Noch werden die Augen der deutschen Rekruten auf dem Exerzierplatz des Jägerbataillons in Donaueschingen ausgerichtet, Die Sorge um einen Seitenblick der Bundeswehroberen in den Landkreis Sigmaringen in der Standortfrage bleibt. Foto: S. Maier

Der scheidende Verteidigungsminister Thomas de Maizière lässt bei der Stabübergabe am 17. Dezember alles offen.

Donaueschingen - Stabwechsel im Berliner Verteidigungsministerium: Mit der Amtsübergabe an Ursula von der Leyen durch den scheidenden Bundesminister Thomas de Maizière begann am 17. Dezember eine neue Ära. Die Zukunft des Jägerbataillons 292 bleibt jedoch weiter ungewiss. Der 1. November wird den Donaueschingern noch lange in schmerzlicher Erinnerung bleiben: Das französische Verteidigungsministerium hatte in Handstreich den Abzug des 110. Infanterieregiments aus haushaltspolitischen Zwängen verfügt. Beginn einer Zitterpartie damit auch in Donaueschingen um den Bestand des deutschen Jägerbataillons 292, das Bestandteil der Deutsch-Französischen Brigade ist.

Noch am 30. November hatte Thomas de Maizière eine Verlegung des Jägerbataillons 292 von Donaueschingen in die Sigmaringer Kaserne abgelehnt. Begründung: Die Weiterentwicklung der Deutsch-Französischen Brigade sei hinsichtlich Wirksamkeit und Einsatzperspektive ein gemeinsames Anliegen beider Nationen und auch weiterhin Gegenstand des fortgesetzten Austausches. "Wie ich bereits mit meiner Erklärung vom 31. Oktober 2013 bekannt gegeben habe, bleibt Donaueschingen als Standort für das Jägerbataillon 292 erhalten. Darüber hinaus hat sich keine neue Sachlage ergeben", teilte er auf Anfrage hierzu auch dem Nürtinger Bundestagsabgeordneten Rainer Arnold (SPD) mit.

Arnold hatte in dem Schreiben zudem gefordert, Standortentscheidungen, die bis Ende 2014 fällig werden, auch auf Wirtschaftlichkeit und Funktionalität abzuklopfen.

Im Kreistag in Sigmaringen wurde in der jüngsten Sitzung von Landrat Gaerte bestätigt, dass es nach diesem Schriftwechsel keine weiteren Aussagen aus Berlin gibt. Die Bekundungen aus dem Sigmaringer Landratsamtes zuvor, nach der Auflösung des Jägerbataillons 552 und des Panzergrenadierbataillons 292 mit der Umsiedlung des Jägerbataillons 292 aus Donaueschingen nun wieder an die Tradition als militärischer Standort anknüpfen zu wollen (wir berichteten), war in Donaueschingen nicht nur in der Stadtverwaltung mit Verwunderung aufgenommen worden.

Dirk Gaerte gab gestern im Gespräch mit unserer Zeitung zu verstehen, dass er nun die weitere Entwicklung abwarte und nicht erneut zur Feder greifen werde, um in Berlin und Stuttgart die Vorteile einer intakten Infrastruktur nach Auflösung der 110. Panzerdivision 2014 anzupreisen. Ebenso versicherte Gaerte, dass er sich nach dem Stabwechsel im Verteidigungsminsiterium über eine positive Entscheidung nach wirtschaftlicher Abwägung sicher auch nicht ärgern würde.

Denn fest steht, dass in Donaueschingen für den weiteren Verbleib mit Millionenbeträgen Gebäude saniert und 177 Hektar militärisches Übungslände vorbereitet werden müssten, wie der Nürtinger Abgeordnete in seiner Forderung untermauert.

Der Sprecher für Angelegenheiten der Streitkräftebasis des Verteigungsministeriums bestätigt indes gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass es beim bisherigen Sachstand geblieben ist. Was nach der weihnachtlichen Ruhe und nach Prüfung durch Ursula von der Leyen als oberste Heeresleitung sich im neuen Jahr einstellen wird, bleibt damit offen.

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