Premiere: Neue Theatergruppe als Nachfolge von Gruppe 94 / Erste Vorstellung am 11. November
Seit sich die Bühne 94 aufgelöst hat, müssen Donaueschinger Theaterfans die Stadt verlassen, um auf ihre Kosten zu kommen. Wie beispielsweise beim Sommertheater in Hüfingen oder beim Burgspektakel in Königsfeld.
Donaueschingen (jak). Dass aber auch in Donaueschingen Potenzial vorhanden ist, zeigen schon allein die Aufführungen des Sova-Theaters, bei dem die Nachwuchstalente stets vor vollen Reihen spielen. Mit viel Liebe zum Stück inszeniert Sabine Milbradt Jahr für Jahr etwas Außergewöhnliches. Die Donaueschingerin hat nun mit ihren Mitstreitern, die sich in der regionalen Theaterszene bereits einen Namen gemacht haben, ein neues Projekt in Arbeit. Das Theater Wandel-Baar wird in der kommenden Woche erstmals ein Stück aufführen. Die Wahl fiel auf "Pension Schröder" – eine Posse in drei Aufzügen. Es soll allerdings kein einmaliges Projekt werden – die Fortsetzung ist schon fest geplant.
Theater Wandel-Baar: Der Name der neuen Theatergruppe ist Programm. Er steht nicht nur für das Talent der Schauspieler, sich in andere Rollen hineinzuversetzen, sondern auch für die Zusammensetzung der Gruppe. Denn die ganze Baar wird auf der Bühne vertreten sein. Vom ehemaligen Mitglied der Gruppe 94, über Sova-Schauspieler, die aus den Schuhen des Jugendtheaters herausgewachsen sind, bis hin zum Theaterneuling – bei Wandel-Baar haben sie zusammengefunden und auch, wenn es die Gruppe noch nicht lange gibt, ist doch ein lustiger Haufen zusammengewachsen.
Die Schauspieler: Da ist beispielsweise Bernhard Limberger, nicht nur Urgestein der Bühne 94, sondern auch bekannt aus dem Theater am Turm in Villingen oder dem Theater im Deutschen Haus in St. Georgen. Oder Sabine Hattung-Hocheder, die Gründungsmitglied der Gruppe 94 ist und dort einst sogar schon schwanger auf der Bühne stand. Oder Vincent Kaufmann, der beim Königsfelder Burgspektakel oft in der Rolle des jugendlichen Liebhabers zu sehen war. Nun ist er allerdings Kellner. "Das ist viel besser als sechsmal in der Woche zu heiraten", scherzt er. Zugesagt hat er sogar, ohne das Drehbuch zu lesen. Schließlich kennt er Sabine Milbradt. Erst später stellt er fest, dass sein Kellner ja einen Sprachfehler hat und statt dem "l" nur ein "n" sprechen kann. Eine ganz schöne Herausforderung, die er ebenfalls mit Humor nimmt. Aber da sind auch Neulinge, wie beispielsweise Jörg Klaus, dessen Nachwuchs beim Sova-Theater mitgespielt hat und so den Vater auf die Bühne brachte. Es war zwar nicht das Theater, das Christine Reininghaus auf die Baar lockte, sondern die Liebe. Aber auch sie hat den Weg zu Wandel-Baar gefunden.
Die Handlung: Der vermögende Gutsbesitzer Klapproth möchte auch einmal vor seinen Pensionärskollegen prahlen und deren Erlebnisse und Reiseanekdoten übertrumpfen. So reist er nach Berlin und macht die weitere finanzielle Unterstützung seines Neffen Alfred davon abhängig, dass ihm dieser den Besuch einer Irrenanstalt ermöglicht. Alfreds Freund Eugen Rümpel, ein verkannter Schauspieler ohne Engagement, weil er statt dem "l" nur ein "n" sprechen kann, empfiehlt ihm, mit seinem Onkel eine Soirée in der Pension Schöller zu besuchen. Die reichlich schrägen Pensionsgäste erscheinen plötzlich, wie Klapproth sie wahrnimmt, in einem ganz anderen Licht. Der Gutsbesitzer , der die Gäste wirklich für Irre hält, amüsiert sich prächtig. Nach und nach entsteht für Philipp Klapproth ein zunehmend beängstigendes Panoptikum. Die Situation eskaliert allerdings, als Klapproth, zurückgekehrt auf sein Landgut, von diesen vermeintlichen Irren besucht wird. Die Geschichte nimmt eine neue Wendung.
Der Spielort: Schon beim Sova-Theater hatte Sabine Milbradt das Ziel, einen Ort für die Aufführung zu finden, der noch nie bespielt worden ist. Das Gleiche gilt für das Theater Wandel-Baar. So wird das Stück "Pension Schöller" im Parkrestaurant aufgeführt. Eine Herausforderung, denn die Bühne dort ist relativ klein. Außerdem wird auch in Bräunlingen im Bregtäler gespielt. Fürs erste Jahr zwei Aufführungsorte, doch das soll nicht so bleiben. Geplant ist, dass zukünftig auch in anderen Städten der Baar gespielt wird.
Die Besetzung: Bernhard Limberger (Philipp Klapproth, Rentier), Manuela Canales Pulido (Ulrike Sprosser, seine Schwester), Janik Ebding (Alfred Klapproth, sein Neffe), Nina Losch (Fritz Bernhardy, Großwildjäger), Christine Reininghaus (Josephine Krüger, Schriftstellerin), Jörg Klaus (Musikdirektor a.D. Schöller) Vincent Kaufmann (Eugen Rümpel, sein Neffe), Sabine Hattung-Hocheder (Amalie Pfeiffer, seine Schwägerin), Kristina Agostini (Friederike, ihre Tochter), Frieder Schräbler (Major a.D. Gröber), Inszenierung, Regie: Sabine Milbradt.
Das Stück "Pension Schöller" – ein Posse in drei Aufzügen von Carl Laufs, Wilhelm Jacoby und Horst Willems – wird sechs Mal aufgeführt: Premiere ist am Freitag, 11. November, 19 Uhr im Parkrestaurant Donaueschingen. Es folgen drei weitere Vorstellungen am Samstag, 12. November, Dienstag und Mittwoch 15./16. November, jeweils 19 Uhr im Parkrestaurant. Anschließend wird in Bräunlingen gespielt: am Freitag und Samstag, 18./ 19. November, um 19 Uhr im Bregtäler. Karten im Vorverkauf bei Augenoptik Marcus Milbradt, Herdstraße 17, Telefon: 0771/29 97, oder der Bräunlinger Metzgerei (keine Reservierung).