Tausende Autos quälen sich täglich über den Hindenburgring durch die Stadt. Die neue Verkehrskonzeption sieht vor, mit mehreren Maßnahmen den Verkehrsfluss zu verbessern. Foto: Vollmer

Wichtige Achsen sind be- oder überlastet. Diskussion geht im Rat weiter. Tempo-20-Zonen geplant.

Donaueschingen - Die Donaueschinger Innenstadt entlasten ist eine leicht zu formulierende politische Forderung. Bei der Umsetzung sieht es anders aus. Der Verkehr nimmt immer mehr zu.

Wichtige Achsen sind stark be- oder gar überlastet und temporeduzierte Strecken durch Wohngebiete sollen keinen Entlastungsbeitrag leisten. Entsprechend schwer tat sich das vom Gemeinderat beauftragte Verkehrsbüro Karajan aus Stuttgart bislang. Bei der Vorstellung einiger Vorschläge im Gemeinderat vor der Sommerpause reagierten die Räte mit Ernüchterung – der große Wurf war das nicht. Entsprechend forderten die Gemeinderäte Nachbesserungen, von denen man spürbare Verbesserungen erwarten darf. Die neuen Vorschläge stellt Jürgen Karajan am Dienstag ab 18.30 Uhr in den Donauhallen dem Rat vor.

Mehr Tempo 20 : Um die Aufenthaltsqualität für Anwohner, Kunden und Fußgänger zu erhöhen, schlägt Karajan eine Temporeduzierung von 30 auf 20 in der Max-Egon-Straße, Zeppelinstraße, Karlstraße, Josefstraße, Rosenstraße und Wasserstraße vor. Eine Tempo-20-Zone vom Bahnhof in die Stadt auf der Josefstraße wird wegen der langen Strecke verneint.

Einbahnregelung: Umkehr der Straßenführung in der Max-Egon-Straße, der Zeppelinstraße, der Rosenstraße und der Kalliwodastraße zur Entlastung und Verhinderung von Parksuchverkehr (Ringfahrten).

Hindenburgring: Schnellerer Verkehrsfluss durch Umbauten. Residenzbereich sollte nicht gesperrt werden, um Hindenburgring nicht zu überlasten.

Parkhaus: Neues Parkhaus hinter dem Rathaus mit zwei Ebenen (200 Plätze). Damit soll ein geplanter Wegfall von Stellplätzen in der Karlstraße kompensiert werden. Dieser wird angestrebt, um Aufenthaltsqualität in der Karlstraße zu erhöhen. Zudem sind Kurzzeitparkplätze (30 Minuten) gewünscht.

Das meinen die Bürger: Bei Bürgeranhörungen kamen folgende Vorschläge zusammen: Ortsumfahrung Süd vom Kreisverkehr Biedermann über Festplatz Gerbewies zur Prinz-Fritzi-Allee beim Stadion (Verwaltung: Hoher Auswand durch zweimalige Querung von Bahnstrecken. Zudem stünden Naturschutzgründe gegen diese Trasse). Ortsumfahrung Ost: Neue Straße vom Bahnhof durch den Park und Anschluss an die Prinz-Fritzi-Allee im Bereich Eiswiese (Verwaltung: Hohe Kosten und starker Eingriff in Orts- und Landschaftsbild). Bahnhof: Neuer Kreisel an der Einmündung der Max-Egon-Straße/ Bahnhofstraße; Abbau der Ampel an der Ausfahrt Netto-Parkplatz; Zebra-Streifen statt Fußgängerampel vor dem Bahnhof; Haldenstraße in beide Richtungen öffnen und als Umfahrung der Karl­straße nutzen. (Planer: wird nicht empfohlen. Fußgängerzonen an Wochenenden wie beispielsweise in Nagold). Innerer Ring (Hindenburgring/ Hermann-Fischer-Allee): Tempo 60 zur Verkehrsflussbeschleunigung (Planer: bringt kaum Verbesserungen). Friedrich-Ebert-Straße: Zusätzliche Fußgängerquerung für die Bühlstraßen-Bewohner Friedrich-Ebert-Straße. Bau eines Kreisverkehrs an der Einmündung zum Allmendshofener Zubringers (siehe unten). Schleichweg Augustastraße: Einbahnstraße, Straßenverengung und Sperrung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. (Verwaltung: Straße würde nach Umbau nicht anders aussehen, Tonnagenbegrenzung wird geprüft). Tempo 20 vom Bahnhof bis zum Rathaus (siehe oben). Fürstenbergstraße: Umbau im Bereich Parkweg als Tempobremse. (Verwaltung: Planung existiert, nach Nachbareinsprüchen wurde das Projekt nicht weiter verfolgt). Neubau einer Straßenbrücke zur Verbindung der Hagelrainstraße mit dem Hindenburgring. (Verwaltung: Mühlenbrücke wäre im Weg. Enorm hoher Aufwand wegen Bahn und Brigach).

Verwaltung schlägt vor: Bau des Parkhauses, Kurzzeitparkplätze und weniger Parkplätze in der Karlstraße sowie die neuen Einbahnregelungen; Überplanung der südlichen Innenstadt zur besseren Anbindung von Bahnhof zur Karlstraße; die Tempozonenänderungen; Höhere Leistungsfähigkeit des Inneren Rings (Planung 2017); besseres Radfahrleitsystem, Ampelüberweg an der Friedrich-Ebert-Straße; Optimierung im Bahnhofsbereich; probeweise Sperrung der Irmastraße aus Richtung Max-Egon-Straße.