusst verzichtet Metzger auf das Auto und ist mit Rad oder Bus und Bahn unterwegs.

CDU: Mit wenig Überraschung wartet die CDU auf. Relativ früh war klar, Guido Wolf würde es noch einmal machen und ohne großen Zirkus wurde er auch bereits im Juni 2020 nominiert. 95,9 Prozent sprachen sich für den aktuellen Minister für Tourismus, Justiz und Europa aus. Seit März 2006 ist er als CDU-Wahlkreisabgeordneter Tuttlingen-Donaueschingen im Landtag von Baden-Württemberg und Wolf hat schon einige Wahlen hinter sich. Der aktuelle Wahlkampf wird sich für ihn allerdings erheblich von dem im Jahre 2014 unterscheiden und das liegt in Wolfs Fall natürlich nicht nur an Corona. Denn bei der letzten Landtagswahl ging er als Spitzenkandidat ins Rennen – der Ausgang ist bekannt.

AfD: Die Nominierung von Rüdiger Klos für den Wahlkreis 55 sorgte für reichlich Aufsehen. Schließlich wurde die amtierende Landtagsabgeordnete Doris Senger, die als Nachrückerin von Lars Patrick Berg den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen in Stuttgart neben Wolf vertritt, kurzerhand abgesägt. Während Senger in der Stichwahl nur 13 Stimmen erzielen konnte, sprachen sich 20 AfD-Mitglieder für Rüdiger Klos aus. Klos selbst sitzt bereits im Landtag, für den Mannheimer Norden. Doch dort sind er und die AfD zerstritten, einer der beiden Sprecher des dortigen Kreisverbands Mannheim verkündet offen, dass Klos dort nicht mehr nominiert worden wäre. Doch Klos war damals nach eigenen Angaben bereits nach Tuttlingen gezogen.

SPD: Es war letztlich alles andere als ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei der Nominierungsversammlung der SPD setzte sich Christine Treublut gleich im ersten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit von 20 Stimmen sehr deutlich gegen Enrico Becker durch, den die Delegierten mit sieben Stimmen bedachten. Treublut stammt aus Niedersachsen, lebt aber schon seit geraumer Zeit in Tuttlingen, wo die Mutter zweier Kinder an der Fritz-Erler-Schule als Lehrerin unterrichtet.

FDP: Auch der Name des Donaueschingers Niko Reith steht nicht zum ersten Mal auf einem Wahlzettel. 2011 trat er als Ersatzbewerber für den Spaichinger Leo Grimm an und rückt 2014 für ihn in den Landtag nach. Doch nach zwei Jahren stand schon die nächste Wahl an und 2016 verlor Reith Knapp sein Mandat aufgrund von wenigen Stimmen. Die Nominierungsveranstaltung der Liberalen glich einem Krimi: Niko Reith und der Spaichinger Marcel Aulila wollten beide Erstkandidat werden. Reith 82 Stimmen, Aulila 84 Stimmen – allerdings hatte damit der Spachinger die absolute Mehrheit verfehlt. Im zweiten Wahlgang wendete sich das Blatt – wohl auch, weil zwei Trossinger dachten, die Sache sei schon entschieden und sich vor dem zweiten Wahlgang auf den Heimweg begeben hatten: Reith holte 83 Stimmen und Aulila nur noch 81 Stimmen.

Die restlichen Bewerber: Auf dem Wahlzettel stehen für den Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen 20 Wahlvorschläge. Neben den fünf im Landtag vertretenen Parteien sind auch altbekannte und neue Parteien und Wählervereinigungen dabei. Die Linken präsentieren mit Philipp Polster und dem Ersatzbewerber Bernhard Thriene gleich zwei Kandidaten, die ihren Wohnsitz außerhalb des Wahlkreises haben. Für die Ökologisch-Demokratische Partei steht der Donaueschinger Michael Kamphenkel, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auf der Liste. Neu sind dieses Mal die Freien Wähler, die mit Kurt Wallschläger, gebürtig in Geisingen und wohnhaft in Hüfingen, antreten. Auch die Klimaliste ist zu finden: Für sie tritt lrmela Schlegel, Klima- und Umweltwissenschaftlerin aus Freiburg, an.

Donaueschingen/Hüfingen/Bräunlingen. Für die Landtagswahl wird damit gerechnet, dass die Wähler sich verstärkt für Briefwahl entscheiden. Geschätzt wird, dass die Anzahl der Briefwähler von 30 Prozent auf mindestens 50 Prozent steigt. Außerdem müssen ausreichend Wahlhelfer für jeden Wahlbezirk vorhanden sein, damit im Ersatzpersonen für den Quarantänefall vorhanden sind. Dies führt zu Änderungen in den Wahlbezirken.Donaueschingen: Die Anzahl der Wahlbezirke wurde aus diesem Grund von 19 auf 13 reduziert. In der Kernstadt fallen vier Wahlbezirke weg und zwei Ortsteile werden mit dem benachbarten Ortsteil zu einem Wahlbezirk zusammengelegt. Das Gebiet Äußere Röte und der Konversionsbereich waren vorher zwei Wahlbezirke. Diese werden nun zu einem Wahlbezirk zusammengelegt. Gewählt wird im Kindergarten Wunderfitz. Der zur Kernstadt gehörende Stadtteil Aufen wählt in der AOK Außenstelle, Mühlenstraße 18. In der Eichendorffschule und in der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schule wird es jeweils nur ein Wahllokal geben. Der Ortsteil Heidenhofen wird mit dem Ortsteil Aasen zu einem Wahlbezirk zusammengelegt. Das Wahllokal wird in der Bürgerhalle in Aasen eingerichtet. Der Ortsteil Hubertshofen wird mit dem Ortsteil Wolterdingen zusammengelegt. Das Wahllokal befindet sich wie bisher in der Festhalle in Wolterdingen. Dass die beiden kleinsten Ortsteile nun mit anderen Wahlbezirken zusammengelegt wurden, hat einen Grund: Um das Wahlgeheimnis zu wahren, müssen in jedem Wahllokal mindestens 50 Wähler ihre Stimme abgeben. Sind weniger als 50 Stimmzettel in der Wahlurne, muss die Auszählung zusammen mit einem anderen Wahlbezirk vorgenommen werden. Für Hubertshofen und Heidenhofen lässt sich nur schwer abschätzen, wie viel Stimmen auch wirklich im Wahllokal abgegeben werden.Hüfingen: Hier wird sich für den Wähler nichts ändern. Es bleibt bei den vorhandenen Wahlbezirken und auch in jedem Ortsteil wird es ein Wahllokal geben. Das Risiko, dass in einem Ortsteil weniger als 50 Stimmen abgegeben werden, besteht laut Hauptamtsleiter Horst Vetter nicht. Denn im kleinsten Ortsteil Sumpfohren gebe es traditionell immer eine sehr hohe Wahlbeteiligung. In Hüfingen wird auch kein weiterer Briefwahlbezirk eingerichtet. Die Herausforderung, dass es wohl viele Briefwahl-Stimmen auszuzählen gibt, wird hier anders gelöst. Die Briefwahl werde man mit einem Team auszählen. Bräunlingen: In Bräunlingen sind die Wahlbenachrichtigungen schon in der Post. Auch hier hat die Verwaltung sich Gedanken gemacht. Die Lösung: die Wahlbezirke werden verändert und ein zweiter Briefwahlbezirk eingeführt. Das bedeutet gleichzeitig, dass es in der Kernstadt weniger Wahllokale geben wird. Die Zahl wird von vier auf drei reduziert. Die Wahlbezirke Bauhof und Rathaus wählen in der Stadthalle. Und es gibt noch die Wahllokale Sporthalle und das Bildungs- und Betreuungszentrum. Die Wahllokale von Mistelbrunn, Unterbränd und Waldhausen werden in eines zusammengefasst. "In Döggingen bleibt alles beim Alten", so Hauptamtsleiter Jürgen Bertsche.