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Donaueschingen Wenn der Wald in Flammen aufgeht

Von
Donaueschingens OB Erik Pauly (von links), Feuerwehr-Gesamtkommandant Gerd Wimmer, Forstamt-Leiter Frieder Dinkelaker und Revierförster Hans-Peter Fesenmeyer bei einem Vor-Ort-Termin im Hubertshofener Wald.Fotos: Singler Foto: Schwarzwälder Bote

Den 25. April 2019 wird die Feuerwehr nicht so schnell vergessen. Gleich doppelt musste sie an diesem Tag ausrücken.

Donaueschingen-Hubertshofen. Am frühen Nachmittag wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand in einem Waldstück des Standortübungsplatzes der Bundeswehr gerufen. Zwischen Donaueschingen und Grüningen war eine Fläche von etwa 1800 Quadratmetern betroffen. Soldaten hatten das Feuer entdeckt, als sie gerade eine Übung abhielten. 14 600 Liter Wasser waren notwendig. Weil sich innerhalb der abgebrannten Fläche noch mehrere Glutnester verbargen, wurde ein Hubschrauber der Landespolizei angefordert. Nach zwei Stunden war der Brand schließlich durch 39 Einsatzkräfte und vier Löschfahrzeuge beseitigt worden.

Doppelter Einsatz

Etwa zur selben Zeit, als das Feuer bei Grüningen erfolgreich bekämpft war, entdeckte ein Waldläufer einen kleineren Brand im Hubertshofener Wald. Auf einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern breitete sich dieser langsam in alle Richtungen aus. Mitarbeiter des Forstamts holzten entlang des Feuersaumes mehrere Bäume ab. Nach vier Stunden war das Feuer gelöscht. Und 72 Einsatzkräfte hatten endlich Feierabend. Dieses Mal brauchte es fünf Löschfahrzeuge und 51 300 Liter Wasser.

Um solch ein doppeltes Horror-Szenario in Zukunft vermeiden oder es zumindest besser bekämpfen zu können, hat die Feuerwehr reagiert. "Es war sofort klar, dass wir uns etwas überlegen müssen", sagt Gesamtkommandant Gerd Wimmer. "Seit etwa 20 Jahren bin ich jetzt schon in Donaueschingen. Es hatte immer nur kleinere Brände gegeben. An diesem April-Tag im vergangenen Jahr dachte ich deshalb zuerst: Das kann nicht sein, das muss eine Falschmeldung sein." Aber nichts da, die Flammen waren real, die prekäre Situation ernst.

Feuerwehr hat aufgerüstet

Mittlerweile hat die Feuerwehr aufgerüstet. Kommandant Wimmer: "Nach den Bränden haben wir unsere Ausrüstung angepasst: neue Werkzeuge, dünnere Schläuche, Schutzbrillen." Eine nun vorhandene mobile Pumpe helfe enorm, sie mache die Arbeit leichter. Auch die Wassermenge habe man noch einmal deutlich erhöht. Nebenbei soll der Austausch mit dem Forstamt intensiviert werden.

Was neben der Ausrüstung mindestens genauso wichtig ist? Die Ausbildung der Feuerwehrleute. "Bei solchen Einsätzen muss permanent getrunken werden, um schnell arbeiten zu können. Bei den ganz Jungen geht es schon los mit der Ausbildung", erzählt Gerd Wimmer. Wissen müsse man zum Beispiel, dass Wind teilweise mehr trocknet als die Sonne. Oder auch, dass Moore im Hubertshofener Wald zu Problemen führen können.

Weil Waldstücke oft unüberschaubar sind, hat die Feuerwehr Landkarten mit Nummern versehen. Dadurch solle sofort klar sein, wo ein potenzielles Feuer ausgebrochen ist und welcher Weg der beste ist, um dort hinzufinden. "Bei den Bränden 2019 haben wir festgestellt, was für ein Problem das ist. Es ist schwer, den Einsatzkräften zu sagen, wo genau im Wald es brennt", sagt Wimmer. Also wollte man Struktur reinbringen und die Gebiete einteilen.

Wie Frieder Dinkelaker, Leiter des Forstamts im Schwarzwald-Baar-Kreis, erklärt, wird die Waldbrandgefahr in fünf Stufen eingeteilt. Aktuell herrsche die höchste. Von 1880 bis heute habe die Temperatur immer mehr zugenommen – eine besorgniserregende Entwicklung, die unter anderem mit dem Klimawandel zu tun hat. "Die alte Vorstellung, dass es im Schwarzwald reichlich Wasserstellen gibt, ist nicht mehr aktuell", sagt Dinkelaker. Dementsprechend müsse man reagieren. Förster Manfred Fünfgeld fügt an: " Früher gab es im Hubertshofener Wald mehrere Wasserstellen, aber jetzt ist alles vertrocknet. Enorme Wärme führt natürlich zu einer höheren Gefahr." Oberbürgermeister Erik Pauly zeigt sich derweil erschrocken über die Veränderungen. In den kommenden Jahren werde sich die besorgniserregende Situation wohl weiter zuspitzen, vermutet er.

Die Brandursache für das Feuer im Hubertshofener Wald konnte übrigens nicht herausgefunden werden. Es gab nur Vermutungen und die Polizei stellte das Verfahren ein. Bleibt zu hoffen, dass sich ein turbulenter Tag wie der im April 2019 in Zukunft nicht wiederholt.

Laut Revierförster Hans-Peter Fesenmeyer gelten im Wald gewisse Regeln. Von März bis Ende Oktober herrscht Rauchverbot. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2500 Euro. Zigaretten sollten generell nicht in Waldgebieten weggeworfen werden, so Fesenmeyer. Außerdem verboten sind wilde Feuerstellen und hinterlassene Glasflaschen, die bei Hitze schnell ein Feuer entzünden können. "Grillen und Aluschalen sind ebenfalls verboten", ergänzt Frieder Dinkelaker, Leiter des Forstamts im Schwarzwald-Baar-Kreis. In erster Linie wolle man die Bürger aber darum bitten, vernünftig zu sein. Das sei der Schlüssel für alles andere.

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