Der Hüfinger Gemeinderat kritisiert, Donaueschingen greife beim Allmendshofer B27-Zubringer in eine wichtige Verkehrsachse ein, ohne Absprache zwischen den Rathäusern.
Im Städtedreieck brodelt es: Grund ist die neue Verkehrsregelung am Knotenpunkt Allmendshofen: Der Hüfinger Gemeinderat wirft der Nachbarstadt Donaueschingen vor, eigenmächtig in eine wichtige Achse eingegriffen zu haben – ohne vorherige Absprache zwischen den Rathäusern.
Seit Jahren stockt der Verkehr an der B27-Abfahrt Allmendshofen, Pendler warten besonders in Stoßzeiten auf dem Zubringer und stehen im Stau. Donaueschingen und Hüfingen drängen seit Jahren auf eine Kreisel-Lösung: Geplant wurde diese bereits 2021, wurde 2023 jedoch vom Regierungspräsidium Freiburg abgelehnt aufgrund Kosten und betroffenen Flächen, die in privater Hand sind. Die Hauptgrundstücksfläche, auf der der Kreisverkehr entstehen sollte, befindet sich zwar im Eigentum des Landes Baden-Württemberg und der Stadt, allerdings gibt es auch Flächen, die sich in Privatbesitz befinden. Und dieser notwendige Zukauf von Grundstücksflächen kam aufgrund gescheiterter Verhandlungen nicht zustande.
Das Ingenieurbüro Karajan empfahl im Januar dem Donaueschinger Gemeinderat die abknickende Vorfahrtsstraße mit Einfädelungsstreifen – als kostengünstiges Provisorium einzuführen, woraufhin man sich in Donaueschingen auf eine sechsmonatige Testphase einigte, mit Start im März.
Am 3. März erregte die von Donaueschingen beschlossene und nun geltende Neuregelung am Allmendshofener Zubringer in die L171 (Friedrich-Ebert-Straße) hitzige Debatten im Hüfinger Gemeinderat. Amtsleiter Bernd Göggel vom Straßenbauamt des Landratsamts präsentierte die als sechsmonatige Testphase geplante Maßnahme. Göggel versprach mehr Leistungsfähigkeit, kürzere Wartezeiten und weniger Unfälle – der Verkehr werde langsamer und klarer fließen, mit Eingewöhnung in sechs Wochen. Kreisel oder Ampel seien aus Kostengründen indiskutabel, etwa wegen fehlender Böschungsausfüllung.
CDU-Ratsmitglied Harald Weh nannte es befremdend, dass Donaueschingen die betroffene Nachbarstadt nicht angehört habe – dies belaste Hoch- und Bräunlinger Straße stärker. SPDler Reinhard Isak fürchtet anhaltende Rückstaus. Michael Steinemann (Freies Forum) und Peter Albert (LBU) kritisierten die mangelnde Einbindung der Hüfinger Verwaltung.
Gemeinsame Stellungnahme
Am 4. März reagierten Bürgermeister Patrick Haas (Hüfingen) und Oberbürgermeister Erik Pauly in einer gemeinsamen Presse-Erklärung, die Wogen scheinen nun geglättet: Beide Städte wollen den Knoten verbessern. Die Städte Hüfingen und Donaueschingen setzen sich seit vielen Jahren dafür ein, die Verkehrssituation an der Einmündung des Zubringers Allmendshofen in die Friedrich-Ebert-Straße (L 171) spürbar zu verbessern und die Leistungsfähigkeit dieses Bereichs zu erhöhen, heißt es aus den Rathäusern. Beide Rathauschefs äußern leise Kritik am Regierungspräsidium: Beide Städte haben sich dabei für den Bau eines Kreisverkehrs mit zusätzlicher Bypass-Lösung ausgesprochen. Die bauliche Zuständigkeit liegt beim Regierungspräsidium Freiburg. Dieses hat die von beiden Kommunen bevorzugte Kreisverkehr-Lösung aus Kostengründen nicht weiterverfolgt.
Beide Städte stehen hinter den Plänen
Das Straßenbauamt des Landkreises unterstützt das Regierungspräsidium organisatorisch in der Unterhaltung der Landesstraßen. Um die Situation am Knotenpunkt auch ohne große bauliche Tätigkeit zu verbessern, hat es eine alternative Verkehrsführung mit Rechtsabbiegezwang und geänderter Vorfahrtsregelung erarbeitet. Es werde diese auch federführend umsetzen, heißt es in der Pressemitteilung. Und beide Städte stehen gemeinsam hinter diesen Plänen.