MusiktageMit 92 Jahren gestorben / Schweizer fühlte sich Donaueschingen verbunden

Donaueschingen. Der bedeutende und weltweit anerkannte Schweizer Komponist Klaus Huber starb am 2. Oktober im Alter von 92 Jahren.

Er gilt als einer der ganz großen Komponisten der Neuen Musik, der auch für die Donaueschinger Musiktage eine große Bedeutung hat. Diejenigen Musikfreunde, die das gewaltige Oratorium "Erniedrigt – Geknechtet – Verlassen – Verachtet" 1983 als Uraufführung bei den Musiktagen erlebt haben, werden sich immer noch an die gewaltige Wirkung dieses Werks lebhaft erinnern. Hier wurde die geistige und philosophische Welt Hubers eindrücklich hörbar, wo er sich dem Schicksal gerade der geschundenen, erniedrigten Kreatur in den sozialen und politischen Konflikten dieser Welt annimmt und sie in der Musik erlebbar macht.

1998 war sich Huber nicht zu schade, die Musikfreunde in die Intimität, die Geheimnisse, ja der Mystik seines Streichquintetts "Ecce Homines", das zur Uraufführung anstand, einzuführen. Er verstand es nicht nur, den Komponistennachwuchs – wie etwa Wolfgang Rihm – zu inspi rieren. Sein spürbares Anliegen war es, allen Menschen, gerade auch den jungen, seine Musik nahe zu bringen, die seinem humanistischen Weltbild entsprungen ist. Der Schulmusiker, als der er in seinen jungen Jahren begonnen hatte, war immer noch spürbar.

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